Neues aus der GQMG

  • Die Anmeldung zum GQMG-Summercamp ist freigeschaltet
  • GQMGimpuls: Transparenz der Gesundheitsversorgung
  • Qualitätsmanagement gemeinsam gestalten – Einblicke in die
    Arbeitsgruppen der GQMG
  • Nachbericht zur Session „Qualitätskriterien der 
    Leistungsgruppen des KHVVG“
  • Einblick in den GQMGimpuls vom 10. Juni 2025
  • Pflegemanagement-Award 2026 – jetzt nominieren!
  • Neu auf dem QS Campus der LAG Bayern
  • Aus dem Newsletter der sQmh: Notfallgebühr – eine akademische
    Perspektive
  • GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
  • GQMG-Wissenssnack

Aktuelles

  • Londoner Protokoll überarbeitet
  • Gesundheitsversorgung in der Champions-League
  • Bericht und Webseminar des OECD Berlin Centre zu PROMS
  • Sind Focus-Arzt-Siegel wettbewerbswidrig?
  • Berufliches, Persönliches
  • Buchempfehlung
  • CIRS-Fälle
  • Aus der Normenschmiede
  • ZEFQ
  • Veranstaltungen und Seminare
  • Stellenangebote

Neues aus der GQMG

Die Anmeldung zum GQMG-Summercamp ist freigeschaltet

Der Vorstand der  GQMG lädt auch dieses Jahr zu einem  Summercamp ein. Vom 11. bis 13. September 2025 treffen sich erneut Qualitätsmanagerinnen und -manager aus Einrichtungen der Gesundheitsversorgung im Kloster Schmerlenbach bei Aschaffenburg. Das Programm greift aktuelle Themen im Qualitäts- und Risikomanagement auf –  wie Just Culture, Kommunikation in Grenzsituationen, Krankenhausreform, hebammengeleitete Geburtshilfe, KI und Digitalisierung im Gesundheitswesen, Resilienz in Krisenzeiten sowie weitere interessante Vorträge.

Neben spannenden Vorträgen und Diskussionsformaten bleibt Raum für interaktive Formate wie World-Café, Erfahrungsaustausch und Beiträge aus dem Teilnehmerkreis. Die Arbeitsgruppen der Fachgesellschaft setzen ihre Projekte fort und laden ausdrücklich zur Mitwirkung ein. Willkommen sind langjährige Praktikerinnen und Praktiker und Neueinsteiger, die sich über die neuen Rahmenbedingungen informieren und Impulse für die eigene Arbeit gewinnen möchten.

Für Mitglieder der GQMG und ihrer Partnergesellschaften gelten ermäßigte Teilnahmegebühren. Frühbucher erhalten bis zum 25. Juli 2025 Rabatt.

Wir freuen uns auf Sie!

GQMGimpuls: Transparenz der Gesundheitsversorgung – Chancen und Grenzen des Bundesklinikatlas

Transparenz der medizinischen Angebote und der Versorgungsqualität einzelner Einrichtungen für die Patienten, die Bevölkerung und andere Akteure des Gesundheitswesens ist schon seit vielen Jahren ein zentrales Ziel der einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung.

Mit dem Bundesklinikaltlas (BKA) als Krankenhausportal hat der letzte Gesundheitsminister eine erste Version durch das IQTIG erstellen lassen - mit zugegebenermaßen - zu wenig Zeit zur Entwicklung. Nach einem daher noch nicht ganz perfekten Start entwickelt sich dieses wichtige Portal kontinuierlich und die Erwartungen sind weiter hoch.

Roman Prinz ist als Leiter der Abteilung für Patientenbelange im IQTIG für diese Entwicklung verantwortlich. Er wird nach einem Einführungsvortrag im GQMGimpuls am 8. Juli von 16:00 bis 17:00 Uhr mit den Teilnehmenden die Perspektiven des BKA diskutieren.

Die Diskussion dieser einstündigen Veranstaltung wird moderiert von Dr. med. Christof Veit.

Teilnahme kostenlos – keine Anmeldung erforderlich!

