Neues aus der GQMG

  • Herzlichen Glückwunsch zum APS-Vorsitz
  • GQMG-Summercamp 2026
  • Einblick in den GQMGimpuls: Strahlenschutz in der Medizin
  • GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
  • GQMG-Wissenssnack

Aktuelles

  • IQTIG hat Zertifikat für ISO 9001 und ISO 27001 erhalten.
  • Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland
  • Gegen den Ärztemangel
  • Universitätsklinikum Leipzig (UKL) implementiert LAMPE
  • Berufliches, Persönliches
  • Journals
  • CIRS-Fälle
  • Aus der Normenschmiede
  • ZEFQ
  • Veranstaltungen und Seminare
  • Stellenangebote

Neues aus der GQMG

Herzlichen Glückwunsch zum APS-Vorsitz

Die bestmögliche und sichere Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten – dafür brennt unsere Vorsitzende Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg. Mit ihrem großen Erfahrungsschatz und ausgeprägten Fachkompetenzen stellte sie sich zur Wahl als Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V.

Bei der Wahl des neuen geschäftsführenden Vorstandes, die am 17. April 2026 in Berlin stattfand, wurde ein wichtiger Schritt für die zukünftige Ausrichtung des Netzwerks gesetzt.

Wir von der Geschäftsstelle der GQMG gratulieren unserer Vorsitzenden herzlich zu ihrer neuen Position und wünschen ihr viel Erfolg und Kraft für die kommenden Aufgaben!

GQMG-Summercamp 2026: Anmeldungen ab sofort möglich

Auch 2026 lädt die GQMG wieder zum Summercamp ein – einem bewährten Format für den fachlichen Austausch zu aktuellen Themen der Gesundheitspolitik, Versorgungsqualität, Patientensicherheit und des Risikomanagements. Freuen Sie sich auf praxisnahe Impulse, spannende Workshops, neue Perspektiven und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen.

In den Arbeitsgruppen wird gemeinsam intensiv gearbeitet. Zugleich bleibt ausreichend Zeit für anregende Gespräche, neue Ideen und den persönlichen Austausch. Ergänzt wird das Programm durch optionale sportliche Angebote, die für einen gelungenen Ausgleich sorgen.

Das Summercamp findet vom 20. bis 22. August 2026 im Kloster Schmerlenbach nahe Aschaffenburg statt. Der Frühbucherrabatt gilt bis zum 3. Juli 2026, Anmeldungen sind bis zum 13. August 2026 möglich. Die Plätze sind begrenzt, daher wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen.

Einblick in den GQMGimpuls: Strahlenschutz in der Medizin – Rollen und Aufgaben der Ärztlichen Stellen und Aufsichtsbehörden

Am 14. April 2026 nahmen rund 20 Teilnehmende an unserem GQMGimpuls teil und bereicherten die Veranstaltung durch einen aktiven fachlichen Austausch.

Dr. Jürgen Westhof (Dipl.-Phys.), Fachzentrum für Produktsicherheit und Gefahrstoffe, Regierungspräsidium Kassel, gab einen fundierten Überblick über die Qualitätssicherung im medizinischen Strahlenschutz. Im Fokus standen die gesetzlichen Grundlagen sowie zentrale Elemente der Qualitätssicherung, wie Abnahme- und Konstanzprüfungen zur Sicherstellung einer hohen Bildqualität bei möglichst geringer Strahlenexposition.

Darüber hinaus erläuterte er die unterschiedlichen Rollen und Aufgaben der Aufsichtsbehörden sowie der Ärztlichen Stellen. Während die Behörden insbesondere für Genehmigungsverfahren, Aufsicht und mögliche Maßnahmen bei Verstößen verantwortlich sind, liegt der Schwerpunkt der Ärztlichen Stellen auf der Überprüfung der rechtfertigenden Indikation, der Bildqualität sowie der Einhaltung diagnostischer Referenzwerte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Bedeutung klar definierter Qualitätsstandards und strukturierter Prozesse im Strahlenschutz, um sowohl Patientensicherheit als auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben nachhaltig zu gewährleisten.

Die Moderation übernahm Dr. Thomas Groß (Uniklinik Köln).

In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere die praktische Umsetzung der Anforderungen im klinischen Alltag sowie die Zusammenarbeit zwischen medizinischen Einrichtungen und Aufsichtsbehörden thematisiert.

