Neues aus der GQMG
- GQMG-Jahrestagung 2026
- GQMGimpuls: Medizinprodukte-Prüfungen aus Sicht einer Behörde
- GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
- NEW: Journals zur medizinischen Qualitätsforschung
- GQMG-Wissenssnack
Aktuelles
- Top 10 Health Technology Hazards for 2026 der ECRI
- Brustkrebsdiagnostik fehlerhaft
- Digitale Ergebnisdatenbank für Krankenhausprüfungen am Start
- Rote-Hand-Briefe
- Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)
- Literaturübersicht
- Buchempfehlung
- CIRS-Fälle
- Aus der Normenschmiede
- ZEFQ
- Veranstaltungen und Seminare
- Stellenangebote
Neues aus der GQMG
GQMG-Jahrestagung 2026 – Aktuelle Programmschwerpunkte und Vorbereitungen
Die GQMG-Jahrestagung 2026 findet am 12. und 13. März 2026 an der Uniklinik Köln statt. Näheres dazu erfahren Sie in einem Sondernewsletter
GQMGimpuls: Medizinprodukte-Prüfungen aus Sicht einer Behörde
Referent: Niels Petersen, Leiter Referat Medizinprodukte, Behörde für Justiz und Verbraucherschutz, Freie und Hansestadt Hamburg Moderation: Hannelore Josuks, Mitglied im Vorstand der GQMG
Worum geht’s?
Der Referent wird die Aufgaben der Aufsichtsbehörde im Rahmen der Prüfung von Medizinprodukten (Medizinprodukte klinische Prüfungsverordnung − MPKPV) darstellen und sie in das System der Qualitätssicherung und Überwachung von Medizinprodukten nach Medizinprodukterecht-Durchführungsvorschrift (MPRVwV) und Medizinprodukte-Betreiberverordnung darlegen.
Termin: 10.02.2026 | 16:00–17:00 Uhr Ort: Online via Zoom
Die Teilnahme an der Veranstaltung der GQMG ist kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung zugänglich.
GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
Episode 49: Jahresrückblick 2025 und Ausblick 2026
Zum Jahreswechsel blicken Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold in „Puls der Transformation“ auf ein bewegtes Podcast-Jahr zurück – mit inzwischen 50 Episoden, zwei Jahren Laufzeit und einem bunten Blumenstrauß an Themen rund um Qualitätsmanagement, digitale Transformation und KI im Gesundheitswesen.
Episode 50: Arzneimitteltherapiesicherheit 2.0 - Wie aus einer Kampagne gelebte Praxis entsteht
Im neuen „Puls der Transformation“-Gespräch berichtet Frank Neugebauer aus dem zentralen Qualitäts- und klinischen Risikomanagement des Universitätsklinikums Münster, wie sich ein zunächst kampagnengetriebenes Projekt zur Arzneimitteltherapiesicherheit zu einer tragfähigen Struktur mit nachhaltiger Wirkung entwickelt hat. Von der Vision „0,0 Medikationsfehler“ über die Etablierung einer interprofessionellen Expertengruppe bis hin zu UKM-weiten SOPs und einem eigenen AMTS-Schulungstag – hier wird deutlich, wie Patientensicherheit Schritt für Schritt in Routinen, IT und Organisationsstrukturen verankert wird.
NEW: Journals zur medizinischen Qualitätsforschung
Die systematische Analyse und Verbesserung medizinischer Prozesse sind zentrale Elemente moderner Medizin. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft sieht die GQMG in der Förderung medizinischer Qualitäts- und Patientensicherheitsforschung ihre zentrale Aufgabe.
Mit der neuen Rubrik „Journals“ stellen wir eine fachlich kuratierte Übersicht relevanter nationaler und internationaler Journale zur medizinischen Qualitäts- und Patientensicherheitsforschung bereit. Die Auswahl orientiert sich an der wissenschaftlichen Relevanz der Journale sowie an ihrem Beitrag zur Weiterentwicklung von Versorgungsqualität und Patientensicherheit. Die ausgewählten Publikationen sind auf den aktuellen Inhaltsverzeichnissen verlinkt. Oft hat man über OPEN ACCESS Zugriff auf Volltexte auch im Archiv.
Künftig werden wir im GQMG-Newsletter regelmäßig ausgewählte Publikationen mit einem kurzen fachlichen Kommentar vorstellen.
