Neues aus der GQMG

  • Rückblick: GQMG-Summercamp 2025
  • Einblick in den GQMGimpuls – Neue Anforderungen durch die EU-SoHO-Verordnung
  • Einblick auf den GQMGimpuls zum Tag der Patientensicherheit
  • GQMGinteraktiv – Qualitätsmanagement weiterdenken
  • Vorstellung der AG Risikomanagement
  • GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
  • GQMG-Wissenssnack

Aktuelles

  • Einladung zur OnlineInfo-Veranstaltung zum Start des neuen QS-Verfahrens
  • Save the Date: European Patient Safety Conference 2025 in München!
  • Wie sicher ist Ihre OP-Versorgung? 
  • Swiss Network on Safe Procedures – Preview of the Platform
  • sQmh lädt zur Herbstveranstaltung ein! 
  • HRO-Award 2025 – Jetzt bewerben! 
  • Aus für den Klinikatlas 
  • Aufklärung und Einwilligung bei ambulant durchführbaren Operationen 
  • Erste Kopie der Krankenunterlagen kostenlos
  • Berufliches, Persönliches
  • Literaturübersicht 
  • Buchbesprechung
  • CIRS-Fälle
  • Aus der Normenschmiede
  • ZEFQ
  • Veranstaltungen und Seminare
  • Stellenangebote

Neues aus der GQMG

Rückblick: GQMG-Summercamp 2025

Vom 11.9 bis 13.9.2025 fand im Kloster Schmerlenbach bei Aschaffenburg das diesjährige GQMG-Summercamp statt. In der besonderen Atmosphäre des Tagungsortes kamen Qualitäts- und Risikomanager, Studierende, Einsteiger sowie erfahrene Fach- und Führungskräfte zusammen, um aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Neben den Vorträgen waren die Arbeitsgruppen der GQMG wieder ein wichtiger Bestandteil des Programms. Hier konnten bestehende Projekte weiterentwickelt und neue Themen initiiert werden. Gäste waren ausdrücklich willkommen und nutzten die Gelegenheit, sich einzubringen.

Was das GQMG-Summercamp auszeichnet, ist die Kombination aus fachlichem Input, persönlichem Austausch und den Netzwerken in einer offenen, kollegialen Atmosphäre. Die Teilnehmenden schätzen die Möglichkeit, aktuelle Fragen mit Experten und Neueinsteiger gleichermaßen zu diskutieren und neue Impulse direkt für ihre Praxis mitzunehmen.

Ein herzlicher Dank gilt der Moderatoren, dem Referenten und allen Teilnehmenden, die das Summercamp 2025 durch ihre Beiträge, Diskussionen und ihr Engagement bereichert haben. Schön, dass Sie dabei waren.

Das nächste GQMG-Summercamp findet im August 2026 erneut in Schmerlenbach statt.

Einblick in den GQMGimpuls – Neue Anforderungen durch die EU-SoHO-Verordnung – Was Krankenhäuser jetzt wissen müssen

Ein hochaktuelles Thema mit großem Praxisbezug: Die neue EU-SoHO-Verordnung bringt umfassende Änderungen für Krankenhäuser im Umgang mit Blut, Gewebe und Zellen.

Janina Hahnloser (BMG, Referat 113 „Blut, Blutprodukte, Sera, Impfstoffe und Gewebe“) stellte die für Krankenhäuser relevanten Inhalte der SoHO-Verordnung vor. Besonders wertvoll:

  • konkrete Beispiele für zu erwartende Änderungen in der deutschen Gesetzgebung
  • klare Fokussierung auf die praktische Umsetzung in den Kliniken
  • Einblicke in den aktuellen Stand des nationalen Umsetzungsverfahrens

Die anschließende Fragerunde machte deutlich, dass es großen Informations- und Austauschbedarf zu diesem Thema gibt und dass es ein Top-Thema für die Qualitätsmanagerinnen und -manager ist.

Mit Inkrafttreten der SoHO-Verordnung stehen die Krankenhäuser in Deutschland vor neuen Aufgaben. Die enge europäische Zusammenarbeit und die nationale Umsetzung werden entscheidend sein, um hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei Blut, Gewebe und Zellen weiterhin zu gewährleisten.