Ein herzliches Dankeschön an den Referenten, den Moderator und alle Teilnehmenden für die informative Veranstaltung und den fachlichen Austausch!

Das Handout zum GQMGimpuls steht für Mitglieder auf unserer Webseite zum Download zur Verfügung.

GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online

Episode 55: Psychische Gesundheit in Zeiten von KI

Im aktuellen „Puls der Transformation“-Podcast spricht PD Dr. Alexander Bäuerle, leitender Psychologe und Bereichsleiter für klinische Forschung, digitale Gesundheit und Digitalisierung am LVR-Universitätsklinikum Essen, mit Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold über den Einsatz von KI-Chatbots in der psychischen Versorgung – mit einem sehr differenzierten Blick auf Chancen und Risiken.

Episode 56: SiMed - Sichere Medikation durch KI

Im aktuellen Gespräch bei „Puls der Transformation“ sprechen Univ.-Prof. Dr. Gerald Sendlhofer und Nikolas Hava mit Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold über „SiMed – sichere Medikation mit Unterstützung künstlicher Intelligenz“, das soeben mit dem Qualitätsteam-Award 2026 von Quality Austria ausgezeichnet wurde.

GQMG-Wissenssnack

Präqualifizierung

Die Präqualifizierung von Hilfsmittelherstellern ist eine vorwettbewerbliche Eignungsprüfung (deswegen „prä-“). Sie löste 2011 die bis dahin gültige „Kassenzulassung“ für Leistungsanbieter ab. Sie gilt heute für alle Unternehmen verpflichtend, die Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen schließen und abrechnen wollen.

Präqualifizierung ist keine vorgeschaltete bürokratische Hürde. Andersherum: Während früher die Kasse den Hersteller prüfte, weisen die Hersteller von Hilfsmitteln heute selbst nach, dass sie für eine ausreichende, zweckmäßige und funktionsgerechte Herstellung, Abgabe und Anpassung von Hilfsmitteln geeignet sind. Dafür hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen einen Katalog an Kriterien für sachliche, fachliche, räumliche und organisatorische Voraussetzungen erstellt. Nur wer den Nachweis erbringt, erhält die Kosten für Hilfsmittel erstattet. Nur solche Hersteller treten dann miteinander in den Wettbewerb.  

Und weil es dabei um viel Geld geht, wird der Nachweis von einem unabhängigen Dritten geprüft. Dieser Zeuge muss selbst bei der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) als Zertifizierungsstelle nach DIN EN ISO 17065:2013 akkreditiert sein. Der Hersteller erhält mit dem Zertifikat kein buntes Marketing-Siegel, sondern einen Pass für den Marktzugang.

Wer die Präqualifizierung als „überbordende Bürokratie“ denunziert, verkennt, dass weltweit in 70 % der Länder die Regulierungssysteme nur unzureichend oder schwach sind. Zum Nachteil der Menschen in diesen Ländern werden Medikamente und Impfstoffe nicht effektiv überwacht. Die Situation ist bei anderen Gesundheitsprodukten wie Diagnosetests, medizinischen Geräten und Hilfsmitteln noch besorgniserregender, schreibt die WHO. Ohne angemessene Qualitätsinfrastruktur gibt es keine gute Medizin!

Aktuelles

IQTIG hat Zertifikat für ISO 9001 und ISO 27001 erhalten.

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat seine Strukturen, Prozesse und Steuerungsmechanismen normgerecht aufgebaut und sich das Ergebnis bestätigen lassen. Seine Arbeitsabläufe sind klar strukturiert, transparent gesteuert und richten sich an den Normen aus.

Die Zertifizierung nach ISO 27001 belegt, dass das Institut die Anforderungen der Norm an das Informationssicherheitsmanagementsystem erfüllt und, dass Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen systematisch geschützt und kontinuierlich verbessert werden. Das IQTIG arbeitet vor allem im Auftrag des G-BA, kann aber auch vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beauftragt werden.

Wir gratulieren.

Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland

Das Bundesministerium für Gesundheit hat den Aktionsplan 2026−2029 zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland fortgeschrieben.

