Neues aus der GQMG

  • GQMG-Summercamp 2026
  • GQMGaktuell: Krankenhausreform – KHAG bringt Klarheit, Fragen bleiben
  • GQMG-Mitgliederversammlung 2026
  • Rückblick: GQMG-Jahrestagung 2026 in Köln
  • Gestaltung Interner Audits in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (CACG 2025-01)
  • Digitalisierung vorantreiben - worauf es im Softwareauswahlprozess ankommt
  • GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
  • GQMG-Wissenssnack

Aktuelles

  • Cochrane Deutschland Stiftung
  • Die AG Medizin und Gesundheit des Transparency International
  • Evidenz als Eintrittskarte
  • Berufliches, Persönliches
  • Literaturübersicht
  • Journals
  • CIRS-Fälle
  • Juristisches, Regulatorisches
  • Aus der Normenschmiede
  • ZEFQ
  • Veranstaltungen und Seminare
  • Stellenangebote

Neues aus der GQMG

Save the Date: GQMG-Summercamp 2026

Auch in diesem Jahr lädt die GQMG erneut zum etablierten Summercamp ein – einem inspirierenden Rahmen für Austausch, fachliche Weiterentwicklung und Vernetzung zwischen Einsteigern und Experten für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung.

Nach einem gelungenen Summercamp 2025 freuen wir uns, auch 2026 wieder zum gemeinsamen Austausch einzuladen. Das Summercamp zeichnet sich durch den intimen Rahmen und die Verbindung von fachlichem Austausch in einer besonderen Atmosphäre aus. Hier treffen sich Einsteiger:innen, Expert:innen sowie Fach- und Führungskräfte, um gemeinsam aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Das nächste GQMG-Summercamp findet vom 20. bis 22. August 2026 im Kloster Schmerlenbach statt. Weitere Informationen folgen in Kürze auf unserer Webseite.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

GQMGaktuell: Krankenhausreform – KHAG bringt Klarheit, Fragen bleiben

Das die Krankenhausreform dringend notwendig ist, darüber herrscht Einigkeit. Wie sie umgesetzt werden soll, das wurde und wird noch immer heftig diskutiert. Mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz KHAG sind nun weitere entscheidende Rahmenbedingungen klar. Was das für die Planungsbehörden der Länder bedeutet und auf welche zu klärenden Probleme sie dabei stossen, erläutert in einem GQMGaktuell Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft moderiert von Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg am 21.4.2026 zwischen 16:00 und 17:00 Uhr.

Die Veranstaltung wird von der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) organisiert und ist kostenfrei sowie ohne Anmeldung über nachfolgenden Link zugänglich.

GQMG-Mitgliederversammlung 2026

Der Vorstand lädt alle Mitglieder herzlich ein, am Freitag, den 25. September 2026 von 15:00 bis 17:00 Uhr an der digitalen 35. Mitgliederversammlung der GQMG teilzunehmen.

Die offizielle Einladung mit weiteren Details wird fristgerecht versendet.

Wie gewohnt gibt es aktuelle Einblicke in die Vorstandsarbeit sowie Berichte aus den Arbeitsgruppen einschließlich der Präsentation neu entwickelter Arbeitshilfen.

Rückblick: GQMG-Jahrestagung 2026 in Köln

Die GQMG-Jahrestagung 2026 liegt hinter uns – zwei Tage voller fachlicher Impulse, intensiver Diskussionen und wertvoller Begegnungen in den Räumen der Uniklinik Köln.

Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen im Qualitäts- und Risikomanagement, darunter Digitalisierung und KI, Qualitätskultur sowie neue gesetzliche Anforderungen an Gesundheitseinrichtungen.

Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Hans Härting (links im Bild neben unserer Vorsitzenden Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg), der eindrucksvoll zeigte, welche Erkenntnisse aus der Luftfahrt auf das Gesundheitswesen übertragen werden können.

Die Jahrestagung hat erneut gezeigt, wie wichtig der interdisziplinäre Austausch für die Weiterentwicklung von Qualitäts- und Risikomanagement im Gesundheitswesen ist.

Gestaltung Interner Audits in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (CACG 2025-01)

Die AG Audit und Auditerfahrung hat die Anforderungen an interne Audits zusammengestellt und interpretiert. Daraus werden Empfehlungen für die Planung, Durchführung, Dokumentation und den Umgang mit den Ergebnissen der Audits abgeleitet.