Ein informativer und praxisnaher Vortrag, der viele offene Fragen beantwortet und neue Denkanstöße gegeben hat. Vielen Dank an die Referentin Janina Hahnloser sowie an alle Teilnehmenden und die Moderation durch Jan Richter!

Einblick in den GQMGimpuls zum Tag der Patientensicherheit – Schutz für Babys, Kinder und vulnerable Patienten

Am 9. September fand unser GQMGimpuls zum Tag der Patientensicherheit statt – mit einem aktuellen Fokus auf den wirksamen Schutz vor Gewalt für die jüngsten und besonders schutzbedürftigen Patientinnen und Patienten. Insgesamt nahmen rund 30 Interessierte teil und bereicherten mit ihren Fragen die Diskussion.

  • PD Dr. Ulrike Hoffmann sprach darüber, warum medizinische Einrichtungen ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt benötigen. Sie zeigte, dass Gewalt in allen institutionellen Kontexten vorkommen kann und Schutzkonzepte durch die QM-Richtlinie verbindlich vorgeschrieben sind. Praxisbeispiele und Forschungsergebnisse illustrierten konkrete Präventionsmaßnahmen.

  • Sascha Künzel brachte praktische Perspektiven zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus ein. Die Maßnahmen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und die Bedeutung nachhaltiger, partizipativer Schutzkonzepte wurden ebenso hervorgehoben wie die personellen und fachlichen Ressourcen für eine erfolgreiche Umsetzung.

Die Veranstaltung wurde von Olga Platzer und Dr. med. Susanne Eberl moderiert.

Ein herzliches Dankeschön an alle Referenten, Moderatoren und Teilnehmer für die inspirierende Veranstaltung und die engagierten Fragen!
Wir freuen uns bereits auf unsere nächste Veranstaltung.

Das Handout zum GQMGimpuls ist auf unserer Website veröffentlicht.

GQMGinteraktiv – Qualitätsmanagement weiterdenken

Unter dem Titel „Qualitätsmanagement weiterdenken – Wie Sie Fachkräfte für Qualität gewinnen“ laden wir Sie herzlich zu unserer nächsten GQMGinteraktiv-Veranstaltung ein.

Der Erfolg im Qualitätsmanagement hängt entscheidend von den Menschen ab, die es gestalten. In diesem interaktiven Webinar erhalten Sie Impulse, wie Fachkräfte für diese verantwortungsvolle Aufgabe begeistert werden können. Gemeinsam denken wir das Rollenverständnis im QM weiter – praxisnah, strategisch und zukunftsorientiert.

Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Mitglieder der GQMG.
Aufgrund der interaktiven Kleingruppenarbeit ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

  • 19.11.2025
  • 17:00–19:00 Uhr
  • Referentinnen: Manuela Serena & Pauline Effenberger
  • Moderation: Dr. Heike Kahla-Witzsch

Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Vorstellung der AG Risikomanagement – Patientensicherheit im Fokus

Die Arbeitsgruppe Risikomanagement der GQMG wurde im November 2010 gegründet. Seither arbeitet sie kontinuierlich daran, praxisnahe Instrumente und Methoden für ein systematisches Risikomanagement in Gesundheitseinrichtungen zu entwickeln. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, sicher zu steuern und damit die Sicherheit von Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden nachhaltig zu verbessern.

Die AG verfolgt dabei mehrere Schwerpunkte: Sie leistet Beiträge zu einer sicheren und qualitativ hochwertigen Patientenversorgung, überträgt bewährte Elemente eines strukturierten Risikomanagements in die Praxis und fördert ein integratives Verständnis von Risikomanagement, das alle Bereiche des Gesundheitswesens einschließt.

In ihrer mehr als zehnjährigen Tätigkeit hat die AG eine Vielzahl von praxisorientierten Veröffentlichungen erarbeitet. Darunter verschiedene Arbeitshilfen, Leitfäden und Positionspapiere. Diese unterstützen Fachkräfte dabei, ein nachhaltiges Risikomanagement systematisch in ihren Organisationen zu verankern und weiterzuentwickeln.

