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Juli 2026
Neues aus der GQMG
- Save the Date - GQMG-Mitgliederversammlung 2026
- Neue Arbeitsgruppe der GQMG ab Juli 2026
- Einblick in das GQMGaktuell zum gesetzlichen Qualitätsbericht 2025
- Einblick in den GQMGimpuls: Die neuen Inhalte der DIN EN ISO 9001
- GQMGimpuls: Neue Anforderungen an das Krisenrisikomanagement
- GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
- GQMG-Wissenssnack
Aktuelles
- Welttag der Patientensicherheit am 17.09.2026
- Sepsis erkennen. Schnell handeln. Leben retten.
- HRO-Award 2026
- Krankenhausreform: Sektorenübergreifende Versorgung
- Live-Webinar: Altersmedizin – Gesundheitsversorgung 65+
- Neues Forschungsinstitut stärkt die Patientensicherheit
- Grüne fordern Reform des Patientenrechtegesetzes
- Ist der Klimawandel ein relevantes Thema für Krankenhäuser?
- Buchempfehlung
- Journal Club
- CIRS-Fälle
- Aus der Normenschmiede
- ZEFQ
- Veranstaltungen und Seminare
- Stellenangebote
- Impressum
Neues aus der GQMG
Save the Date - GQMG-Mitgliederversammlung 2026
Der Vorstand lädt alle Mitglieder herzlich ein, am Freitag, den 25. September 2026 von 15:00 bis 17:00 Uhr an der digitalen 35. Mitgliederversammlung der GQMG teilzunehmen.
Die offizielle Einladung mit weiteren Details wird fristgerecht versendet.
Wie gewohnt gibt es Einblicke in die aktuelle Vorstandsarbeit sowie Berichte aus den Arbeitsgruppen, einschließlich der Präsentation neu entwickelter Arbeitshilfen.
Neue Arbeitsgruppe der GQMG ab Juli 2026: AG Qualitätskompass
Qualitätsmanagement lebt von guten Ideen – aber vor allem von praxisnahen Lösungen, verständlichen Grundlagen und dem Austausch mit anderen.
Genau hier setzt unsere neue AG Qualitätskompass der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) an.
Unser Ziel ist es, insbesondere den Einstieg ins Qualitätsmanagement zu erleichtern und QM verständlich, praxisnah und alltagstauglich zu vermitteln.
Was möchten wir gemeinsam erreichen? - Orientierung für den Einstieg ins Qualitätsmanagement geben
- Grundlagen verständlich und praxisnah vermitteln
- Zeigen, wie QM erfolgreich in den Arbeitsalltag integriert werden kann
- Wissen und Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen
- Gemeinsam moderne Ideen entwickeln, um Qualitätsmanagement zeitgemäß zu vermitteln
- Prozesse so gestalten, dass sie den Arbeitsalltag tatsächlich entlasten
Mitmachen ausdrücklich erwünscht!
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Dann freuen sich die Sprecherinnen der AG über eine kurze E-Mail an info@gqmg.de und heißen Sie herzlich willkommen.
Einblick in das GQMGaktuell zum gesetzlichen Qualitätsbericht 2025 – Änderungen und Tipps für die Praxis
Auf dem Treffen GQMGaktuell informierte Katrin Stapenhorst am 28. August vor knapp 40 Teilnehmern über die Änderungen der Richtlinie zum gesetzlichen Qualitätsbericht für das Berichtsjahr 2025.
Nach einer Übersicht erläuterte sie den zeitlichen Ablauf in der Erstellungsphase: wer soll zu welchem Zeitpunkt Daten zur Verfügung stellen, sie zusammenführen, Korrektur lesen und schließlich den Bericht hochladen. Sie gab abschließend praktische Tipps zur Abstimmung zwischen den Berufsgruppen und Abteilungen und zur Bedeutung der Daten, die in vielfältiger Weise von/für verschiedene Personenkreise genutzt werden.
Die Vortragsfolien stehen ab sofort im geschützten Mitgliederbereich der GQMG-Website zum Download bereit.