Für die praktische Anwendung hat die AG Muster für Auditplanung, Checklisten und Auditbericht erstellt, welche in den nächsten Tagen auf unserer Webseite eingestellt werden.

Digitalisierung vorantreiben - worauf es im Softwareauswahlprozess ankommt

Die Auswahl geeigneter Software ist ein entscheidender Schritt für eine erfolgreiche Digitalisierung im Gesundheitswesen. In diesem Workshop erhalten Sie praxisnahe Empfehlungen, wie der Auswahlprozess strukturiert und effizient gestaltet werden kann, um Risiken zu reduzieren und digitale Projekte nachhaltig umzusetzen.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Geschäftsführungen, IT-Verantwortliche und Qualitätsmanagementbeauftragte, die über die Beschaffung von Software zur digitalen Transformation ihrer Einrichtungen treffen. Gemeinsam mit Dr. Kerstin Rego von Digital Unicorn Consulting analysieren Sie ihr Projekt, dessen Digitalisierungslevel und lassen Potentiale zur Optimierung dessen Implementierung erwachsen. Mit Hilfe mehrerer Methoden erhalten Sie einen Mehrwert für den Erfolg Ihres eigenen Projektes.

Der Workshop findet am 24.4.2026 von 9:00 bis 13:00 Uhr online statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 239 € pro Person, die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.

Anmeldungen bis zum 19.4.2026 bitte an: rego@digitalunicorn-consulting.de

GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online

Episode 53: Digital Human im Krankenhaus

Im aktuellen Gespräch mit Jon Lennart Wulff (Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin, Universitätsklinikum Essen, sowie MediCe) steht der Einsatz von „Digital Humans“ als menschenähnliche, KI-basierte Avatare im Krankenhaus im Fokus. Diese digitalen Assistenten sollen Patientinnen und Patienten 24/7 niedrigschwellig Informationen bereitstellen – auf mobilen Endgeräten oder perspektivisch als Hologramm in Klinikbereichen.

Episode 54: Magnet: Qualität gemeinsam gestalten

In der neuen Episode von „Puls der Transformation“ sprechen Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit Julia Köppen (Universität Bielefeld & TU Berlin) und Andreas Kocks (Universitätsklinikum Bonn) darüber, wie Magnet for Europe in deutschen Kliniken umgesetzt wird. Spannend ist dabei vor allem: Magnet ist weit mehr als ein weiteres Zertifikat – es steht für einen tiefgreifenden Unternehmenskulturwandel.

GQMG-Wissenssnack

Voll beherrschbares Risiko

Googeln Sie mal dieses Stichwort! Dutzende von im Medizinrecht spezialisierten Rechtsanwälten erläutern Ihnen dort wortreich die zentrale Rolle dieser Formel. Im Patientenrecht (BGB § 630h) heißt es dazu: „(1) Ein Fehler des Behandelnden wird vermutet, wenn sich ein allgemeines Behandlungsrisiko verwirklicht hat, das für den Behandelnden voll beherrschbar war und das zur Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit des Patienten geführt hat.“

Im Absatz (5) wird die Formel um den groben Fehler noch verschärft: „(5) Liegt ein grober Behandlungsfehler vor und ist dieser grundsätzlich geeignet, eine Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit der tatsächlich eingetretenen Art herbeizuführen, wird vermutet, dass der Behandlungsfehler für diese Verletzung ursächlich war.“ Das gilt auch für verspätete oder unterlassene Maßnahmen. Als Erstes fragt der Richter, ob alles Zumutbare getan wurde, um den Prozess vollständig zu beherrschen. “Unvermeidbare“ Fehler gibt es nicht.

Mit diesen Regeln will der Gesetzgeber die Beweislast der Patienten verringern. So schockierende Ereignisse wie Operationen der falschen Seite, im Bauch vergessene Tupfer, irrtümlich entfernte Organe oder falsche histologische Diagnosen sind nicht nur Tragödien für die Betroffenen. Sie sind das Versagen der Behandelnden. Einmal, weil sie so schwerwiegende Folgen haben. Zum anderen, weil wir genau wissen, wie sie zu vermeiden gewesen wären. Es sind Ereignisse, die niemals passieren dürfen – Never Events.