Qualitätsmanagement gemeinsam gestalten – Einblicke in die Arbeitsgruppen der GQMG

Die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) ist seit vielen Jahren Impulsgeberin für eine qualitätsorientierte, patientenzentrierte und nachhaltige Gesundheitsversorgung. In interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppen engagieren sich Fachleute aus Medizin, Pflege, Wissenschaft und Management – praxisnah, lösungsorientiert und mit Blick auf aktuelle Herausforderungen. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden als Empfehlungen, Positionspapiere und Fachpublikationen auf unserer Webseite veröffentlicht.

In den kommenden Wochen stellen wir Ihnen unsere verschiedenen Arbeitsgruppen vor. Haben Sie Lust auf Mitgestaltung? Ob als Mitglied einer AG oder im fachlichen Austausch – die GQMG lebt vom Engagement ihrer Mitglieder.
 

Unsere AG Digitalisierung und Qualitätsmanagement stellt sich vor:

Die Arbeitsgruppe besteht seit Juni 2021 und beschäftigt sich aktuell mit den erforderlichen Kompetenzen, die für die digitale Transformation erforderlich sind. Zusätzlich bietet sie monatlich einen Impuls zu einem Thema der digitalen Transformation durch einen externen Referenten an. Ideen, Diskussionsbeiträge und Wünsche sind jederzeit willkommen.

Wesentliche Arbeitsergebnisse wurden in folgenden Beiträgen publiziert:

  • Springer: Kompetenzprofil Digitale Transformation (2025)
  • KU: Digitalisierung der Gesundheitsversorgung, Chancen für QM & Patientensicherheit (2022)
  • Bundesgesundheitsblatt: Digitale Transformation deutscher Gesundheitseinrichtungen - Aktueller Stand und bestehende Herausforderungen aus Sicht des Qualitätsmanagements (2023)
  • DKVF: Förderfaktoren und Barrieren der digitalen Transformation in deutschen Gesundheitseinrichtungen aus Perspektive des Qualitätsmanagements
  • DKVF: Ein systematischer Review über den Zusammenhang von digitaler Transformation und QM in der Gesundheitsversorgung.
  • Das Gesundheitswesen: Digitale Gesundheitsversorgung. Anforderungen an eine erfolgreiche Transformation (2024)
  • KU: Qualitätsmanagement in der digitalen Transformation: Der Wald hinter den Bäumen (2024)
  • HCMR: Relating digitalization and quality management in health care organizations: A systematic review (2025)
  • Monitor Versorgungsforschung: Kompetenzprofil eines QMB/RMB zur Förderung der digitalen Transformation (2025)

Zusätzlich werden zweiwöchentlich im GQMG-Interviewpodcast „Puls der Transformation“ Themen aus den Bereichen des Qualitäts-, Risikomanagements und der Patientensicherheit im Zusammenspiel mit der digitalen Transformation vorgestellt.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, da jeder im Gesundheitswesen den Anknüpfungspunkt zur digitalen Transformation bietet. Der Mehrwert liegt im Erschließen neuen Wissens zur digitalen Transformation, dem Umgang mit Technologien und der Ausgestaltung der Verbindung zwischen Mensch und Maschine.

Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt mit unseren AG-Sprechern Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold auf. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite der AG.

Nachbericht zur Session „Qualitätskriterien der Leistungsgruppen des KHVVG“ auf der GQMG-Jahrestagung 2025

Wie können die neuen Struktur- und Qualitätsanforderungen der Krankenhausreform praxisnah und prüfsicher umgesetzt werden?

Diese zentrale Frage wurde in der von Renate Höchstetter moderierten Session intensiv diskutiert.

Referenten:

  • Dr. Ulf Dennler stellte den neuen Leistungsgruppen-Grouper des InEK vor und erläuterte Herausforderungen sowie Komplexität der strukturellen Qualitätsvorgaben.
  • Dr. Peter-Johann May gab einen Einblick in die Umsetzung der Krankenhausplanung in NRW und verglich diese mit den bundesweiten Anforderungen des KHVVG.