Einblick in den GQMGimpuls: Die neuen Inhalte der DIN EN ISO 9001 – anhand von praktischen Beispielen
Am 14. Juli 2026 wurde im GQMGImpuls ein Überblick über die bevorstehenden Änderungen der DIN EN ISO 9001 gegeben. Besonders diskutiert wurde, wie die Weiterentwicklung der Norm für das Qualitätsmanagement in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung praxisnah umgesetzt werden kann.
Die Referentinnen Sabine Katzenbogner und Hannelore Josuks hoben mit konkreten Beispielen die Bedeutung der teilweise neuen Anforderungen für den Alltag in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen hervor.
Die Revision 2026 enthält keine grundsätzliche Neuausrichtung. An einigen Stellen werden Begriffe präzisiert, Formulierungen umgestellt und die Übersetzung korrigiert. Schon im Vorlauf auf die Revision war die Frage nach der Relevanz für den Klimawandel hervorgehoben worden. Einrichtungen der Gesundheitsversorgung müssen künftig darlegen, wie ihr Qualitätsmanagementsystem (QMS) Ressourcenverbrauch und Anpassung an Klimaveränderungen berücksichtigt. Die Ergänzungen waren schon 2024 eingeführt worden. - Neu sind Anforderungen an Ethik, Integrität und Qualitätskultur. Die Norm legt nun Wert auf werteorientierte Unternehmensführung und eine gelebte Qualitätskultur. Interessant wird sein, wie diese Forderungen ausgestaltet werden.
- Im Abschnitt 6 wurden die Verschachtelungen zum Risiko‑ und Chancenmanagement entwirrt. Nun sollen Risiko und Chancen parallel bedacht werden.
- Besonders gewissenhaft müssen Funktionen des Personals bewertet werden, die durch neu aufkommende Technologien statt Personen beeinflusst werden.
Das Fazit des Impulses: Die Weiterentwicklung von DIN EN ISO 9001 bringt nicht mehr Dokumentationsaufwand, sondern eine stärkere Verbindung von Kontext der Organisation mit der Strategie, dem Qualität-, Chancen- und Risikomanagement sowie der Qualitätskultur. Bestehende Instrumente werden sinnvoller genutzt und Weiterentwicklungen strukturiert in die Organisation eingeführt.
Rund 120 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zum Austausch über die neuen Anforderungen und deren praktische Umsetzung in der Gesundheitsversorgung. Ein herzliches Dankeschön an Sabine Katzenbogner und Hannelore Josuks für die praxisnahen Impulse sowie an Dr. Susanne Eberl für die souveräne Moderation.
Exklusiv für Mitglieder der GQMG: Die Vortragsfolien stehen wie gewohnt im geschützten Mitgliederbereich der Website zur Verfügung.
GQMGimpuls: Neue Anforderungen an das Krisenrisikomanagement aus KRITIS-Dachgesetz und NIS2-Umsetzungsgesetz
Resiliente Organisationen zu schaffen, ist ein Gebot der Stunde – insbesondere im Gesundheitswesen. Mit dem KRITIS-Dachgesetz und dem NIS2-Umsetzungsgesetz werden neue regulatorische Anforderungen an das Krisen- und Risikomanagement gestellt. Diese gilt es zielgerichtet in bestehende Managementsysteme zu integrieren und Doppelstrukturen zu vermeiden.
Im nächsten GQMGimpuls greifen wir die erfolgreiche Session der GQMG-Jahrestagung 2026 in Köln erneut auf. Sie erhalten einen Überblick über die aktuellen gesetzlichen Anforderungen, erfahren, welche Entwicklungen es seit März 2026 gegeben hat, und lernen anhand eines Praxisbeispiels, wie Krisen- und Risikomanagement sinnvoll zusammengeführt werden können.
Die Bandbreite der Aufgaben erstreckt sich über mehrere Dokumente: - KRITIS-Dachgesetz und NIS2-Umsetzungsgesetz
- Organisationsrisikomanagement
- Integration von Krisen- und Risikomanagement
- Krankenhaus-Alarm- und Einsatzplanung (KAEP)
- Critical Entities Resilience Directive (CER)
- NIS2 Directive
- Anforderungen von BBK und BSI
- Praxisbeispiel zur Umsetzung im Gesundheitswesen
Referent: Burkhard Fischer Referatsleiter für Qualitätsmanagement, IT und Datenanalyse, Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V., Beisitzer im Vorstand der GQMG
Moderation: Dr. Thomas Groß Leiter des Zentralbereichs Medizinische Synergien des Universitätsklinikums Köln, Mitglied im erweiterten Vorstand der GQMG
Nutzen Sie die Gelegenheit, sich über die aktuellen regulatorischen Entwicklungen zu informieren, praxisnahe Lösungsansätze kennenzulernen und sich mit Kolleginnen und Kollegen über bereits gesammelte Erfahrungen auszutauschen.