In der neuen Rubrik „Journals“ auf der GQMG-Webseite bieten wir Ihnen eine Orientierungshilfe über die wachsende Fachliteratur zum Qualitäts- und Risikomanagement Wenn Sie noch an weiteren Journalen interessiert sind, schreiben Sie uns an info@gqmg.de. Wir werden sie bei fachlicher Eignung und nach Kräften berücksichtigen.
GQMG-Wissenssnack
Zertifikat
Zertifikat ist ein lateinisches Wort und hat daher in allen europäischen Sprachen dieselbe Bedeutung. Das „certificatum“ ist etwas Beglaubigtes. Eine meist amtliche Bescheinigung, ein Zeugnis, eine Urkunde oder manchmal kurz: ein Schein. Als Urkunde für hinterlegte Wertpapiere bestätigt das Zertifikat den Anteil an einem Investment. Sie sind wie Geld. Man kann sogar mit ihnen handeln.
Der Gebrauch des Wortes ist so allgemein, dass er nicht reguliert werden kann. Jeder kann Urkunden ausstellen und sie Zertifikate nennen. Wofür braucht man sie? Wie aber kann man die Ernsthaftigkeit eines Zertifikats erkennen?
Der Anwender kann den beglaubigten Inhalt nicht selbst beurteilen. Er vertraut auf eine gewissenhafte Prüfung durch einen Gewährsperson, einen Zeugen oder allgemein einen unvoreingenommenen Dritten. Er (oder sie) prüft auf die Einhaltung von Forderungen, die sachliche Richtigkeit oder die ordnungsgemäße Funktion. Über das Ergebnis dieser Prüfung stellt er eine Urkunde aus - nämlich das Zertifikat.
Wer ein Zertifikat fälschlich ausstellt und betrügt, wird streng bestraft. Das ist nötig, denn Zertifikate sollen dort Vertrauen schaffen, wo ein Sachverhalt vom Kunden gerade nicht selbst beurteilt werden kann. Dafür gibt es viele Gründe: Er ist örtlich entfernt, hat keine Zeit oder versteht nichts von der Sache.
Das Vorgehen funktioniert nicht perfekt. Werden Bilanzen zertifiziert oder die Einhaltung von Sicherheitsbedingungen geprüft, stützen sich die Kunden auf diese Nachweise. Bei der Auswahl von Behandlungsangeboten können sie helfen. Zertifikate sind praktische Bestätigungen und sollten nicht mit bunten werblichen Aufklebern oder Auszeichnungen gleichgesetzt werden. Sie sagen nicht, etwas sei besonders gut, sondern nur: Es ist so, wie es sein soll.
Aktuelles
Top 10 Health Technology Hazards for 2026 der ECRI
Jedes Jahr identifiziert die ECRI die 10 TOP technischen Gefahren im Krankenhaus. Dieses Jahr führen:
1. Der Missbrauch von KI-Chatbots im Gesundheitswesen
2. Überraschendes "Digital Darkness"-Ereignis
3. Minderwertige und gefälschte medizinische Produkte
4. Rückruffehler für Diabetes-Managementtechnologien zu Hause
5. Fehler bei Schlauchverbindern NRFit und LUER
6. Medikamentensicherheit in perioperativen Umgebungen
7. Mangelhafte Reinigungsanleitungen für Geräte
8. Cybersicherheitsrisiken durch Alt-Medizinprodukte
9. Technologiedesigns oder -konfigurationen, die klinische Arbeitsabläufe stören
10. Probleme mit der Wasserqualität bei der Instrumentensterilisation
Brustkrebsdiagnostik fehlerhaft
Als Reaktion auf die Vorfälle am Klinikum Bremen-Mitte Anfang Dezember 2025 haben die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) und der Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen (BDP) zu den wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Diagnostik von Brustkrebs und den qualitätssichernden Maßnahmen Stellung genommen.
Durch einen Bericht des Bremer Lokalmagazins „buten und binnen“ wurde öffentlich bekannt, dass am Klinikum Bremen-Mitte über einen Zeitraum von mehreren Monaten 34 Bewertungen eines Biomarkers bei Brustkrebsbefunden fehlerhaft waren. In der Folge haben die betroffenen Patientinnen nicht die richtige Therapie erhalten.