Darüber hinaus bietet die AG ein aktives Netzwerk, das den Austausch von Wissen und Erfahrungen im Bereich Risiko- und Patientensicherheitsmanagement fördert. Interessierte Risikomanager und Risikomanagerinnen sowie im Qualitäts- und Risikomanagement Tätige oder Quereinsteiger mit Interesse sind herzlich eingeladen, sich an der Arbeit der AG Risikomanagement zu beteiligen.

GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online

Episode 39: Kann KI depressiv werden?

In dieser Episode des GQMG-Interviewpodcasts sprechen Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit PD Dr. Tobias Spiller, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich und Forschungsgruppenleiter am Zentrum für Psychiatrische Forschung der Universität Zürich, über ein hochaktuelles Thema: den Einsatz von KI und großen Sprachmodellen wie ChatGPT in der psychiatrischen Versorgung.

Episode 40: Effektive Transformation mit EFQM

Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold sprechen mit Michael Babilon-Teubenbacher, Vorstand der CPC Unternehmensmanagement AG, über das EFQM-Modell als Schlüssel zur nachhaltigen Leistungssteigerung von Organisationen. Das 2020 überarbeitete Modell fördert digitale Transformation, Adaptivität und eine Purpose-getriebene Ausrichtung.

Episode 41: Ethik und KI in der Neuroradiologie

Künstliche Intelligenz verändert die Medizin – aber wie bleibt Ethik dabei im Fokus? Philosophisch-ethische Aspekte der KI.

Im Gespräch mit Dr. Roman Wagner vom Deutschen Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften an der Universität Bonn haben Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold über die Herausforderungen und Chancen von KI in der Neuromedizin sprechen können.

Episode 42: Welttag der Patientensicherheit: In der Pädiatrie – Interdisziplinäre Teamarbeit

Welttag der Patientensicherheit: In der Pädiatrie – Interdisziplinäre Teamarbeit

Wie gelingt Patientensicherheit bei den Kleinsten? In der aktuellen Episode „Puls zur Transformation“ sprechen Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit Susanne Rohrbach und Dr. Dieter Klarmann von der Universitätsmedizin Frankfurt über die besonderen Herausforderungen und Lösungen in der Kinder- und Jugendmedizin.

GQMG-Wissenssnack

Risiken und Chancen

Finden Sie den Risiko-Begriff auch schwer verständlich? In der neuesten Revision ISO 9001:2025-09 DIS bleibt TC 176 bei der bekannten Formulierung:

Risiko ist die Auswirkung von Ungewissheit

Grund für die Verwirrung ist, dass wir im Deutschen mit „Risiko“ eine Gefahr oder ein Wagnis meinen. Im Englischen steht „risk“ für Wahrscheinlichkeit. Die Evidence-Based Medicine spricht dann vom Risiko, durch ein Arzneimittel von einer gegebenen Krankheit geheilt zu werden. Damit soll ausgedrückt werden, dass Wirksamkeit immer nur eine Wahrscheinlichkeit ist, nie Gewissheit.

Was mit „Auswirkung“ und „Ungewissheit“ gemeint ist, wird in den Anmerkungen 1 und 2 der Definition erläutert. Nach der Substitutionsregel lautet die unverkürzte Definition:

Risiko ist eine „positive oder negative Abweichung vom Erwarteten (für Auswirkung) im Zustand des völligen oder teilweisen Fehlens von Informationen im Hinblick auf das Verständnis eines Ereignisses oder das Wissen über ein Ereignis, seine Folgen oder seine Wahrscheinlichkeit (für Ungewissheit)“.

Oder mal umgangssprachlich:

Wenn man ein Ereignis erwartet, muss man mit der Wahrscheinlichkeit rechnen (Risiko), dass es zum Guten oder Schlechten anders kommt als gedacht, weil einem das Wissen zumindest teilweise fehlt, was sich da mit welcher Wahrscheinlichkeit ereignet, wie das Ereignis geartet ist und welche Folgen es haben wird.