11. August 2026 16:00–17:00 Uhr
Die Veranstaltung der GQMG ist kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung zu besuchen.
GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
Episode 62: Wenn Erfahrung in Rente geht - Wissen sichern!
In der neuen Episode von „Puls der Transformation“ sprechen Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit Dr. Sebastian Junghans, Mitgründer von Implix. Implix entwickelt KI-basierte Lösungen, um Unternehmens- und Erfahrungswissen systematisch zu heben, zu strukturieren und für Onboarding, Pflichtschulungen und tägliche Praxis nutzbar zu machen.
Was an diesem Ansatz besonders fasziniert: Implix verbindet klassische Prozess- und Dokumentenwelt mit dem impliziten Wissen in den Köpfen der Mitarbeitenden – also genau dem Erfahrungswissen, das wir sonst verlieren, wenn Kolleg:innen die Organisation verlassen.
GQMG-Wissenssnack
Stichproben im Audit
Bei Audits lassen sich oft nicht alle Sachverhalte prüfen. Die Zeit reicht nicht. Die Auditoren müssen eine Auswahl treffen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Auswahl verzerrt wird und das Auditergebnis die tatsächlichen Verhältnisse nicht widerspiegelt.
Bei Massengütern wie Getreide, Kohlen oder Schüttgut ziehen Auditoren Proben, um die Art des Materials zu identifizieren und dessen Eigenschaften zu prüfen. Dabei wird vorausgesetzt, dass das zu prüfende Gut homogen ist. Eine Probe kann an beliebiger Stelle gezogen werden – sie steht immer für das Gesamtgut. Aus Vorsicht nimmt man keine Probe von der Oberfläche oder an den Rändern, da hier besondere Bedingungen vorliegen können. Mit einer Schaufel sticht man an einer Stelle in die Tiefe und entnimmt dort die Probe, die dann die Gesamtheit repräsentiert.
Obwohl im Wortsinn bei der Probenahme in die Grundgesamtheit „gestochen“ wird, sollte man hier nicht von einer Stichprobe, sondern von der Entnahme einer Zufallsprobe sprechen. Man vermeidet so die Verwechslung mit der Stichprobe, wie Statistiker sie definieren. Sie entnehmen aus einer Grundgesamtheit nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) eine bestimmte Menge an Einzelstücken (das Prüflos) und schließen nach statistischen Regeln vom Ergebnis auf die Grundgesamtheit. Voraussetzung sind Mengen mit einer großen Zahl an Einzelteilen, damit die Gesetze der Statistik greifen.
Einzelne Proben (sample, von example = Beispiel) sind bei homogenen Lieferungen ausreichend. Bei inhomogenen Lieferungen können sie nicht überzeugen. Beim Audit sind wir mit inhomogenen Mengen konfrontiert: Sie enthalten konforme und nicht-konforme Anteile. Hier müssen wir ein statistisch valides Prüflos bilden. Leider sind bei den Prüfaufgaben in der Gesundheitsversorgung die Ereignisse nicht zahlreich genug, um Prüflose zu bilden. Meistens läuft es am Ende auf eine 100 %-Prüfung hinaus.
Wir sollten uns der Aufgabe zuwenden, Anwendungsbeispiele für angemessene Prüflose zu identifizieren, um den Prüfaufwand zu reduzieren.
Aktuelles
Welttag der Patientensicherheit am 17.09.2026
Am 17. September 2026 findet der Welttag der Patientensicherheit unter dem Motto „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ statt.
Die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) erinnert an den Welttag der Patientensicherheit, der seit 2019 von der WHO für den 17. September ausgerufen wird. Die GQMG unterstützt den Aufruf des APS, sich aktiv am Welttag mit Aktionen zu beteiligen.