In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich über 500.000 Krebsdiagnosen, darunter ca. 75.000 Brustkrebs-Diagnosen von Fachärztinnen und Fachärzten für Pathologie gestellt. Die PathologInnen in Deutschland arbeiten grundsätzlich nach hohen Qualitätsstandards wie Maßnahmen der internen und externen Qualitätssicherung, Zertifizierungen, Akkreditierungen und Teilnahme an Ringversuchen. Außerdem gibt es umfangreiche Trainingsangebote. Im Bereich der Krebsmedizin kommen z.B. die interdisziplinären Tumorboards in den zertifizierten Krebszentren zum Einsatz. Wie es trotz dieser Qualitätsstandards zu den berichteten fehlerhaften Bewertungen im Klinikum Bremen-Mitte kommen konnte, muss vor Ort sorgfältig aufgeklärt werden. Hierzu gehört auch die Frage, inwieweit strukturelle Probleme und die Rahmenbedingungen im Klinikum Bremen-Mitte und im Institut für Pathologie zu der Situation beigetragen haben könnten.
Digitale Ergebnisdatenbank für Krankenhausprüfungen am Start
In der Krankenhausreform wurde den Medizinischen Diensten die Prüfung übertragen, ob Krankenhäuser die vorgeschriebenen Qualitätskriterien für die Zuweisung von Leistungsgruppen erfüllen. Die Ergebnisse der Leistungsgruppenprüfungen und der OPS-Strukturprüfungen werden von den Prüfern in eine zentrale Ergebnisdatenbank eingespeist, die am 12. Dezember 2025 freigeschaltet wurde.
Zweck der Ergebnisdatenbank ist der effiziente und aufwandsarme Informationsaustausch zwischen den Landesplanungsbehörden, Krankenkassenverbänden und Medizinischen Diensten. Die Datenbank ist Kernstück, um die Prüfungen und Qualitätssicherung der Medizinischen Dienste im Krankenhaus zu digitalisieren. Die Datenbank wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Rote-Hand-Briefe
Neue Zustellregelung für Krankenhäuser ab 2026
BfArM und PEI kündigen an, dass Rote-Hand-Briefe ab 2026 nicht mehr an einzelne Krankenhausärzteversandt werden. Die Weitergabe relevanter Sicherheitsinformationen erfolgt künftig zentral über die Krankenhausapotheken.
Ab dem 1. Januar 2026 entfällt der Direktversand dieser sicherheitsrelevanten Mitteilungen an einzelne Krankenhausärzte durch die pharmazeutischen Unternehmer. Die Verteilung erfolgt künftig zentral über die Krankenhausapotheken und krankenhausversorgenden Apotheken.
Die Krankenhausapotheken müssen die interne Weitergabe übernehmen.
Krankenhausapotheken erhalten weiterhin postalisch alle Rote-Hand-Briefe und leiten die Informationen an das leitende ärztliche Personal sowie an die Arzneimittelkommission des Krankenhauses weiter. Diese Struktur spiegelt bereits die etablierte Praxis vieler Kliniken wider, in der Apotheken die interne Kommunikation zu Arzneimittelrisiken koordinieren.
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)
Ungebremster Anstieg der AOK-Heilmittelausgaben: Heilmitteltherapien von AOK-Versicherten haben im Jahr 2024 mit knapp 4,8 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. Das zeigt der im Dezember veröffentlichte Heilmittelbericht 2025 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Damit haben sich die Heilmittelausgaben innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt – ausgehend von 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2015. Allerdings bleibt die Lohnentwicklung in den Heilmittelberufen hinter den Ausgabensteigerungen zurück.
Beim Anstieg der Ausgaben spielten Faktoren wie der Mengeneffekt oder die Demographie eine vernachlässigbare Rolle. Entscheidend war vielmehr eine gesetzliche Neuregelung zur bundeseinheitlichen Angleichung des Vergütungsniveaus im Jahr 2019. Sie führte dazu, dass ab dem 1. Juli 2019 für die jeweiligen Leistungspositionen bundesweit die Preise der Region mit den höchsten Vergütungen gültig waren.