Wie aber passt das zum Risikomanagement? Meistens gehen wir von bekannten und denkbaren (möglichen) unerwünschten Ereignissen und ihrer Wahrscheinlichkeit aus. Dafür beschreibt man das Risiko als Kombination aus Wahrscheinlichkeit und Folgen – (Anmerkungen 3 und 4), was dann das Risiko-Verständnis des Versicherers ist. Anmerkung 5 erinnert an den abweichenden Sprachgebrauch im Englischen und anderen Sprachen.

TC 176 hat das Problem berücksichtigt. In ISO 9001:2025-09 DIS wurde das Kapitel 6.1 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen aufgeteilt – in solche zu Risiken (6.1.2) und solche zu Chancen (6.1.3). In beiden Abschnitten werden einige Maßnahmen aufgeführt. Die Begriffsdefinition tritt zurück. Kurz: In der Planung der Prozesse soll mitbedacht werden, welche Gefahren drohen und was man verbessern kann.

In jedem Abschnitt warnt ein letzter Satz: „Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen müssen proportional zur möglichen Auswirkung auf die Konformität von Produkten und Dienstleistungen sein“.

Also nicht übertreiben!

Aktuelles

Einladung zur OnlineInfo-Veranstaltung zum Start des neuen QS-Verfahrens.

Am 1.1.2026 startet das neue Qualitätssicherungsverfahren „Diagnostik und Therapie der Sepsis“ (QS Sepsis) in den bundesweiten Regelbetrieb. Die LAG Bayern lädt Sie gemeinsam mit dem IQTIG und weiteren Landesarbeitsgemeinschaften herzlich zu einer Online-Informationsveranstaltung zum neuen Qualitätssicherungsverfahren „Diagnostik und Therapie der Sepsis“ (QS Sepsis) ein.

Das neue QS-Verfahren zielt darauf ab, die Versorgungsqualität der stationären Sepsisversorgung zu verbessern und die Sterblichkeit sowie neu auftretende Morbiditäten von Patientinnen und Patienten mit Sepsis zu reduzieren.

Die Online-Informationsveranstaltung findet am 11.11.2025 von 14:00 bis 16:45 Uhr statt.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 7.11.2025 unter dem unten genannten Link an.

Save the Date: European Patient Safety Conference 2025 in München!

Am 24.10.2025 lädt die European Patient Safety Foundation gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit und dem Universitätsklinikum München zur internationalen Patient Safety Conference ins Münchner Künstlerhaus ein!

Wie sicher ist Ihre OP-Versorgung? Jetzt das neue EU-Programm SAFEST nutzen!

Das EU-geförderte Projekt SAFEST bietet Krankenhäusern in Deutschland eine einzigartige Möglichkeit, ihre perioperativen Prozesse systematisch zu überprüfen, mit internationalen Benchmarks zu vergleichen und gezielte Verbesserungen umzusetzen. Ziel ist es, die Patientensicherheit im Operationsbereich nachhaltig zu stärken.

Swiss Network on Safe Procedures – Preview of the Platform

Am 22.10.2025 haben Interessierte die Gelegenheit, einen ersten Einblick in das Swiss Network on Safe Procedures zu erhalten – noch vor dem offiziellen Start der Plattform im Januar 2026.

Das Swiss Network on Safe Procedures ist eine interaktive Plattform für Fachpersonen aller Berufsgruppen und Tätigkeitsfelder der operativen, diagnostischen und interventionellen Disziplinen – für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ebenso wie für erfahrene Expertinnen und Experten in der ganzen Schweiz. Sie stellt Informationen zu sicherheitsrelevanten Themen bereit, ermöglicht den fachlichen Austausch über ein Diskussionsforum und einen Kompetenz-Pool und bietet Veranstaltungen zur Vernetzung und zum Wissensaustausch. Ziel ist es, Expertise zu bündeln, den interprofessionellen Dialog zu fördern und die Patientensicherheit in der Schweiz nachhaltig zu stärken.

In der virtuellen Veranstaltung werden die Funktionen der Plattform vorgestellt, erste Themenschwerpunkte – wie beispielsweise Checklisten – sowie geplante Inhalte und Veranstaltungen präsentiert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Fragen an die beteiligten Fachexpertinnen und Fachexperten zu richten.