Qualitätsmanagement trägt maßgeblich dazu bei, Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern. Die GQMG setzt sich für den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Weiterentwicklung von Qualitätsmanagementsystemen und die Förderung einer sicheren Patientenversorgung ein.
Planen Sie in Ihrer Einrichtung eine Veranstaltung, einen Workshop, eine Informationsaktion oder einen Social-Media-Beitrag zum Welttag der Patientensicherheit? Dann beteiligen Sie sich an der bundesweiten Kampagne des APS und machen Sie Ihr Engagement sichtbar.
Eigene Aktionen können über die Aktionsplattform des APS registriert werden. Dort stehen außerdem kostenfreie Materialien zur Verfügung.
Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für mehr Patientensicherheit.
Sepsis erkennen. Schnell handeln. Leben retten.
Die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) weist auf die diesjährige Sepsis-Kampagne des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e. V. (APS) zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September 2026 hin.
Den gesamten September über macht das APS gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen auf Sepsis aufmerksam – eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind ein großer Teil der Todesfälle und Langzeitfolgen vermeidbar, wenn Sepsis früh erkannt und schnell behandelt wird.
Mit der Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis informiert das APS seit 2021 medizinische Fachkräfte sowie die breite Öffentlichkeit über Warnzeichen, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten. - Auch 2026 entsteht wieder eine Aktionskarte (ab August online): Organisationen, Kliniken, Initiativen und engagierte Einzelpersonen können dort ihre Veranstaltungen zur Sepsis-Aufklärung eintragen – beispielsweise Informationsstand, Fachveranstaltung, Workshop oder Online-Format. Für jede freigegebene Veranstaltung wird eine eigene Unterseite erstellt, die zur weiteren Verbreitung genutzt werden kann.
- Die GQMG unterstützt das Anliegen des APS, die Aufmerksamkeit für das Thema Sepsis zu erhöhen, und möchte ihre Mitglieder sowie Interessierte auf die Beteiligungsmöglichkeiten hinweisen.
- Planen Sie im September eine Aktion oder einen Social-Media-Beitrag zum Thema Sepsis? Dann vernetzen Sie sich mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. Gemeinsam können wir Informationen gezielt verbreiten und noch mehr Menschen erreichen.
- Unterstützen Sie die Kampagne am Welt-Sepsis-Tag durch Teilen, Kommentieren, Speichern oder Liken. Jede Interaktion trägt dazu bei, Sepsis frühzeitig zu erkennen und Leben zu bewahren.
Weitere Informationen, Materialien und die Anmeldung zur Aktionskarte finden Sie auf der Website des APS.
Außerdem finden Sie weitere Materialien zum Download oder zum Bestellen im Shop.
Ansprechpartnerin: Pauline Wohllebe, wohllebe@aps-ev.de
HRO-Award 2026
Am 12. November 2026 wird beim Neuen Qualitätskongress Gesundheit in Berlin erneut der Preis für High Reliability Organizations (HRO-Award) verliehen.
Mit dem Preis zeichnen die Ecclesia Gruppe und die Gesundheitsstadt Berlin Projekte aus, die durch ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit in Diagnostik, Therapie und Pflege überzeugen. Im Fokus steht dabei ausdrücklich die Zuverlässigkeit in Routineprozessen.
Der HRO-Award ist ein Wertschätzungspreis für therapeutische Teams, die in unterschiedlichsten Bereichen rund um die Uhr herausragende Arbeit leisten.
Die GQMG macht auf den HRO-Award 2026 aufmerksam. Der Award würdigt Projekte, die durch hochzuverlässige Prozesse einen nachhaltigen Beitrag zur Qualität der Versorgung und zur Patientensicherheit leisten – Themen, die zu den zentralen Anliegen der GQMG gehören.
Sie können sich bewerben, - wenn Sie in der täglichen Arbeitsroutine hochzuverlässige Prozesse etabliert haben, die die Behandlungs- und Pflegequalität sowie die Patientensicherheit nachweislich verbessern.
- wenn Sie bereits heute einen Beitrag zum Zuverlässigkeitsmanagement im Sinne der WHO-Agenda des Global Patient Safety Action Plans leisten.
- wenn Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge teilen und anderen zeigen möchten, wie gute Praxis gelingt.