Literaturübersicht
Transformation der Sicherheitskultur: Ein systemweiter Ansatz für hohe Zuverlässigkeit zur Vermeidung schwerwiegender Schäden im Gesundheitswesen
Vermeidbare medizinische Fehler sind eine der häufigsten Todesursachen in den Vereinigten Staaten. Obwohl die Einführung von Hochsicherheitsorganisationen (High Reliability Organizations, HRO) mittlerweile weit verbreitet ist, mangelt es oft an der Integration über Kulturen, Lernsysteme und ambulante Versorgung hinweg. Ein großer Gesundheitsverbund startete eine systemweite HRO-Verbesserungsinitiative, um schwerwiegende Sicherheitsvorfälle (Serious Safety Events, SSEs) zu reduzieren, die Kultur der Sicherheitsberichterstattung zu verbessern und die Führungskräfte mit den Sicherheitspraktiken an der Basis in Einklang zu bringen. Es handelt sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie, die zwischen Januar 2019 und Juni 2025 in 12 Krankenhäusern und über 90 ambulanten Kliniken durchgeführt wurde. Die systemweite HRO-Intervention umfasste Führungskräfteentwicklung, ein einheitliches Sicherheitsmeldesystem, abgestufte Sicherheitsbesprechungen und strukturiertes Feedback zur Ursachenanalyse. Die Sicherheitskultur wurde anhand von Umfragen der Agency for Healthcare Research and Quality in den Jahren 2021 und 2024 gemessen. SSEs wurden als Berichte über schwerwiegende Sicherheitsvorfälle (SSERs) pro 10.000 Patiententage standardisiert. Die SSERs in Krankenhäusern gingen signifikant um 71 % zurück (P < 0,001 für den Trend). Die ambulanten SSERs stiegen aufgrund verstärkter Bemühungen zur Erkennung von Schäden, jedoch nicht signifikant (P = 0,356 für den Trend). Die zusammengesetzten Werte für die Sicherheitskultur verbesserten sich in 11 von 13 einzelnen Bereichen, wobei die größten prozentualen Verbesserungen bei den Werten für Führungsunterstützung und Kommunikation zu verzeichnen waren. Ein systemweiter, einheitlicher HRO-Ansatz, der HRO-konforme Standardarbeit, die Ausrichtung der Führungskräfte und proaktives Systemdesign ganzheitlich integriert, kann zu einer dauerhaften Verringerung vermeidbarer Schäden und zu einem kulturellen Wandel führen.
Verständnis der Gesundheitskompetenz anhand der Interpretation von Gesundheitsaufklärungsbroschüren durch Patienten: Eine thematische narrative Übersicht
HINTERGRUND: Um eine gerechte und effektive Gesundheitskommunikation zu fördern, ist es unerlässlich zu verstehen, wie Patienten Gesundheitsaufklärungsbroschüren interpretieren. Diese narrative thematische Übersicht fasst aktuelle Erkenntnisse zusammen und stellt ein konzeptionelles Modell für die Gestaltung patientenorientierter Broschüren vor.
METHODEN: Über PubMed, CINAHL, ERIC, Airiti Library und Google Scholar wurden 28 englisch- und chinesischsprachige Studien (2010–2024) identifiziert. Boolesche Suchanfragen kombinierten Begriffe im Zusammenhang mit Gesundheitskompetenz, Patientenaufklärungsmaterialien und Informationsdesign. Die in Frage kommenden Studien wurden einer offenen Kodierung und thematischen Synthese unterzogen, die sich an Nutbeams dreistufigem Modell der Gesundheitskompetenz (funktional, interaktiv und kritisch) und kognitiven Lerntheorien (kognitive Belastung, multimediales Lernen und doppelte Kodierung) orientierte.
ERGEBNISSE: Die Patienten sahen sich häufig mit dichten Texten, medizinischer Fachsprache und einer schlechten Integration von Text und Bild konfrontiert. Durch thematisches Mapping wurden die Hindernisse mit den Bildungsniveaus abgeglichen, wodurch zwei Strategietabellen entstanden. Das vorgeschlagene „Boiling Water Model” (Modell des kochenden Wassers) beschreibt den Fortschritt von der Informationsbeschaffung bis zur Wertintegration und einen “Siedepunkt” der Erkenntnis, unterstützt durch reflektierende Aufforderungen, Risiko-Nutzen-Vergleiche und klärende Hilfsmittel. SCHLUSSFOLGERUNGEN Die Einbettung kognitiver Lernprinzipien in die Gestaltung von Broschüren kann den Fortschritt der Patienten hin zu kritischer Gesundheitskompetenz erleichtern. Ein theoriegeleiteter, nutzerzentrierter Ansatz, der eine einfache Sprache, interaktive Hinweise und reflektierende Elemente umfasst, kann Broschüren in dynamische Werkzeuge verwandeln, die das Verständnis verbessern und fundierte, wertorientierte Gesundheitsentscheidungen fördern.