Der Aktionsplan AMTS bezieht sich auf die Sicherheit des gesamten Medikationsprozesses. Dieser umfasst als Kernschritte die Verschreibung, die Abgabe der Arzneimittel, die Anwendung durch die Patientinnen und Patienten und deren An- bzw. Zugehörige oder Pflegefachpersonen sowie die regelmäßige Überwachung und ggf. Anpassung der Therapie. Ziel ist es, fehleranfällige Schritte im Prozess zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zu vermeiden. Dadurch soll der gesamte Medikationsprozess verbessert und die Anzahl der vermeidbaren und unbeabsichtigten Medikationsfehler reduziert werden.

Gegen den Ärztemangel

Asklepios und MSH schaffen zusätzliche Medizinstudienplätze in Hamburg

Die Asklepios Kliniken Gruppe und die MSH Medical School Hamburg ~- University of Applied Sciences and Medical University (MSH) bündeln ihre Kräfte, um dem steigenden Bedarf an qualifizierten Mediziner:innen mit einer groß angelegten Ausbildungsoffensive zu begegnen. Durch eine neue strategische Partnerschaft entstehen in der Hansestadt in den kommenden Jahren zusätzlich ca. 75 Studienplätze für angehende Ärztinnen und Ärzte pro Semester - eine signifikante Stärkung der Ausbildungskapazitäten.

Universitätsklinikum Leipzig (UKL) implementiert LAMPE

Das UKL setzt mit dieser ersten Eigenentwicklung eines KI - gestützten Medizinproduktes einen weiteren wichtigen Bestandteil der aktuellen Digitalisierungsstrategie um. LAMPE ist ein Clinical Decision Support System (CDSS) und unterstützt Ärzt:innen bei Diagnose - und Therapieentscheidungen. Es erfüllt die Anforderungen der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR). Im Unterschied zu generativen KI - Anwendungen ist LAMPE ein evidenzbasiertes, klinisch validiertes System, das direkt in Behandlungsprozesse eingebunden ist und konkrete medizinische Entscheidungen im Klinikalltag durch Datenauswertungen in Echtzeit unterstützt. LAMPE steht für "Leipziger Analyse - und Meldesystem für Patientensicherheit in Echtzeit".

Berufliches, Persönliches

Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle der GQMG

Seit April verstärkt Narine Muradyan als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Geschäftsstelle der GQMG. Wir freuen uns sehr, sie im Team begrüßen zu dürfen.

Nach dem ersten Staatsexamen in Medizin in Armenien führte ihr Weg nach Deutschland, wo sie sich für eine Weiterentwicklung im Bereich Betriebswirtschaft und Qualitätsmanagement entschieden hat. Mit großem Engagement qualifizierte sie sich zur Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB) sowie zur externen Auditorin.

Berufliche Erfahrungen sammelte sie unter anderem als Qualitätsmanagement-Koordinatorin in einer großen Rehabilitationsklinik sowie als Integrationsbeauftragte für ausländische Pflegekräfte. Aktuell ist sie als Qualitätsmanagementreferentin in einem regionalen Krankenhaus tätig.

In ihrer neuen Funktion unterstützt sie die GQMG-Geschäftsstelle und möchte ihre Erfahrungen einbringen, neue Impulse setzen und die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements in der Gesundheitsversorgung mitgestalten.

Wir heißen Frau Muradyan herzlich willkommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Journals

Einwilligung zur Intensivtherapie: Übereinstimmung von Angehörigen und Patientenmeinung

Die Einschätzung des Patientenwillens durch die Angehörigen stimmen in 82,1 % mit dem tatsächlichen Willen der Patienten überein. Abgelehnt werden Entscheidungen in 1,0 – 8,6 % gegen den Wunsch des Patienten. Angehörige vermuten die Akzeptanz entgegen Patientenwunsch. Fehleinschätzungen bergeb immer das Risiko, Therapie gegen den Patientenwunsch zu planen. Klare Aussagen zwischen Patienten und Angehörigen und vorsorgliche Abfrage durch das Personal können Unsicherheiten zur Einwilligung in die Intensivtherapie verringern.

Dtsch Arztebl Int 202512217783DOI10.3238/arztebl.m2025.0242. Page 2. 178. Deutsches Ärzteblatt | Jg. 123 | Heft 7 | 3. April 2026.

Wie barrierefrei sind deutsche Krankenhäuser?