Aktuelle Entwicklung:

Seit dem 24. Mai 2025 ist die neue LOPS-Richtlinie in Kraft. Sie ersetzt die bisherige StrOPS und konkretisiert bundesweit einheitlich die Strukturprüfungen für alle Leistungsgruppen.

Themenschwerpunkte:

  • Anforderungen an Personal, Großgeräte und Standortbedingungen
  • Umgang mit Komplexität und Quervernetzungen im KHVVG
  • MD-Prüfungssicherheit durch klare und standardisierte Qualitätskriterien

Das Qualitätsmanagement steht nun vor der Frage:
Wie können wir die Qualitätsanforderungen so erfüllen, dass sie einerseits die Versorgungsqualität verbessert und dabei umsetzbar und überprüfbar bleiben?

Einblick in den GQMGimpuls vom 10. Juni 2025

Thema: Gesetzlicher Qualitätsbericht (Qb-R) für das Berichtsjahr 2024 – Änderungen und Tipps für die Praxis

Mit über 50 Teilnehmenden war unser GQMGimpuls erneut sehr gut besucht – das große Interesse zeigt, wie wichtig aktuelle Informationen zur Erstellung des Qualitätsberichts nach § 137 SGB V weiterhin sind.

Katrin Stapenhorst, QM-Leiterin der CHRISTOPHORUS Gruppe Coesfeld, stellte strukturiert die aktuellen Änderungen im Qb-R für das Berichtsjahr 2024 vor, so auch die Neuerungen in den Abschnitten A–C und die neuen Anforderungen zur Datenübermittlung und Dokumentation.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Burkhard Fischer.

Auf der Agenda:

  • Neue Berichtsteile & Auswahllisten
  • Zeitplan zur Datenerhebung & -abgabe
  • Änderungen bei Mindestmengen & Plausibilitätsprüfung
  • Praxisnahe Tipps für die Umsetzung im Klinikalltag

Pflegemanagement-Award 2026 – jetzt nominieren!

Bühne frei für Führung, Mut und Engagement in der Pflege!

Mit dem Pflegemanagement-Award 2026 würdigen der Bundesverband Pflegemanagement und SpringerPflege-Verlag erneut Persönlichkeiten, die täglich mit Innovationsgeist, Empathie und Verantwortung zur Weiterentwicklung der Pflege beitragen.

  • Nachwuchs-Pflegemanager 2026

Bis 10. Oktober 2025 können engagierte Talente vorgeschlagen werden, die mit zukunftsweisenden Projekten und Ideen überzeugen – z. B. in der Personalentwicklung, Digitalisierung oder Prozessverbesserung. 

  • Pflegemanager des Jahres

Vorgeschlagen werden Leitungspersönlichkeiten mit mindestens 5 Jahren Erfahrung, die mit Vorbildfunktion und Weitsicht Verantwortung übernehmen und den Nachwuchs inspirieren.

Die Preisverleihung findet am 30. Januar 2026 beim Kongress Pflege 2026 im dbb Forum Berlin statt.

Jede Nominierung ist ein Zeichen der Wertschätzung – und ein Schritt in eine starke, zukunftsorientierte Pflege. Lassen Sie uns gemeinsam die Helden der Pflege feiern!

Neu auf dem QS Campus der LAG Bayern: Wissen rund um datengestützte Qualitätssicherung an einem Ort!

Die LAG Bayern freut sich, den neuen QS Campus auf ihrer Website vorzustellen – ein zentrales Informationsportal für alle, die sich mit Qualitätssicherung im Gesundheitswesen beschäftigen.

Was erwartet Sie?

  •  Zielgruppenspezifische Inhalte – egal ob Sie in einem Krankenhaus arbeiten
    oder als Vertragsarzt tätig sind
  • QS-Sessions – anschauliche Schulungsvideos inkl. Handouts zum Download
  • Rubrik „Krankenhäuser“ – mit Aufzeichnungen der bisherigen LAG Online-
    Seminare
  • Rubrik „Sektorenübergreifende Verfahren“ – u.a. mit Inhalten zu QS PCI, QS WI und QS NET-DIAL

Ideal für Einsteiger wie auch für erfahrene Fachkräfte, um Fachwissen gezielt und praxisnah zu vertiefen!