Qualitätszertifizierungen in der andalusischen Primärversorgung: aktueller Stand, Hindernisse und fördernde Faktoren
Die Studie untersucht den Stand, die Hindernisse und die Erfolgsfaktoren von Qualitätszertifizierungen in der Primärversorgung in Andalusien (Spanien). Hintergrund ist, dass Qualitätsmanagement und Patientensicherheit international immer wichtiger werden und durch Rahmenwerke wie WHO, ISO 9001, JCI und EFQM unterstützt werden. In Andalusien spielt die Zertifizierung durch die Andalusische Agentur für Gesundheitsqualität (ACSA) eine zentrale Rolle. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie wurden Zertifizierungsprojekte von 346 Primärversorgungseinheiten zwischen 2003 und 2023 analysiert. Insgesamt wurden 633 Projekte zertifiziert, was etwa 80 % der potenziell zertifizierbaren Einheiten entspricht. Fast alle Projekte erreichten ein fortgeschrittenes Zertifizierungsniveau, jedoch nur wenige das optimale Niveau, und keine Einheit erreichte die höchste Zertifizierungsstufe. Als förderliche Faktoren wurden aktuelle Leitlinien, hohe Standarderfüllung bei der Erstbewertung, starke Führung, klare Rollenverteilung und Zusammenarbeit im Team identifiziert. Zu den wichtigsten Barrieren gehörten begrenzte Ressourcen und administrative Belastungen. Die Studie zeigt, dass das ACSA-Zertifizierungsmodell die Qualität in der Primärversorgung deutlich verbessert hat, jedoch weiterhin Herausforderungen hinsichtlich regionaler Unterschiede und Nachhaltigkeit bestehen. Zukünftige Maßnahmen sollten die identifizierten Hindernisse reduzieren, die Zusammenarbeit fördern und höhere Zertifizierungsstufen durch gezielte Schulungen und Unterstützung erleichtern.
Labor-Untersuchungen von geringem klinischem Wert in der Notaufnahme: Überprüfung der Verwendung von Urinmikrobiologie und -kulturen in einem großen regionalen Zentrum
Ein erheblicher Anteil der Mikroskopie, Kultur und Sensitivitäts-Tests von Urin-Proben wurde ohne klare Indikation angeordnet. Eine strengere Einhaltung der Leitlinien und eine stärkere Betonung der Analyseuntersuchungen könnten unnötige Tests reduzieren, die Gesundheitskosten senken und mögliche Schäden durch Überbehandlungen minimieren.
Buchempfehlung
Adaptive Transformation des Gesundheitswesens: Impulse für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung
Das Buch illustriert Möglichkeiten der Neugestaltung des Gesundheitswesens und ordnet diese. Neugestaltung basiert auf den Komponenten der kontinuierlichen Weiterentwicklung und insbesondere der Perspektive, vorhandene Strukturen und Prozesse ganzheitlich neu zu denken und auszugestalten. Dazu bedarf es Wissens, systematischer Vorgehensweisen und Mut. Alle diese Aspekte werden dargestellt: Wertvolle Managementelemente wie Leadership, Kultur und Partizipation aufzubauen und umzusetzen, die Potentiale der digitalen Transformation auszuschöpfen, den Nutzen jeglicher Interventionen zu verstehen, messbar auszugestalten und Weiterentwicklung und Neugestaltung daran zu orientieren, rechtliche und finanzielle Konstrukte sowie deren Asymmetrie zu kennen. Zusätzlich bedarf es des kontinuierlichen Appells, weshalb das Gesundheitswesen für Versicherte, Patientinnen und Patienten benötigt wird: für Versicherte, Patientinnen und Patienten. Deren Position, Rolle und Rechte müssen jedem Beteiligten bewusst sein, um die Versorgung darauf auszurichten.
Auch wenn wir bereits vieles zu Patientinnen und Patienten sowie Versorgungsstrukturen, -prozesse und Outcomes wissen, existiert weiterhin Unbekanntes, über das wir Wissen in Erfahrung bringen müssen, um Weiterentwicklung und Neugestaltung effektiv voranzutreiben. Alle diese Bereiche begleiten bereits einzelne Organisationen und werden in den nächsten Jahren noch mehr Gesundheitseinrichtungen betreffen. Das Buch richtet sich daher an alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die Veränderungen erkennen, umsetzen und evaluieren – und an Organisationen, die die Chancen der Transformation aktiv nutzen möchten.