Eine Sekundärdatenanalyse der Strukturierten Qualitätsberichte 2019 ergab: In ihren Qualitätsberichten geben die Krankenhäuser nur für im Mittel 27 von 40 abgefragten Kriterien Barrierefreiheit an. Auf Sinnes- und geistige Behinderungen wird weniger eingegangen als auf körperliche Beeinträchtigungen. Viele Krankenhäuser sind weder barrierefrei zugänglich noch bieten sie barrierefreie Kommunikationssysteme Die selbstberichtete Barrierefreiheit weicht von den modernen Standards für eine patientenorientierte Gesundheitsversorgung deutlich ab.

Es bleibt noch einiges zu tun.

R. Hocher, A. Hollederer Das Gesundheitswesen Ausgabe 3   DOI: 10.1055/a-2761-2117

Gut publizieren in der Anästhesiologie: Qualitätsstandards und der Umgang mit Predatory Journal

Dies betrifft nicht nur die Anästhesisten: über die letzten Jahre hat sich das Open-Access-Modell für Publikationen etabliert, bei dem Autor*innen Article Processing Charges (APC) zahlen und damit Veröffentlichungen für alle frei verfügbar machen. Gleichzeitig gibt es unter den Open-Access-Zeitschriften vermehrt sogenante Predatory Journals, die sich nicht an die Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis halten. Die Vor- und Nachteile werden diskutiert und Empfehlungen für eine Gute Publikationspraxis werden gegeben.

Theresa Tenge et al. Anaesthesiologie 2026 75:256-62 DOI /10.1007/s00101-026-01656-4

Untersuchung der Annehmbarkeit des Gebärmutterhalsscreenings und der Selbstprobenentnahme bei postnatalen Frauen bei der 6-wöchigen postnatalen Check-up: Eine qualitative Studie

Dies ist die erste Studie, die qualitative Interviewmethoden verwendet, um die Ansichten von Frauen über das Angebot eines Gebärmutterhalsscreenings zusammen mit der postnatalen Untersuchung zu untersuchen. Die Ergebnisse stützen die Machbarkeit einer klinischen Studie zur Überprüfung der Genauigkeit und Wirkung auf die Wahrnehmung des Zervixscreenings bei der postnatalen Untersuchung, obwohl anerkannt wird, dass dies für manche zu früh sein könnte. Dies sollte in zukünftigen Machbarkeitsstudien berücksichtigt werden, die auch die gleichzeitige Bewertung der Annehmbarkeit einschließen.

Insulin: Unterstützung der sicheren Verabreichung in stationären Einrichtungen

Dieser Bericht behandelt die sichere Verabreichung von Insulin an Menschen mit bekanntem Diabetes mellitus, die während des Krankenhausaufenthaltes gefährdet sein könnten. Außerdem wurde eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt, die Risiken für die Patientensicherheit für Patienten mit Diabetes außerhalb des Krankenhauses untersuchen, die sich Insulin selbst verabreichen und aufgrund ihrer Umstände einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein könnten.

Health Services Safety Investigations Body 2026-03-26

Auswirkungen der Kundenzufriedenheit auf die Umsetzung von ISO 9001:2015 in einem chemischen Labor unter Verwendung des SERVQUAL-Modells

Servicequalität wirkt auf die Wettbewerbsfähigkeit analytischer Labore. Untersucht wurde die Auswirkung der Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) gemäß ISO 9001:2015 auf die Kundenzufriedenheit in einem chemischen Analyselabor in Lima. Die Kundenzufriedenheit wurde monatlich mit einem Fragebogen gemessen, der vom SERVQUAL-Modell adaptiert wurde. Die Analyse umfasste beschreibende Statistiken. Die Ergebnisse zeigten statistisch signifikante und bedeutsame Verbesserungen in allen SERVQUAL-Dimensionen, mit den größten Zuwächsen bei Glaubwürdigkeit (50 % bis 85 %) und Servicepersonalisierung (45 % bis 80 %). Die Gesamtzufriedenheit stieg von 46 auf 97 %. Die Dokumentencompliance stieg von 33 auf 98 %, und die monatlichen Beschwerden gingen während des Studienzeitraums deutlich zurück. Diese Ergebnisse zeigen, dass die systematische Messung der Kundenzufriedenheit und Konformität mit Anforderungen an das Qualitätsmanagement, die wahrgenommene Servicequalität in chemischen Laboren effektiv verbessert.