Der QS Campus wird kontinuierlich erweitert – mit aktuellen Materialien, die Sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Für Fragen oder Feedback steht die LAG Bayern gerne zur Verfügung.

Aus der Newsletter der sQmh: Notfallgebühr – eine akademische Perspektive

«Notaufnahmen sind weltweit stark belastet. Diese Belastung hat sich seit der Covid-19-Pandemie verstärkt und macht auch vor den Notaufnahmen im deutschsprachigen Raum und der Schweiz nicht halt. Insoweit besteht große Einigkeit. Uneinig ist man sich aber bei den Maßnahmen, die geeignet sind, um die Überlastung der Notaufnahmen zu reduzieren. In der Schweiz und Deutschland wurde wiederholt die Einführung einer Notaufnahmegebühr vorgeschlagen. Man möchte damit Patientinnen und Patienten mit nur leichten Beschwerden in andere Versorgungsstrukturen lenken.

Aus Sicht der notfallmedizinischen Forschung und Praxis ist es unwahrscheinlich, dass eine solche Gebühr die erhoffte Wirkung erzielt. Vielmehr erscheint eine gegenteilige Wirkung nicht ausgeschlossen. Im Folgenden stelle ich die dieser Einschätzung zugrundeliegenden Argumente dar:

  1. ‹Bagatellen› sind nicht das Problem der Notaufnahmen.
  2. Notaufnahmen brauchen ‹Bagatellen›.
  3. Die zuverlässige Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit ist schwierig und für Patienten unmöglich.»

GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online

Episode 35: Digitale Gesundheitsversorgung der Zukunft

Im Gespräch mit Daniela Hery werfen Dr. Thomas Petzold und Oliver Steidle einen Blick in die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland.

Deutschland hinkt im europäischen Vergleich bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen noch immer hinterher. Herausforderungen wie der demografische Wandel, Fachkräftemangel, mangelnde Interoperabilität und fehlende Gesundheitsgerechtigkeit machen deutlich: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das Whitepaper „Digitale Gesundheitsversorgung 2033“ des Fraunhofer IESE identifiziert drei mögliche Zukunftsszenarien – vom Stillstand bis zur umfassenden Digitalisierung mit KI-gestützter personalisierter Medizin und digitalen Patientenzwillingen.

Was braucht es, damit das Best-Case-Szenario Realität wird?

  • Partizipative Entwicklung: Betroffene und marginalisierte Gruppen müssen frühzeitig eingebunden werden, damit Innovationen bedarfsgerecht entstehen.
  • Health Literacy und Digitalkompetenz: Gesundheitskompetenz und digitale Fähigkeiten sind entscheidend, damit alle Bevölkerungsgruppen profitieren können.
  • Interoperabilität und Datensouveränität: Projekte wie das „FHIR-Starter“-Konsortium zeigen, wie Large Language Modelle helfen können, Datenaustausch zu vereinfachen und Halluzinationen der KI zu vermeiden.
  • Fokus auf Gerechtigkeit: Nur wenn KI auf vielfältigen und repräsentativen Daten basiert, kann sie fair und verlässlich sein.

Die Zukunft wird eine Mischung aus Fortschritt und Herausforderungen sein. Umso wichtiger ist es, jetzt die richtigen Weichen zu stellen – für eine gerechte, innovative und patientenzentrierte Gesundheitsversorgung.

Episode 36: Sind Veränderungen gut?

Wie erkennen wir, ob Veränderungen im Gesundheitswesen tatsächlich zum Besseren führen? In der aktuellen Episode „Puls zur Transformation“ hatten Dr. Thomas Petzold und Oliver Steidle das Privileg, mit Monsignore Prof. Dr. Peter Schallenberg, Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn, über die ethischen Grundlagen von Wandel und Fortschritt zu sprechen.

Prof. Schallenberg nimmt uns mit auf eine Reise von der griechischen Philosophie bis zur modernen Ethik: Veränderungen sind dann gut, wenn sie zur Vollendung und zum Ziel führen – nicht nur quantitativ (mehr, schneller, weiter), sondern vor allem qualitativ: Werden Menschen dadurch wirklich besser, glücklicher, erfüllter?