Und doch geschehen sie.

„Voll beherrschbares Risiko“ ist die passende Übersetzung für „Never Event“. Das Ideal ist der vollständig beherrschte Prozess. Sicherheit ist ein Qualitätsmerkmal. Unerwünschte Ereignisse sollen nicht auftreten, schwerwiegende schon gar nicht. Und was heute unvermeidbar erscheint, ist morgen vielleicht schon obsolet.

Der Vorteil der Formulierung „voll beherrschbarer Risiken“ liegt in der daraus resultierenden Handlungsempfehlung. Wir müssen den Prozess genau untersuchen, in dem sich ein Risiko realisiert hat. Mehr noch: Wir müssen Prozesse prospektiv darauf abklopfen, wo Fehler möglich sind und welche Einflüsse dazu führen – ob technische oder menschliche. Wenn wir aus Erfahrung wissen, wo die Gefahren lauern oder wo wir sie uns nur denken können. An den kritischen Kontrollpunkten müssen wir unsere Sicherheitsbarrieren einfügen. Die magischen Buchstaben sind HACCP und FMEA.

Aktuelles

Cochrane Deutschland Stiftung

Positionspapier: Freien Zugang zu Wissen sicherstellen, evidenzbasierte Gesundheitsversorgung stärken

Fehl- und Überversorgung lassen sich im Interesse der Patienten erkennen und vermeiden, wenn evidenzbasierte Erkenntnisse konsequent berücksichtigt werden. Cochrane Deutschland fordert deswegen, den Zugang zu Wissen zu sichern, die Forschung auf vorhandenem Wissen aufzubauen, die Transparenz in der Forschung sicherzustellen, systematische Übersichtsarbeiten finanziell zu fördern und für verlässliche Gesundheitsinformationen zu sorgen.

Die AG Medizin und Gesundheit des Transparency International

Deutschland nimmt Stellung zum Betrieb des Klinik-Atlas durch den G-BA (2026-02-25):

Dem Bundestag liegen Änderungsanträge zum Klinik-Atlas vor, demzufolge dieser künftig nicht mehr vom Gesundheitsministerium, sondern vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) betrieben werden soll.

Der Klinik-Atlas soll es Patient:innen ermöglichen, informierte Entscheidungen darüber zu treffen, in welcher Klinik ihre Erkrankung am besten therapiert werden kann.

Der G-BA jedoch wird von einflussreichen Interessenverbänden getragen: Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Deutsche Krankenhausgesellschaft und Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Alle haben eigene Interessen und können den Klinik-Atlas nicht unabhängig gestalten.

Transparency International Deutschland fordert, dass der Klinik-Atlas an eine unabhängige Institution ohne Interessenkonflikte übergeben oder im Bundesministerium für Gesundheit behalten wird.

Unten finden sie die vollständige Stellungnahme.

Evidenz als Eintrittskarte: Gezahlt wird, was wirklich nützt? Wie evidenzbasiert sind Entscheidungen über GKV-Leistungen?

Wenn es die Kasse zahlt, soll der Nutzen einer Behandlung nachweisbar sein. Dahinter steht das GKV-Grundprinzip: Versicherte haben Anspruch auf notwendige Krankenbehandlungen und Leistungen, die dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen. Umgekehrt gilt: Wäre der Nutzen ausreichend belegt, wäre eine Maßnahme keine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), sondern Kassenleistung. Werden die Kosten nicht erstattet, liegt das daran, dass keine oder nur unzureichende Belege vorliegen. Oder dass die Leistung bisher noch nicht erprobt wurde.

Madlen Sixtensson und Maria Misevic im Auftrag des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Berufliches, Persönliches

Sandra Stöckig

Zum Beginn des Monats März übernimmt Sandra Stöckig die Verantwortung für die neu eingerichtete Stabsstelle für Prozess- und Organisationsmanagement bei den Paracelsus Kliniken. Mit dieser Funktion werden Abläufe konzernweit gebündelt und weiterentwickelt. Die Klinikgruppe zeigt damit klar: Sie will die Zukunft des Gesundheitswesens aktiv mitgestalten – im eigenen Verbund und darüber hinaus.