Bewerbungsschluss ist der 30.09.2026.
Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: hro-award@ecclesia-gruppe.de
Krankenhausreform: Sektorenübergreifende Versorgung als Baustein einer zukunftsfähigen Patientenversorgung
Mit der Krankenhausreform werden ab 2027 sogenannte sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen (süV) eingeführt. Ziel ist es, insbesondere in ländlichen Regionen eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung zu sichern und stationäre, ambulante sowie pflegerische Leistungen enger miteinander zu verbinden.
Ein zentraler Unterschied zu Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) liegt darin, dass MVZ vor allem ambulant behandeln, während süV auch eine stationäre Versorgung mit Übernachtung ermöglichen. Damit können süV Patientinnen und Patienten betreuen, die keine hochspezialisierte oder intensivmedizinische Behandlung benötigen, aber dennoch eine stationäre Grundversorgung brauchen.
Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg, Ärztin und Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) und Vorsitzende der GQMG – Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V., betont in diesem Zusammenhang, dass gut strukturierte Kooperationen zwischen den Einrichtungen entscheidend sind, damit süV eine verlässliche Weiterbetreuung nach einem Krankenhausaufenthalt leisten können.
Auch Prof. Dr. Julia Oswald, Wirtschaftsprofessorin mit Krankenhausschwerpunkt an der Hochschule Osnabrück, ordnet die süV als Möglichkeit ein, kleinere Krankenhäuser weiterzuentwickeln und vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen.
Der Beitrag von Anne Frieda Müller macht deutlich, wie relevant dieses Thema für die zukünftige Versorgungsstruktur ist – insbesondere mit Blick auf Patientensicherheit, Versorgungsqualität und die Entlastung spezialisierter Kliniken.
Live-Webinar: Altersmedizin – Gesundheitsversorgung 65+
Am 16. September 2026 findet von 16:45 bis 21:00 Uhr das Live-Webinar „Altersmedizin – Gesundheitsversorgung 65+“ aus der Fortbildungsreihe „Patientensicherheit und Qualitätssicherung“ statt.
Das Thema „Altersmedizin“ gewinnt zunehmend größere Bedeutung für die Patientensicherheit: Mit fortschreitendem Lebensalter ändern sich gesundheitliche Bedürfnisse und spezifische Anforderungen an die medizinische Versorgung entstehen.
Die Veranstaltung greift theoretische Inhalte zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) und Polypharmazie, aber auch neue Forschungsthemen auf. Aktuelle Entwicklungen in der interprofessionellen Versorgung älterer Menschen werden genauso beleuchtet wie innovative Ansätze zur Förderung von Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter. Praxisnahe Einblicke in die Altersmedizin runden das Programm ab.
Die Veranstaltung der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Patientensicherheitsbeauftragte und weitere Interessierte aus dem Gesundheitswesen.
Sie wird in Kooperation mit der Stabsstelle Qualitätssicherung der Landesärztekammer Hessen, der Hessischen Krankenhausgesellschaft e. V., dem Hessischen Netzwerk Patientensicherheit und der Universitätsmedizin Frankfurt durchgeführt.
Die Veranstaltung ist mit 5 CME-Punkten zertifiziert und mit 4 Stunden als Fortbildungsmaßnahme gemäß § 2 Abs. 5 Patientensicherheitsverordnung anerkannt.
Neues Forschungsinstitut stärkt die Patientensicherheit
Patientensicherheit und die Sicherheit von Gesundheitsfachkräften gehören zu den zentralen Herausforderungen des Gesundheitswesens. Mit dem Institute for Safety of Patients and Health Professionals (ISPP) wurde an der MSH Medical School Hamburg ein interdisziplinäres und interprofessionelles Forschungsinstitut gegründet, das sich diesen Themen in Forschung, Lehre und Versorgung widmet.
Das ISPP verfolgt das Ziel, Patientensicherheit nachhaltig zu stärken, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen und innovative Konzepte zur Verbesserung der Versorgungsqualität zu entwickeln. Dabei arbeiten Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen eng zusammen, um sichere Versorgungsprozesse für Patientinnen, Patienten und Gesundheitsfachkräfte zu fördern.