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet über Microsoft Teams statt. Die Moderation erfolgt auf Deutsch, die Beiträge teils auf Deutsch, teils auf Französisch. Über die automatische Live-Untertitelung von MS Teams steht eine Übersetzungsfunktion in mehrere Sprachen zur Verfügung.

sQmh lädt zur Herbstveranstaltung ein!

Die Schweizerische Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (sQmh) lädt herzlich zur Herbstveranstaltung und zum Symposium 2025 ein.

Erfahrene Referenten aus Klinik, Wissenschaft und Praxis bringen ihre Expertise ein. Das Symposium findet am 12.11.2025 von 13:00 Uhr bis 17:30 Uhr im Volkshaus Zürich, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich, statt. Austausch bei Kaffee und Apéro ist inklusive und bietet eine ideale Gelegenheit zum Netzwerken, Diskutieren und Voneinander-Lernen. 

HRO-Award 2025 – Jetzt bewerben!

Die Gesundheitsstadt Berlin und die Ecclesia Gruppe zeichnen auch 2025 wieder Projekte aus, die nachweislich ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit in Diagnostik, Therapie und Pflege zeigen – mit besonderem Fokus auf Routineprozesse.

Aus für den Klinikatlas

Dem Herzensanliegen des früheren BM für Gesundheit Lauterbach droht das Aus. Wie die Medien melden, hat die neue Ministerin mit Wirkung vom 30. Juni 2025 die Projektgruppe Bundes-Klinik-Atlas aufgelöst. Begründet wird das mit zu hohen Kosten.

Zweifel an dem Projekt waren schon früh aufgekommen. Das Portal sollte umfassende Informationen über Angebote und geleistete Qualität der rund 1700 deutschen Kliniken übersichtlich darstellen, damit die Patienten die jeweils besten Versorger auswählen können. Lauterbach meinte, so einen Qualitätswettbewerb für mehr value-based Medicine befördern zu können. Bald traten massive Defizite beim Datenmaterial zutage. Das letzte Jahr hat nicht gereicht, um sie zu beheben. Übersichtlich und transparent war das von Anfang an nicht.

Man darf aber bezweifeln, ob Kostenerwägungen oder technisches Unvermögen nötig sind, um das Scheitern des Projektes anzukündigen. Kernübel ist das Trugbild vom kühl kalkulierenden Patienten, der sich für seine Behandlung aus dem Datenmaterial den Versorger erster Wahl herausklaubt, keine Reise scheut und am fernen Ort des Versorgers in absehbarer Zeit auch einen Termin erhält. Der Laie merkt sofort, dass weder die Daten noch die viertelherzige „Bewertung“ von als vertrauenswürdig verklärten Gütesiegeln für eine begründete Entscheidung taugen.

Für die Information zu den Krankenhäusern reichen die Angaben des Deutschen Krankenhausverzeichnisses aus. Die DKG hat mit dem Betrieb ihrer Internetseite jahrelange Erfahrung. DKG-Chef Gaß wird sicher ein offenes Ohr haben für Ergänzungen um anerkannte Zertifikate und besondere Leistungsbereiche. Zurecht darf er aber über die Idee lächeln, die Daten aus den vergangenen Jahren zu 25 (!) Leiteingriffen für Qualitätsindikatoren zu halten.

Aufklärung und Einwilligung bei ambulant durchführbaren Operationen

Die Erweiterung des AOP-Katalogs (Katalog ambulant durchführbarer Operationen nach § 115b Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V)) macht eine Anpassung von Aufklärung und Einwilligung bei der neuen Behandlungsoption nötig. Tendenziell sind die Risiken höher und der Gesamtablauf weniger annehmbar als bei stationärer Behandlung.