Besonders spannend: Die Unterscheidung zwischen äußerem Fortschritt (z.B. technische Innovationen) und innerem Wachstum (z.B. mehr Mitgefühl, Verständnis, Lebensqualität). Letztlich liegt es an uns, wie wir Freiheit und Verantwortung nutzen, um Veränderungen in eine gute Richtung zu lenken – für Patient:innen, für das System, für uns selbst.

Ein inspirierendes Gespräch, das uns zeigt: Echte Transformation beginnt im Inneren.

GQMG-Wissenssnack

Never Events – was können wir von ihnen lernen?

Never Events (NE) sind heute schon von früher - nichts Neues. Ken Kizer, der CEO des National Quality Forum, hat 2001 so schockierende Ereignisse wie Operation der falschen Seite, im Bauch vergessene Tupfer oder irrtümlich entfernte Organe so benannt. Das Nationale Gesundheitssystem (NHS) in England hat das Konzept 2008 übernommen. Und weil man überzeugt war, dass längst bekannt sei, wie solche Tragödien zu vermeiden sind, drohten Einrichtungen, bei denen trotzdem NE auftreten, unerbittliche regulatorische Konsequenzen. NE müssen an die Care Quality Commission (CQC) gemeldet werden. Die CQC veröffentlicht eine Liste der Schande mit der Anzahl von NE je Versager-Einrichtung.

Zwischen April 2021 und März 2022 erfüllten 407 schwerwiegende Ereignisse die Definition der offiziellen NHS Never Event Liste. Die Häufigkeit der Ereignisse reichte von 1 bis 11 je Einrichtung. Und ungefähr so ging es in den folgenden Jahren weiter. Wir sind entsetzt über die Ereignisse – erstaunlich bleibt, dass die Ereignisse, von denen wir doch wissen, wie sie zu verhindern sind, weiter auftreten. Was läuft da schief?

Inzwischen rudert die CQC zurück. Zunächst wurden die Strafzahlungen abgeschafft, dann die Rangliste kritisiert. Glücklicherweise sind NE ja selten. Man kann auf der Rangliste mal oben, mal unten stehen. Alles Zufall. Ohne zu wissen, wie viele Behandlungen in einer Einrichtung durchgeführt werden (Nenner des Indikators) ist der Zähler der Ereignisse frei von Aussagekraft. Außerdem erinnerte man an die „no blame culture“, die einem landesweiten Pranger widerspricht.

Jüngst wurde die Forderung erhoben, auch in Deutschland eine Meldepflicht für Never Events einzuführen. Was ist damit gewonnen? Sollen wir daraus lernen, was wir schon lange wissen? Was ändert eine Rangliste, die wir jedes Jahr aufs Neue beklagen?

Wir müssen uns auf die Prozesse konzentrieren. Unerwünschte Ereignisse weisen uns darauf hin, ob wir unsere Behandlungen unter voller Kontrolle haben. Wir müssen lernen, wie wir beherrschte Prozesse konstruieren, in denen unerwünschte Ereignisse niemals auftreten können.

Aktuelles

Londoner Protokoll überarbeitet

Nach Vor- und Unfällen treten Untersuchung der Abläufe und Reflexion des Handelns gegenüber der Suche nach den Schuldigen in den Vordergrund. Im Sicherheitsmanagement aller sicherheitskritischen Branchen, einschließlich des Gesundheitswesens, wurden dafür formalisierte Verfahren entwickelt. Im Risikomanagement und der Patientensicherheit erfreut sich das 2004 entwickelte Londoner Protokoll großer Bekanntheit und wird rege angewandt. In einem Review-Artikel diskutieren Charles Vincent und Kollegen die Entwicklung einer neuen Ausgabe des Londoner Protokolls, die sich mit den Veränderungen im Gesundheitswesen in den letzten zwei Jahrzehnten und den Erkenntnissen aus der globalen Vorfallanalyse befasst. Die überarbeitete Ausgabe enthält:

  • Verbesserte Leitlinien für die Einbeziehung von Patienten und Angehörigen in Untersuchungen
  • Unterstützung von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern nach Vorfällen
  • Schwerpunkt auf vertieften Analysen und thematischen Überprüfungen
  • Vorschläge zur Prüfung längerer Zeiträume
  • Hervorhebung guter Behandlung neben Problemen
  • Anleitung zur direkten Beobachtung von Arbeitsumgebungen
  • Strukturierte Empfehlungen und verbessertes Verfassen von Berichten

Gesundheitsversorgung in der Champions-League

Die ZEQ AG hat die Borussia Dortmund GmbH und die Universitätsmedizin Essen bei der Entwicklung der BVB-Gesundheitswelt kompetent unterstützt. Mit einem Team aus Experten für Strategie, Rehabilitation, Medizintechnik und Wirtschaftlichkeit hat ZEQ die Erarbeitung des Medizin-, Raum- und Personalkonzeptes sowie des Businessplans für die Gesundheitswelt über mehrere Monate begleitet. „Mit Begeisterung haben wir Borussia Dortmund und die Universitätsmedizin Essen bei der Entwicklung der BVB-Gesundheitswelt beraten. Gerade in Zeiten, in denen sich viele Gesundheitsanbieter in der Krise befinden, kann die Gesundheitswelt ein Beispiel dafür sein, wie sich durch die Kombination von Gewinnermentalität, digitaler Medizin und der Schaffung einzigartiger Patientenerlebnisse Gesundheitsversorgung innovativ gestalten lässt.“, kommentiert Dr. Nico Kasper, Vorstand und Leiter des Projektes BVB-Gesundheitswelt bei ZEQ.

Bericht und Webseminar des OECD Berlin Centre zu PROMS

Die OECD propagiert die Patientensicht mit einem Bericht und Webseminar zur Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung unter dem Motto: Fragen Sie Ihre Patienten!

Der neue OECD-Bericht erfasst für 19 Länder Auswertungen sogenannter patientenberichteten Ergebnisse (patient-reported outcome measures) hausärztlicher Versorgung chronisch kranker Patienten. Die Runde diskutiert, wie weit in Deutschland und Österreich Patientenbefragungen die Steuerung der Gesundheitsversorgung voranbringen können. Gesundheitsversorgung sollte sich an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten, ihre Symptome lindern und ihre Lebensqualität verbessern. Klingt selbstverständlich. Doch in Deutschland und vielen anderen OECD-Ländern orientiert sich die Behandlung immer noch in erster Linie an der klinisch-ärztlichen Sicht und nicht daran, wie es den Patienten mit der Behandlung geht. Dabei gibt es erprobte Methoden, um die Patientenperspektive systematisch zu erfassen und die Gesundheitsversorgung darauf auszurichten.

Angefangen hat die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag auf Englisch: Michael van den Berg, OECD

Dem Vortrag schloss sich eine Podiumsdiskussion auf Deutsch an Reinhard Busse, TU Berlin, Oliver Gröne, Universität Witten/Herdecke, Leonor Heinz, DESAM, Cordula Mühr, Patientenvertreterin, Gemeinsamer Bundesausschuss, Verena Nikolai, Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Österreich, Kira Tosberg, Aktionsbündnis Patientensicherheit, Deutschland.

Die Veranstaltung war am Donnerstag, 5. Juni, 15.00-16.30 Uhr | und wurde von Nicola Brandt, OECD moderiert.

Sind Focus-Arzt-Siegel wettbewerbswidrig?

Das Oberlandesgericht München hat am 23.5. ein Urteil der Vorinstanz zur Wettbewerbswidrigkeit der Arzt-Siegel des BURDA-Verlages aufgehoben.

Das Landgericht München I hatte Mitte Februar 2023 entschieden, dass die vom Burda-Verlag vermarkteten Empfehlungssiegel für Ärzte („Focus Top Mediziner“ und „Focus Empfehlung“) unlauter und irreführend seien und deshalb nicht mehr verwendet werden dürften. Nun heißt es, die Siegel seien nicht wettbewerbswidrig.