Petzold, T.; Böhland, B. (Hrsg.) Softcover | 2026 | 407 Seiten | ISBN 978-3-662-71628-1
Risikomanagement in der Notaufnahme – Patienten intersektoral lenken und sicher versorgen
Notaufnahmen geraten durch den nicht planbaren Patientenzustrom und enorme Leistungsverdichtung zunehmend unter Druck. Dies begünstigt Fehler in der Patientenversorgung und erfordert daher systematischer und wirksamer Gegenmaßnahmen. Daraus ergibt sich der Ansatzpunkt des klinischen Risikomanagements: Organisationen zu befähigen, relevante Risiken der Patientenversorgung zu identifizieren, zu analysieren, zutreffend zu bewerten und effektiv zu bewältigen. In der 2. Auflage wurde das Werk u. a. um Ausführungen zum Umgang mit Personalengpässen, zur Lenkung von Patientenströmen sowie zur Ersteinschätzung ergänzt. Aktuelle Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen für Notaufnahmen wurden dabei berücksichtigt.
Strametz, R.; Bayeff-Filloff, M. (Hrsg.) Softcover | 2025 | 370 Seiten | ISBN 978-3-17-044079-1
CIRS-Fälle
Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:
InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem vdek
Fall 1: "Notfall in der Schwangerschaft wurde erst stark verspätet erkannt"
Fall 2: "Patient verwechselt: Beinahe falsches Medikament als Infusion erhalten"
Fall 3: "Gürtelrose verspätet erkannt"
Aus dem Netzwerk CIRS Berlin
Fall 1: "Rollstuhl und Antibiotika bei Entlassung nicht mitgegeben"
Fall 2: "Ohne weitere Versorgung entlassen"
Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0
"Kühlschrank für Blutkonserven versehentlich ausgeschaltet"
Aus der Normenschmiede
TRBA:2025-11 Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe; Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
ACSQHC (Australian Commission on Safety and Quality in Health Care) National guidelines for presentation of electronic discharge summaries Nationale Richtlinien für die Darstellung elektronischer Entlassungsberichte September 2025
Neue Leitlinien:
In Springer Medizinische Klinik 120 (2) supplement 2025-12 sind im open access zugängiglich:
S3-Leitlinie Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge – Update 2025
Behandlung und Begleitung von Erwachsenen am Lebensende auf der Intensivstation: Zentrale Aspekte zum Lebensende und zum Sterben
Behandlung und Begleitung von Erwachsenen am Lebensende auf der Intensivstation: Therapiemaßnahmen und Begleitung am Lebensende
S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter: Prävention, Diagnostik und Therapie: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
Wechsel im TC 304
Die Leitung des ISO TC 304 Health Care Organization Management wurde vom KATS (dem koreanischen Pendant des DIN) übernommen. Ende April ist die konstituierende Sitzung in Seoul. In der Hauptsache geht es um das „Smart Hospital“. Als Obmann des deutschen Spiegelgremiums wird Dr. Ulrich Paschen an der Sitzung teilnehmen.
Wiederaufnahme des NVL-Programms (aus dem Protokoll der AWMF-Sitzung am 2025-12.08)
Das ÄZQ (Ärztliches Zentrum für Qualitätssicherung wurde Ende 2024 geschlossen. Die neuen Schirmherrinnen des NVL-Programms (nicht mehr: Träger) sind BÄK, KBV, AWMF; operativ wird das NVL-Programm vom Fachbereich NVL-Programm des ZI in Kooperation mit AWMF-IMWi geführt. Das Team am ZI hat die Arbeit aufgenommen. Leiterin ist Peggy Prien
Neu ist ein Steuerungsausschuss, bestehend aus Vertretenden der wichtigsten am NVL-Programm beteiligten Fachgesellschaften mit der Aufgabe, das Programm zu priorisieren, den Methodenreport zwecks Verschlankung der Prozesse zu operationalisieren und ein „Mahnwesens“ gegen typische Verzögerungsgründe einzuführen. Einmal pro Jahr soll eine neue NVL-Version erscheinen; pro Aktualisierungszeitraum können dann nur wenige Themen bearbeitet werden. Der Relaunch der Website ist für 2026 geplant. Kontakt: nvl@zi.de; pprien@zi.de
Stellenangebote
Qualitätsmanagementbeauftragter, befristet auf 1,5 Jahre (m/w/d) mehr
Expert/Expertin Risikomanagement (m/w/d) mehr
Mitarbeiter (m/w/d) in der Qualitätssicherung mehr
Mitarbeiter (m/w/d) Qualitäts- und Risikomanagement, befristet auf 2 Jahre mehr
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