Immer kommt es auf den Zeitpunkt der Aufklärung an. Er sollte so gewählt werden, dass Patienten ihre Einwilligung wohlüberlegt treffen können. Mindestzeiten gibt es nicht. Patienten können sofort nach der Aufklärung einwilligen. Bei risikoreichen Eingriffen sollte mehr Zeit für die Willensbildung eingeräumt werden. Kriterien zur Bestimmung des richtigen Zeitpunkts sind Art und Schwere des Eingriffs, Eilbedürftigkeit und individuelle Umstände der Patienten. Die Aufklärung sollte vollständig und verständlich sein, einschließlich Diagnose, Behandlungsnotwendigkeit, Risiken und Alternativen. Das Aufklärungsgespräch muss inhaltlich mit individuellen Besonderheiten dokumentiert werden. Dafür können präfabrizierte Protokolle erstellt werden.

In geeigneten Fällen können Patienten auch telemedizinisch aufgeklärt werden und einwilligen. Rechtzeitigkeit, Vollständigkeit und Verständlichkeit müssen durch den Arzt sichergestellt werden.  Risiken durch die reduzierte postoperative Überwachung müssen erwähnt werden. Verhaltensregeln sollten angesprochen werden.

Erste Kopie der Krankenunterlagen kostenlos

Als im Patientengesetz den Patienten das Recht auf Einsicht in die eigenen Krankenunterlagen zugesichert wurde, bestanden Bedenkenträger darauf, dass die Kosten für Kopien vom Patienten getragen werden müssen. Viel Geld war das nie. Man hatte nur übersehen, dass jedermann nach dem Datenschutzgesetz kostenlose Einsicht in gesammelte Daten hat. Leider musste erst der Europäische Gerichtshof daran erinnern, dass dies auch für Patienten gilt (Urteil vom 26.Oktober 2023, Az. C-307/22). Eine Änderung des § 630g BGB: Einsichtnahme in die Patientenakte Absatz (2) ist unterwegs.

Berufliches, Persönliches

Neu im Team – Herzlich willkommen!

Mein Name ist Anne-Katrin Strasas und seit September bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der GQMG.

Aus meiner Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin, meiner Arbeit im Qualitäts- und Risikomanagement sowie meinem Studium bringe ich Erfahrung für die wissenschaftliche Arbeit bei der GQMG mit. Der fachliche Austausch mit Kollegen, Patienten und anderen Akteuren ist mir dabei schon immer wichtig gewesen. Insbesondere vor dem Hintergrund des immer höher werdenden Anspruchs an die Qualität in der Gesundheitsversorgung wird die Kommunikation und das Lernen voneinander immer wichtiger.

Ich bin wissbegierig, entwicklungsfreudig und kommunikativ. Ich bin gespannt auf die neuen Aufgaben, freue mich auf den Kontaktaustausch und auf die gute Zusammenarbeit!

Als neues Mitglied der GQMG begrüßen wir:

Nina Marx, Ressortleitung Qualitätsmanagement/ Geschäftsbereich Medizin, Knappschaft Kliniken GmbH

Literaturübersicht

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V. (2025):
Positionspapier: Was ist Versorgungsforschung?
Gesundheitswesen. DOI: 10.1055/a-2592-5998. August 2025.

Schneider K, Kondylis S, Keller J, Jacoby D, Paldi O (2025):
Evaluating the Accuracy of an AI System in Classifying Patient Safety Incidents: A Comparative Study with Hospital-Based Risk Manager Decisions, Achieving 90% Accuracy across Core Safety Pillars.
BMJ Open Quality. DOI: 10.1136/bmjoq-2025.

Elhassan H et al. (2025):
Kosten und gesundheitliche Outcomes in ökonomischen Evaluationen von personenzentrierter Pflege (PCC): Eine systematische Überprüfung.
VALUE HEALTH. 28(6): 852–865.
Schlussfolgerung: Obwohl die meisten Studien zu dem Ergebnis kamen, dass PCC kostengünstig oder kostensparend ist, sind diese Ergebnisse aufgrund erheblicher Unterschiede in den Studienmethoden und Patientenpopulationen nur begrenzt für die systemweite Entscheidungsfindung anwendbar.

Lages N, Scholl I, Quezada C, Hahlweg P, Zeh S, Dois A, Bravo P, Härter M (2025):
Wissenstransfer zur patientenzentrierten Versorgung durch die Einrichtung eines internationalen Netzwerks.
Das Gesundheitswesen. DOI: 10.1055/a-2673-6046. Angenommen 31.07.2025.