Die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg hatte geklagt. Die Arzt-Siegel würden den Eindruck eines „objektivierte s Qualitätsurteil“ vermitteln. Tatsächlich gründe die Auszeichnung aber in subjektiven Bewertungen durch Patienten, Kollegen oder auch in einer Selbstauskunft der damit für sich werbenden Mediziner. Nichts davon tauge dazu, die wirklichen ärztlichen Leistungen abzulesen. Der Burda-Verlag beruft sich auf die Meinungs- und Pressefreiheit und behauptet, seine Qualitätssiegel ermitteln „relevante Dimensionen wie medizinische Erfahrung und Reputation sowie patientenorientierte Faktoren so zuverlässig, dass man daraus sogar eine Rangliste erstellen könne“. Dem folgte das Gericht. Die Siegel würden anhand sachgerechter Kriterien vergeben. Die Methodik sei für Verbraucher deutlich erkennbar.

In Bad Homburg will man nicht lockerlassen. Man werde die Urteilsgründe prüfen. An die Verlässlichkeit von Empfehlungen seien gerade in der Gesundheitswirtschaft hohe Anforderungen zu stellen. Wir brauchen für die Steuerungsfunktion von Qualitätssiegeln einen Mindeststandards für Arztempfehlungen.

Berufliches, Persönliches

Wechsel in der Leitung Patientensicherheit und Qualitätsmanagement an der Universitätsmedizin Göttingen

Nach zwölf Jahren engagierter Tätigkeit in der Stabstelle Qualitätsmanagement bei der Gesundheit Nordhessen Holding AG in Kassel hat Frau Olga Platzer zum 1. Juni 2025 die Position der Geschäftsbereichsleitung Patientensicherheit und Qualitätsmanagement an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) übernommen. In dieser leitenden Position, in der Nachfolge von Dr. Arnt Suckow der an das TUM Klinikum München gewechselt ist, übernimmt sie die Verantwortung für die Weiterentwicklung des umfassenden Qualitäts- und Patientensicherheitsmanagements in der traditionsreichen universitären medizinischen Einrichtung.

Die UMG vereint klinische Versorgung, Forschung und Lehre auf höchstem Niveau und ist geprägt von interdisziplinärer Zusammenarbeit und Innovation. Olga Platzer verfolgt das Ziel, die bestehenden Strukturen weiter zu stärken, die Patientensicherheit weiter zu optimieren und einen Beitrag zur Weiterentwicklung des umfassenden Qualitätsmanagements in der medizinischen Versorgung zu leisten. 

Sie bringt über 20 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen mit – unter anderem aus verschiedenen Stationen in der stationären Versorgung. Mit dem Wechsel an die UMG kehrt sie nach vielen Jahren in der Praxis nun in eine universitäre Umgebung zurück. Ihr erklärtes Ziel ist es, gemeinsam mit einem engagierten Team die Patientensicherheit weiter zu stärken, Qualitätsstrukturen auszubauen und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunft der Gesundheitsversorgung in Südniedersachsen zu leisten.

Buchempfehlung

Kompetenzprofil Digitale Transformation – Eine Perspektivbetrachtung für Qualitäts-, Risikomanagement und Patientensicherheit

Wie gelingt es, digitale Transformation nachhaltig zu stärken und gleichzeitig Mitarbeitende in Gesundheitseinrichtungen gezielt zu unterstützen? Dieses essential liefert einen kompakten Überblick darüber, welche Kompetenzen für die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation für Qualitäts- und Risikomanagement sowie Patientensicherheit heute entscheidend sind.

Dabei geht es nicht nur um Fachwissen – sondern auch um die Bereitschaft, sich aktiv mit den Chancen der digitalen Transformation auseinanderzusetzen. Wer die Potenziale neuer Technologien erkennt und gestaltet, kann die Gesundheitsversorgung nicht nur verbessern, sondern auch den eigenen beruflichen Handlungsspielraum erweitern.

Nutzen Sie dieses essential als Impuls – für Ihre persönliche Weiterentwicklung und für eine Gesundheitsversorgung, die Schritt hält mit den Anforderungen von morgen.