Montes-Bujaico, S., et al. Accred Qual Assur 31, 159–168 (2026).

Verpasste Chancen zur Vorbeugung von Wundinfektionen (WI) nach OP

Die Gesamthäufigkeit von Nicht-Adhärenz bei mindestens einer der Leitlinienempfehlungen zur Antibiotikapropohylaxe betrug 26 %.

Bei einzelnen Forderungen betrug die Nichtadhärenz bei der Antibiotikawahl 13 %, bei der gewichtsangepassten Dosierung 9 %,  bei der Nachdosierung 5 % und beim dem Zeitpunkt des OP-Beginns 3 %.

Die Inzidenz von WI betrug 4,4 %.

Die Nicht-Einhaltung von Empfehlungen der Richtlinien war mit einer erhöhten Inzidenz von WI (relatives Risiko, 1,3) belastet. Nicht-Therapietreue bei der Antibiotikawahl (relatives Risiko, 1,4) und  die  Nachdosierung von Antibiotika (relatives Risiko, 1,1) waren jeweils mit einem erhöhten WI-Risiko assoziiert.

Weitere signifikante Risikofaktoren für WI waren Notfalloperationen, Operationen außerhalb der regulären Arbeitszeiten, längere Operationen, perioperative Hyperglykämie und ein höherer perioperativer Risikowert.

A Bardia et al. JAMA Netw Open. 2026; 9(2):e2559349. DOI 10.1001/jamanetworkopen.2025.59349

Berichte in der Radiologie in Zeiten der künstlichen Intelligenz: Auswirkungen auf die Patientensicherheit

Radiologische Berichterstattung ist ein zentraler Bestandteil der klinischen Entscheidungsfindung und ein patientensicherheitskritisches System. Radiologieberichte informieren über die Diagnose, leiten therapeutische Entscheidungen und prägen die interdisziplinäre Kommunikation; Defizite bei der Dokumentation, Struktur oder Kommunikation bildgebender Befunde haben daher direkte nachgelagerte Folgen für die Patientenversorgung.

Trotz dieser zentralen Rolle bleibt die radiologische Berichterstattung anfällig für Sicherheitsrisiken. Variabilität in der Berichtsstruktur, inkonsistente Terminologie, Auslassungen relevanter Ergebnisse und mehrdeutige Sprache können die Interpretation beeinträchtigen und die Wahrscheinlichkeit von diagnostischen Missverständnissen oder verzögertem Handeln erhöhen. Unstrukturierte oder inkonsistent strukturierte Berichte tragen zu Kommunikationsfehlern und erschweren die klinische Entscheidungsfindung bei kritischen Fragen.

I Toker et al. BMJ Qual Saf Epub ahead of print: doi:10.1136/bmjqs-2025-018928

CIRS-Fälle




Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:

InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem vdek









Aus dem Netzwerk CIRS Berlin








Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0

"Fehldosierung - Unterscheidung Tropfen / Milliliter im Medikamentenprogramm (Bericht aus CIRS-NRW)"






Juristisches, Regulatorisches

Kritis-Dachgesetz

Der Bundestag hat den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022 / 2557 und zur Stärkung der Resilienz kritischer Anlagen“ (Kritis-Dachgesetz, 21/2510, 21/3855) in der vom Innenausschuss geänderten Fassung (21/3906) angenommen.

Mit dem Gesetz werden neue Vorgaben für die Betreiber von Einrichtungen der kritischen Infrastruktur eingeführt. Dazu gehören Kliniken ebenso wie beispielsweise Betriebe der Energie- und Wasserversorgung, Transport, Finanzwesen sowie IT und Telekommunikation.

Mit den verabschiedeten Vorgaben werden die Rahmenbedingungen für die Erhöhung der Resilienz kritischer Anlagen in Deutschland formuliert. Das neue Gesetz formuliert erstmals sektorenübergreifende Ziele für die Betreiber wie die Verhinderung von Störungen und Ausfällen, die Begrenzung von deren Folgen und die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nach einem Vorfall.

Betreiber werden verpflichtet, die Risiken für die physische Resilienz ihrer Anlagen zu bewerten und Maßnahmen für deren Schutz vorzusehen. Auch ein Meldewesen wird eingeführt, um frühzeitig auf eventuelle Bedrohungen reagieren zu können.