Zu den Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem: - Patientensicherheit und Klinisches Risikomanagement
- Vermeidung von Never Events
- Simulationstraining und Sicherheitskultur
- Second Victim
- Arzneimitteltherapiesicherheit
- Künstliche Intelligenz und Digitalisierung
- Planetary Health & Patient Safety
- Kommunikation und Shared Decision Making
Im Mittelpunkt der Institutsarbeit stehen der interprofessionelle Austausch und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Innovative Lehrformate wie der „Room of Safety“ und Simulationstrainings schaffen praxisnahe Lernumgebungen, in denen Studierende und Gesundheitsfachkräfte den sicheren Umgang mit kritischen Situationen trainieren können.
Grüne fordern Reform des Patientenrechtegesetzes
Grüne bringen Antrag zur Fortschreibung der Patientenrechte ein
Die Fraktion der Grünen im Bundestag hat einen Antrag eingebracht. Sie wollen das Patientenrechtegesetz so weiterentwickeln, dass Patient*innen nach Behandlungsfehlern nicht mehr strukturell benachteiligt werden. Die Forderungen im Einzelnen:
1.Beweislast erleichtern
Statt eines Beweises des kausalen Zusammenhanges soll die Beweisführung an einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit orientiert werden (Beweismaßreduktion).
2. Gesetzliche Verankerung der Organisationsverantwortung
Behandlungsfehler entstehen durch individuelles Handeln in einem organisatorischen Kontext. Die Organisationsverantwortung muss klar sein. Die Einrichtungen müssen stärker in die Pflicht genommen werden – für Qualitätssicherung und Fehlerprävention.
3. Dokumentation fälschungssicher gestalten
Änderungen in Patientenakten müssen nachvollziehbar sein: wer hat was wann geändert. Nur so wird die Akte zu einem verlässlichen Beweismittel.
4. Unabhängiges, qualitätsgesichertes Gutachterwesen
Gutachten geben vor Gericht den Ausschlag. Sie müssen unvoreingenommen sein. Interessenkonflikte müssen ausgeschlossen werden, und die Begutachtung muss transparent und nachvollziehbar sein.
Ist der Klimawandel ein relevantes Thema für Krankenhäuser?
In den letzten Wochen, mit gleich zwei Hitzewellen, ist das Thema schneller relevant geworden als erwartet. Für das QM ist das Thema „Arbeitsumgebung“ betroffen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert von Bund und Ländern ein Sofortprogramm zur Finanzierung hitzeresilienter Krankenhäuser. Jetzt hat sich herausgestellt, dass gut ein Drittel der Einrichtungen über nicht genügende Klimatisierung verfügt. Temperaturen steigen auf über 35°C – für Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen nicht längere Zeit erträgliche Werte. Gegen Kälte kann man Kleidung anlegen, gegen Hitze ist der Aufwand weit größer. Die Ausrüstung der Krankenstationen und Arbeitsräume im Krankenhaus mit Klimaanlagen ist unabweisbar. Die DKG fordert zu Recht die Freigabe entsprechender Mittel aus dem Sondervermögen.
Als neues Mitglied der GQMG begrüßen wir:
Markus Dunkel, Kerpen
Meike Ricke, Leitung Qualitäts- und Risikomanagement, KRH Psychiatrie GmbH
Buchempfehlung
Never Events im Gesundheitswesen – Neue Springer Essentials erschienen
Warum passieren Ereignisse, die eigentlich niemals passieren dürften? Und wie können wir daraus lernen?
Mit dem neuen Springer Essentials-Band „Never Events im Gesundheitswesen – Eine Einführung“ geben Prof. Dr. Rainer Petzina und Prof. Dr. Sebastian Ocklenburg einen kompakten und wissenschaftlich fundierten Überblick über ein zentrales Thema der Patientensicherheit.
Never Events sind schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, die bei konsequenter Anwendung etablierter Sicherheitsmaßnahmen grundsätzlich vermeidbar wären. Dennoch treten sie auch in hochprofessionellen Gesundheitssystemen auf – mit oftmals erheblichen Folgen für Patientinnen und Patienten sowie für die beteiligten Gesundheitsfachkräfte.