In ihrer neuen Rolle wird Sandra Stöckig standortübergreifende Projekte steuern, Abläufe über alle Leistungsbereiche hinweg harmonisieren und Teams befähigen, Veränderungen schneller umzusetzen. Ziel ist es, Transparenz zu erhöhen, Doppelstrukturen abzubauen und Zeit und Energie dorthin zu bringen, wo sie den größten Unterschied machen: in die direkte Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Als neues Mitglied der GQMG begrüßen wir:

Lia Maren Blödorn, Qualitätsmanagement, Risikomanagement, Prozessmanagement, Projektmanagement und Digitalisierung, Contilia GmbH

Dr. med. dent. Silvana Glugla, Zahnmedizin, niedergelassen in Offenburg

Dr. Christoph Arens, Patientensicherheit und Qualitätsmanagement, Universitätsklinikum Heidelberg

Prof. Dr. Hanne Seidling, Patientensicherheit und Qualitätsmanagement, Universitätsklinikum Heidelberg

Literaturübersicht

Impact of Standardized Reporting Systems on Patient Experience in Radiology

Dieser Artikel untersucht die Rolle von strukturiertem Reporting und KI bei der Verbesserung der Patientenerfahrung in der Radiologie und adressiert Herausforderungen wie Ungleichgewichte in der Arbeitsbelastung sowie Kommunikationsprobleme. Wichtige Punkte sind die Einführung standardisierter Systeme, der Einsatz von KI sowie patientenzentrierte Kommunikation. Praktische Tipps werden geteilt, um die Genauigkeit der Berichtsergebnisse, das Patientenengagement und die Versorgungsqualität zu verbessern.

Igor Toker, Sven Jansen, Daniel Lorenz
Journal of Patient Experience 2025 (12)DOI: 10.1177/23743735251314648

Is independent double-checking superior to single-checking in medication administration error detection? A randomised controlled simulation trial

Die unabhängige Doppelprüfung (UDP) verbesserte die Fehlererkennung bei erfahrenen Pflegekräften, jedoch nicht bei Berufsanfängern. Angesichts der widersprüchlichen Ergebnisse, des Ressourcenbedarfs und der Anfälligkeit für soziale Schludrigkeit könnte UDP als universelle Sicherheitsstrategie ungeeignet sein. Die Stärkung der Fähigkeit bei der Einfachprüfung und die Unterstützung des klinischen Urteilsvermögens können einen effektiveren, skalierbareren Ansatz zur Verbesserung der Medikamentensicherheit bieten.

Johanna I Westbrook, Ryan Daniel McMullan, Erin Fitzpatrick, Alison Merchant, Mark Wiggins, Nanda Aryal, Magdalena Z Raban, Alan Gardo, Caleb Lapointe, Philip Williams, Ling Li
doi: 10.1136/bmjqs-2025-019743

Reduziert das Umgehen nahegelegener Krankenhäuser für hochwertige Versorgung die Todesfälle bei stationären Patienten mit Schlaganfall?

Das Umgehen eines nahegelegenen Krankenhauses, um in einem entfernten tertiären Krankenhaus behandelt zu werden, war mit einer niedrigeren Sterblichkeitsrate bei Schlaganfällen verbunden. Günstige Ergebnisse wurden beobachtet, wenn tertiäre Krankenhäuser innerhalb von 30 Minuten bei ischämischem Schlaganfall und innerhalb von 60 Minuten bei hämorrhagischem Schlaganfall erreichbar waren.

Eine retrospektive Studie von 328.206 Fällen
Pan J; Yan X
BMJQualHealth DOI: 10.1136/bmjqs-2025-019330

Der Tag ist lang

Eine Blutentnahme am frühen Morgen stört die Patienten erheblich. Die Verschiebung der Blutentnahme von 4 auf 6 Uhr führt zu besserer Schlafqualität, längerer Schlafdauer und höherer Patientenzufriedenheit. Die frühe Stunde wird oft mit der Vorlaufzeit am Entlassungstag begründet. Alternativ sollte an Entnahmen am Abend vor Entlassung gedacht werden.