Petzold, Thomas (Hrsg.)
Springer | 2025 | 41 Seiten | ISBN 978-3-662-71417-1

CIRS-Fälle




Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:

InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und vdek

"Erhöhung der Sicherheit während der Schwangerschaft"










Aus dem Netzwerk CIRS Berlin

"Der Wundverband - Standard oder Expertenaufgabe?"









Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0

"Gefährliches Zigarettenrauchen unter nasaler Sauerstoffgabe"






Aus der Normenschmiede

Das CEN (die europäischer Normungsorganisation) teilt mit, das NEN (die niederländische Normungsinstitution) das Technische Committee TC 362 vom schwedischen Normungsinstitut (SIS) übernommen hat. TC 362 ist zuständig für die Bearbeitung von Normen in der Gesundheitsversorgung, insbesondere die Norm EN 15224 QM-Systeme in der Gesundheitsversorgung. NEN ist eine gute Wahl. In den Niederlanden sind 525 Einrichtungen nach dieser Norm zertifiziert. Wir können mit einem neuen Anlauf rechnen, die Norm in Europa als QM-Norm speziell für Einrichtungen der Gesundheitsversorgung zu etablieren.

DIN-Arbeitsausschuss NA 176-02-05 AA

Der Ausschuss ist Teil des Normenausschusses NA 176 „Gesundheitstechnologien” und setzt sich aus Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. Ziel ist die Förderung von Qualität, Sicherheit und Akzeptanz von KI-Systemen im medizinischen Bereich und die Begleitung internationaler Normungsprozesse.

Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit ist die internationale Kooperation mit Arbeitsgremien wie ISO/TC 215 „Health Informatics” und „AI enabled health informatics”. Weitere Projekte sind geplant wie die Entwicklung von Normen für den Umgang mit unerwünschtem Bias bei der Anwendung von KI-Technologien durch Gesundheitseinrichtungen oder im Bereich Digitale Pathologie und KI-basierte Bildanalyse.

Aus: DIN-Mitteilungen Juni 2025

DIN 91422:2025-06 Anforderungen an Planung und Sicherheit im multifunktionalen technologisierten Arbeitsumfeld Operations-/Interventionsraum

DIN EN 18167:2025-03 – Entwurf Qualität entlang des Patientenpfads in der medizinischen Bildgebung in der Radiologie

DIN EN ISO 18374:2024-08 - Entwurf

Zahnmedizin - Künstliche Intelligenz (KI) und erweiterte Intelligenz (AuI) für die Analyse von 2D-Röntgenbildern - Datengenerierung, Datenkommentierung und Datenverarbeitung (ISO/DIS 18374:2024); Deutsche und Englische Fassung prEN ISO 18374:2024

DIN EN ISO 19011:2025-04 – Entwurf Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen (ISO/DIS 19011:2025)

DIN EN ISO 53800:2025-05 – Entwurf Leitfaden für die Förderung und Umsetzung der Geschlechtergleichstellung und das Empowerment von Frauen (ISO 53800:2024)

DIN ISO/IEC TS 17012:2025-04 Konformitätsbewertung - Leitlinien für die Nutzung von Remote-Audit-Methoden beim Auditieren von Managementsystemen (ISO/IEC TS 17012:2024)

DIN ISO 22514-7:2025-03 – Entwurf Statistische Verfahren im Prozessmanagement - Fähigkeit und Leistung - Teil 7: Fähigkeit von Messprozessen (ISO/DIS 22514-7:2024)

DIN SPEC 91524:2025-05 Leitfaden für Compliance-Management-Systeme in kleinen und mittleren Unternehmen (kostenlos)

ZEFQ

Stellenangebote

Der Bundesverband Managed Care e.V. sucht ab Anfang Juni/Juli 2024 für Geschäftsstelle in Berlin-Mitte einen Referenten/eine Referentin Innovative Gesundheitsversorgung  (w/m/d). [mehr ...]

KRH Klinikum Region Hannover sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt für die KRH Akademie einen Qualitätsmanagementbeauftragter, befristet für 1,5 Jahre (m/w/d). [mehr ...]