Das Buch beleuchtet die medizinischen und psychologischen Dimensionen von Never Events und zeigt auf: - warum Fehler trotz hoher Professionalität entstehen können,
- welche Rolle Organisationsstrukturen, Kommunikation und Sicherheitskultur spielen,
- weshalb eine offene Fehler- und Lernkultur entscheidend für die Patientensicherheit ist
- wie Never Events sowohl Betroffene als auch Behandelnde beeinflussen.
Das kompakte Format der Springer Essentials macht komplexe Inhalte auf rund 50 Seiten verständlich und praxisnah zugänglich.
Never Events im Gesundheitswesen – Eine Einführung Autoren: Prof. Dr. Rainer Petzina & Prof. Dr. Sebastian Ocklenburg Verfügbar ab 1. Juli 2026
Journal Club
Digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept - oder auch nicht? Experteninterviews zu Verordnung und Selbstantrag von DiGA
In Deutschland kommen seit 2020 digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) im Rahmen der Behandlung psychischer Erkrankungen zum Einsatz. DiGA können von gesetzlich Versicherten über zwei verschiedene Zugangswege erlangt werden. Entweder können sie von einem Arzt oder Psychotherapeuten verordnet oder bei gegebener Indikation direkt bei der Krankenversicherung beantragt werden. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, die verschiedenen Zugangswege insbesondere hinsichtlich der tatsächlichen Umsetzung genauer zu betrachten.
Mit der Möglichkeit, GKV-finanzierte Leistungen direkt bei den Krankenkassen zu beantragen, wurde im deutschen Gesundheitssystem ein neuer Weg eingeschlagen. Während es Argumente sowohl für als auch wider den Selbstantrag gibt, ist die aktuelle Umsetzung zu hinterfragen. Aufgrund der Notwendigkeit eines aktuellen Indikationsnachweises sowie gegebenenfalls des nötigen Ausschlusses von Kontraindikationen müssen Patienten in der Regel den Arzt bzw. Psychotherapeuten ohnehin aufsuchen, was die möglichen Vorteile deutlich einschränkt. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist der Weg der Verordnung meist mit weniger Problemen verbunden.
Autor*innen: Godwin Giebel, Klemens Höfer, Pascal Raszke, Jürgen Wasem, Anna Bußmann, Sarah Schlierenkamp, Michael Minor, Carsten Volland, Udo Schneider, Enno Maaß, Josepha Katzmann und Carina Abels Zeitschrift: Das Gesundheitswesen Erscheinungsjahr: 2026, derzeit „in press“ DOI: 10.1055/a-2800-1191
Intensives Kurzprogramm zur Qualitätsverbesserung Implementation of a brief intensive education programme in quality improvement Schulungsangebote zur Qualitätsverbesserung und zur Patientensicherheit unterscheiden sich trotz regulatorischer Vorgaben erheblich. Die Autorinnen stellen ein neuartiges, intensives und erfahrungsbasiertes fünftägiges Bildungsprogramm für Ärztinnen in Weiterbildung vor. Das Programm verbindet strukturierte Beobachtungen, kurze theoretische Einheiten und workshopbasierte Verbesserungsarbeit. Ergänzt wird es durch kreatives Storytelling sowie die gemeinsame Entwicklung von Medienprodukten. Assistenzärzt*innen im ersten Weiterbildungsjahr führten im Operationssaal mehr als 100 strukturierte Beobachtungen und Interviews durch. Dabei erhoben sie quantitative und qualitative Daten zu Ablenkungen und entwickelten konkrete Verbesserungsvorschläge. Diese präsentierten sie den Beschäftigten der Einrichtung mithilfe narrativer Kampagnenvideos. Die anschließende Evaluation zeigte ein deutlich gestiegenes Vertrauen der Teilnehmenden in ihre Fähigkeiten im Bereich der Qualitätsverbesserung und Präsentation. Besonders positiv bewerteten sie die praxisorientierten und kreativen Elemente im Vergleich zum klassischen theoretischen Unterricht. Das Modell zeigt, dass eine intensive, kurze QI-Ausbildung in einem realen klinischen Umfeld durchführbar und reproduzierbar ist. Sie bietet sich als erfolgversprechende Alternative zu längeren und ressourcenintensiveren Schulungsprogrammen an. Autor*innen: R. Potter, S. Raj, L. Quffa et al. Zeitschrift: BMJ Open Quality Jahrgang und Ausgabe: 2026; 15(3) Artikelnummer: e004096 DOI: 10.1136/bmjoq-2025-004096
Getting It Right First Time – Best Practice for Glaucoma Services (Neuere) Reihe von Behandlungsleitlinien aus dem NHS: Mach’s gleich richtig!