Effect of timing of morning blood draws on sleep quantity and quality in hospitalized patients.
Chakabva MS, et al.
J Hosp Med 2026 Feb 4; DOI: 10.1002/jhm.70269

Buchbesprechung

National Association for Healthcare Quality

The NAHQ Healthcare Quality Competency Framework 2026

In Abstimmung mit der Joint Commission hat die NAHC einen Kompetenz-Rahmen für Qualitätsmanager vorgelegt. Das Konzept sollte bei der Erarbeitung eines Curriculums für Mitarbeitende im QM herangezogen werden. Das Konzept ist in 8 Felder und 28 Kompetenzen gegliedert. Das Konzept ist im Journal of Healthcare Quality veröffentlicht, von der Joint Commission unterstützt und weltweit von Gesundheitseinrichtungen und Hochschulprogrammen übernommen.

APU – Die Abdominal Pain Unit

Standardisierte strukturierte Versorgung von Patienten mit atraumatischen Bauchschmerzen in der Notaufnahme

Abschlussbericht zu dem vom G-BA Innovationsfond geförderten Projekt unter Konsortialführung der Charité Berlin

Entlang des Leitsymptoms der nichttraumatischen abdominalen Schmerzen wird der Ablauf in der Notfallaufnahme analysiert. Die Ergebnisse sind nicht nur ablauforganisatorisch relevant. Die Methode ist auf andere Leitsymptome übertragbar. Sie berücksichtigt die diagnostischen Untersuchungen und Entscheidungspunkte, den Zeitbedarf und die Kostengesichtspunkte. Der Abschnitt 4 ist unbedingt lesenswert. Vorbildlich der „Abdominal Pain Process“ mit APP (Anlage 1, S. 105) und SOP (Anlage 2)

Prozessorientiertes QM in Bestform! Und dazu ein perfektes Studiendesign.

Möckel, Martin (Hrsg.)
2026 | Abschlussbericht | Projekt APU (G-BA Innovationsfonds)

Der Entlassbrief

Heldmann, Yvonne

DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift
Ausgabe 05 | Volume 151 | Februar 2026
DOI: 10.1055/s-016-63022

Unintended retained surgical items: a systematic review of 743cases

Zurückgelassene Fremdkörper (Retained Surgical Items RSI) nach Operationen gehören zu den voll beherrschbaren Risiken (Never Events). Aber sie kommen weiterhin vor. Wo ereignen sie sich? Was wird übersehen?

Daten aus 634 Studien ergaben 743 RSI-Fälle in 78 Ländern. Die Inzidenz war bei Frauen im Alter von 20 bis 49 Jahren höher (gynäkologische Eingriffe sind hier der Grund) als bei Männern. RSI trat in allen Altersgruppen und Operationszentren auf, wobei Kaiserschnitt, Cholezystektomie, Hysterektomie, Koronarbypass und Appendektomie 34,6 % der Fälle ausmachten. Die Zeit bis zur Entdeckung von RSI betrug 24,3 Monate (Median), wobei 22,6 % der Fälle mehrere Jahre dauerten. Die meisten Patienten (60,0 %, ausgeschlossen nicht gemeldete Fälle) kamen zunächst in ein anderes Krankenhaus, wobei Schmerzen (54,9 %) die Hauptbeschwerden waren; die Symptomdauer betrug 4,1 Monate (Median). Die Computertomographie war die am häufigsten verwendete diagnostische Methode (40,3 %), und RSI wurde vor der erneuten Operation nur bei 24,9 % der Patienten bestätigt. In 90,8 % der Fälle wurden chirurgische Eingriffe durchgeführt, obwohl einige Patienten entweder eine Operation ablehnten oder keine Behandlung erhielten. Die meisten Arten von RSI (92,0 %) betrafen chirurgische Gegenstände, die vorab gezählt wurden. Während 56,3 % der Patienten sich erholten, starben 2,6 %. Der Krankenhausaufenthalt nach der Operation betrug 5 Tage (Median).

Park, Seong-Hi; Cho, Yoon Soo
International Journal for Quality in Health Care
2026 | Vol. 38 (1) | DOI: 10.1093/intqhc/mzag013

Journals

Nilsen AH, et al.
Improved pain management after tonsil surgery in adults: a quality improvement programme. 
BMJ Open Quality. 2026;15:e003665.