Aus der Normenschmiede

Das International Accreditation Forum (IAF) und die International Laboratory Accreditation Cooperation (ILAC) haben sich mit Wirkung zum 1. Januar 2026 zur Global Accreditation Cooperation Incorporated (Global ACI) zusammengeschlossen

Die Global ACI  ist die internationale Autorität für die Akkreditierung von Laboren, Zertifizierungsstellen, Inspektionsstellen, Anbietern von Kompetenzprüfungen, Validierungs- und Verifikationsstellen, Referenzmaterialproduzenten und Biobanken. Zu ihren Mitgliedern gehören Akkreditierungsstellen, regionale Kooperationsorganisationen und Interessengruppen aus aller Welt.

Die Global ACI wird die gegenseitige Anerkennung der Akkreditierungen und Zertifizierungen (Mutual Recognition Arrangements (MRA)) vorangetrieben, um die Kompetenz, Unparteilichkeit und Zuverlässigkeit bei der Konformitätsbewertung weltweit zu gewährleisten. Sie trägt dazu bei, sicherere Gesellschaften, stärkere Volkswirtschaften und eine nachhaltigere Welt zu schaffen. Deutschland ist noch nicht Mitglied.

DIN ISO 11799:2026-04 - Entwurf

Information und Dokumentation - Anforderungen an die Aufbewahrung von Archiv- und Bibliotheksgut (ISO 11799:2024); 
Erscheinungsdatum 2026-03-13 Ausgabedatum 2026-04
Originalsprachen Deutsch, Englisch
Seiten 103

Dieses Dokument definiert die Anforderungen an Magazingebäude oder Lagerstätten für die Langzeitaufbewahrung von Archiv- und Bibliotheksgut. Es bezieht sich auf die Lage, Bauweise und Renovierung eines Magazingebäudes oder Lagerstätte sowie auf die erforderlichen Installationen und Ausstattung, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gebäudes benötigt werden. Dieses Dokument gilt für sämtliche Arten von Archiv- und Bibliotheksgut in Magazingebäuden oder Lagerstätten, in denen Medien verschiedener Art zusammen mit papierbasierten Materialien aufbewahrt werden können. Dies schließt nicht die Einrichtung getrennter Bereiche oder Abteilungen innerhalb einzelner Magazine aus, in denen die Umgebung so beeinflusst werden kann, dass geeignete Bedingungen nach den Erfordernissen bestimmter Archivmaterialien geschaffen werden können. Das zuständige nationale Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 009-00-14 AA "Bestandserhaltung in Archiven und Bibliotheken" im DIN-Normenausschuss Information und Dokumentation (NID).

Richtlinie zur Qualitätssicherung der hebammengeleiteten Betreuung in Kreißsälen (QHKS-RL):

Erstfassung Beschlussdatum: 19.03.2026
Der G-BA schafft mit seiner neuen Richtlinie erstmals einen verbindlichen bundesweiten Rahmen für die Qualitätssicherung hebammengeleiteter Geburten im Krankenhaus. Das Gremium bestimmt Mindestregeln für die Organisation, die Abläufe und das Personal. Es legt die Bedingungen für das Angebot der Klinken fest. Die Regelung richtet sich an Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft, bei denen ein natürlicher Geburtsverlauf zu erwarten ist und deren Kind voraussichtlich gesund zur Welt kommt. Zentrales Merkmal ist die kontinuierliche Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme ab Beginn der Eröffnungsphase.
Die Kliniken müssen bei Bedarf jederzeit ärztliche Expertise einbinden können.

Empfehlungen der DGIIN und DGINA zur Struktur und personellen Ausstattung integrierter Notfallzentren Leitlinien und Empfehlungen

08 January 2026 Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin Volume 121, Seiten 169–183, (2026)

Die Leitlinien zielen ab eine sektorenübergreifende Steuerung von Patient*innen unter Einbindung der Notaufnahme als stationärem Bereich und der ambulant-vertragsärztlichen Notdienstpraxis. Die Deutsche Gesellschaft für internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN) und DGINA legen mit dieser Empfehlung ein Konzept für Struktur, Personal und Qualitätssicherung von INZ vor.

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