Das neueste Papier behandelt vielleicht kein Thema, das jeden QMler im Krankenhaus betrifft, aber auf dem Weg zum beherrschten Prozess ist es trotzdem nützlich. Inzwischen gibt es einige Dutzend von GRIFT-Papern. Hier die „GRIFT Gute Praxis der Glaukom-Behandlung“. Man kann die Beschreibungen und ausführlichen Begründungen kostenlos aus dem Netz abrufen. Beschrieben wird der gesamte Pfad von der Diagnose durch den Allgemeinarzt bis hin zur Nachkontrolle und zum Monitoring. Mit Hinweisen zur Schulung von Patienten und Personal. Unter „weitere GRIFT-Bereiche“ findet man noch mehr Beispiele. Herausgeber: Getting It Right First Time, NHS England Titel der Publikation: GIRFT Best Practice for Glaucoma Services Erscheinungsjahr: 2026 Dokumenttyp: Best-Practice-Leitlinie
CIRS-Fälle
Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:
InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem vdek
"Aufklärungsmangel beim Facharzt"
Aus dem Netzwerk CIRS Berlin
"Near Miss: Wendeltubus nach Eingriff im Nasenloch verblieben"
Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0
Fall Juli "Erreichbarkeit des Labors über Wochenende nicht gewährleistet"
Fall August "Spezialeingriff und Erkrankung des Operateurs"
Aus der Normenschmiede
DIN EN ISO/IEC 17024:2026-07
Konformitätsbewertung - Allgemeine Anforderungen an Stellen, die Personen zertifizieren (ISO/IEC 17024:2026 Ausgabedatum 2026-07)
Seiten 71
Gegenüber der Vorversion von 2012-11 wurden die Begriffe ergänzt und bearbeitet, die Anforderungen an den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) 6.5 hinzugefügt und der PROC/33-Text aktualisiert, der gemeinsame Elemente für von CASCO entwickelte Normen festlegt. Weiterhin wurde der Text redaktionell überarbeitet.
DIN EN ISO 37001:2026-07
Managementsysteme zur Korruptionsbekämpfung - Anforderungen mit Leitlinien zur Anwendung
Dieses Dokument legt Anforderungen fest und bietet Leitlinien für den Aufbau, die Verwirklichung, die Aufrechterhaltung, die Überprüfung und die Verbesserung eines Managementsystems zur Korruptionsbekämpfung.
ZEFQ
Stellenangebote
Das Klinikum Ingolstadt GmbH sucht zum November 2026 eine/n Mitarbeiter/in (m/w/d) Qualitäts- und Risikomanagement in Vollzeit, zunächst befristet im Rahmen einer Elternzeitvertretung mit Option auf Verlängerung. [mehr …]
Wir machen eine kurze Newsletter-Sommerpause und sind im September wieder für Sie da!
Impressum
Der Newsletter der GQMG erscheint monatlich außer im August und Dezember. Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V. VR 8551 Düsseldorf Industriestraße 154, D-50996 Köln info@gqmg.de Vertreten durch Vorsitzende: Dr. med. Heidemarie Haeske-Seeberg, München Stv. Vorsitzende: Dr. med. Heike Kahla-Witzsch, Bad Soden Geschäftsführer: Jens Lammers, Münster
Content Creator Dr. med. Ulrich Paschen
Redaktion
Redaktion, Grafik und Design: Frau Hanna Karabko MA, Dr. Ulrich Paschen Gerne übernehmen wir Kongress- und Schulungsankündigungen und Stellenangebote in die entsprechenden Rubriken. Beiträge von Mitgliedern der GQMG übernehmen wir im Rahmen der redaktionellen Möglichkeiten gerne in den Newsletter.
Anschrift Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V. (GQMG) Industriestraße 154 D-50996 Köln
Kontakt E-Mail: gqmg-newsletter@gqmg.de Internet: www.gqmg.de
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