Schmiedhofer M, Blum K, Roesner H, Strametz R, Weigl M, Gambashidze N (2025):
Verbesserungsbedarfe des klinischen Risikomanagements in deutschen Krankenhäusern: eine Befragung von kRM-Beauftragten.
Gesundheitswesen. DOI: 10.1055/a-2615-9999.
Zur Datenlage empfiehlt sich die ergänzende Lektüre der Berichte zur KHaSiMiR 21 Krankenhausstudie zur Sicherheit durch Management innerklinischer Risiken 2021–22.

Buchbesprechung

Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2024):
Gewalt und Gewaltprävention im Krankenhaus.
Ein Leitfaden mit Handlungsempfehlungen und Praxistipps für Geschäftsführung und Führungskräfte. April 2024.

Leider ein hochaktuelles Thema – hier umfassend, klar und praxisnah dargestellt. Das Werk kann als Grundlage für eine SOP zur Gewaltprävention dienen.

 

CIRS-Fälle




Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:

InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem vdek

"Erhöhung der Sicherheit während der Geburt"

"Sichere Gesundheitsversorgung von Kindern"











Aus dem Netzwerk CIRS Berlin

"Doppelmedikation verabreicht"









Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0

"EK verworfen durch fehlenden zeitnahen intravenösen Zugang"






Aus der Normenschmiede

Bundesärztekammer, der Vorstand BÄK-Curriculum Peer Review in der Medizin (PRiM)

3. Auflage Beschlossen am 25.05.2025 beschlossen


DIN EN ISO 9001:2025-09 ­­– Entwurf

Qualitätsmanagementsysteme - Anforderungen (ISO/DIS 9001:2025); Deutsche und Englische Fassung EN ISO 9001:2025

Erscheinungsdatum 2025-08-22 Ausgabedatum 2025-09

Originalsprachen Deutsch, Englisch Seiten 110


DIN ISO 37001:2025-09 - Entwurf

Managementsysteme zur Korruptionsbekämpfung - Anforderungen mit Leitlinien zur Anwendung (ISO 37001:2025); Text Deutsch und Englisch

Dieses Dokument legt Anforderungen fest und gibt Leitlinien für den Aufbau, die Verwirklichung, Aufrechterhaltung, Überprüfung und Verbesserung eines Managementsystems zur Korruptionsbekämpfung. Das System kann eigenständig oder in ein übergreifendes Managementsystem integriert sein. Das zuständige nationale Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 175-00-01 AA "Governance und Compliance-Management" im DIN-Normenausschuss Organisationsprozesse (NAOrg).
Die beiden folgenden Normen gelten auch für Sterilgüter im Krankenhaus:


DIN EN 868-2:2025-09

Verpackungen für in der Endverpackung zu sterilisierende Medizinprodukte - Teil 2: Sterilisierverpackung - Anforderungen und Prüfverfahren; Deutsche Fassung EN 868-2:2025


DIN EN 868-3:2025-09

Verpackungen für in der Endverpackung zu sterilisierende Medizinprodukte - Teil 3: Papier zur Herstellung von Papierbeuteln (festgelegt in EN 868-4) und zur Herstellung von Klarsichtbeuteln und -schläuchen (festgelegt in EN 868-5) - Anforderungen und Prüfverfahren; Deutsche Fassung EN 868-3:2025

Deutsche Sepsis Gesellschaft (DSG) federführend

S3-Leitlinie Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge – Update 2025

Med Klin Intensivmed Notfmed angenommen: 26. Juli 2025

Der Innovationsausschuss des G-BA hat drei S3-Leitlinien gefördert und der AWMF zur Verwaltung übergeben.

S3-Leitlinie: Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen

Interprofessionelles, digitales Upgrade der DEGAM-S1-Handlungsempfehlungen Nackenschmerzen auf S3-Niveau

ZEFQ

Stellenangebote

Das IQTIG sucht zum 01.10.2025 in der Abteilung „Verfahrensgrundlagen“ eine Fachbereichsleitung Methodik (w/m/d) in Vollzeit/Teilzeit [mehr ...]