Kong M, et al.
Evaluation of the accuracy and safety of machine translation of patient-specific discharge instructions: a comparative analysis. 
BMJ Qual Saf. 2026 Feb 19;35(3):150-158.

Bayramzadeh S, et al.
Redefining Interruptions: Events, Causes, and Impacts in Trauma Rooms.
J Patient Saf. 2025 Oct 1;21(7Supp):S12-S20. doi: 10.1097/PTS.0000000000001360. Epub 2025 Sep 23.

CIRS-Fälle

Behandlungsfehler-Verdachtsmeldungen bei Gesetzlichen Krankenversicherungen: Ungenutzte Potenziale zum Ausbau der Patientensicherheit?

Gesetzliche Krankenkassen sind gemäß § 66 SGB V verpflichtet, ihre Versicherten bei der Aufklärung von Behandlungsfehlervorwürfen zu unterstützen. Jährlich melden Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung tausende Verdachtsfälle, die von den Krankenkassen systematisch erfasst, analysiert und dokumentiert werden.

Im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) betreibt die DGPS gGmbH eine Plattform zur strukturierten Auswertung dieser anonymisierten Daten. Der „TK-Patientensicherheits-Zirkel (TK-PSZ)“ unterstützt die TK bei der Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags und nutzt die gewonnenen Erkenntnisse gezielt zur Weiterentwicklung von Patientensicherheit und Versorgungsqualität – im Sinne eines präventiven Ansatzes.

Zentrale Ergebnisse werden in Form von „TK-Patientensicherheits-Signalen“ veröffentlicht, die relevante sicherheitsbezogene Ereignisse sichtbar machen und sich gezielt an Fachpersonal in Kliniken und Praxen richten.

Im Rahmen der GQMG-Jahrestagung 2026 wurden die methodischen Grundlagen dieses Ansatzes vorgestellt und praxisnahe Impulse für das Qualitäts- und Risikomanagement im Gesundheitswesen gegeben.




Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:

InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem vdek

TK-Fall: "Arzneimitteltherapiesicherheit: Reduktion von Verordnungsfehlern"

vdek-Fall: "Medikamente läuft ins Gewebe durch falsch platzierte Braunüle"











Aus dem Netzwerk CIRS Berlin








Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0

"Umstellung der PICC-Line-Katheter von einem System einer Firma auf ein anderes System einer anderen Firma"






Juristisches, Regulatorisches

Mit Beschluss des Bundestages verpflichtet das Krankenhausreformanpassungsgesetz den Gemeinsamen Bundesausschuss, bis Ende 2027 eine Qualitätssicherung-Richtlinie zum Screening des Ernährungszustandes von Krankenhauspatienten zu erarbeiten. Diese sollen verbindliche Anforderungen für Krankenhäuser festlegen. Es wird unter anderem ein systematisches Screening auf Mangelernährung bei der Aufnahme, Anforderungen an qualifiziertes Personal sowie Vorgaben für eine strukturierte Therapieplanung vorgesehen, wenn eine Mangelernährung diagnostiziert wird. Nach Angaben aus dem Kreis der Abgeordneten und der Fachgesellschaften für Ernährung soll damit erstmals (?) sichergestellt werden, dass der Ernährungszustand der Patienten bereits zu Beginn des Klinikaufenthalts erfasst und bei Bedarf gezielt behandelt wird.

Aus der Normenschmiede

Mitteilung der AWMF

Das Programm für Nationale Versorgungsleitlinien ist im Oktober 2025 neu gestartet

Das Programm für Nationale Versorgungsleitlinien (NVL) wird in gemeinsamer Herausgeberschaft der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) und des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) neu gestartet. Nachdem die rechtlichen Fragen geklärt und alle Stellen erfolgreich besetzt werden konnten, hat das neue NVL-Team seine Arbeit aufgenommen.

S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD

Diese Leitlinie ergänzt die Nationale Versorgungsleitlinie für COPD und integriert die neuesten evidenzbasierten Erkenntnisse, um eine frühere und effektivere Behandlung zu ermöglichen.
Eine wichtige Neuerung betrifft laut Leitliniengruppe um Kathrin Kahnert und Henrik Watz die Diagnostik: „Wir wissen jetzt: Eine detaillierte pneumologische Lungenfunktionsdiagnostik und CT-Thorax bieten hier einen hohen zusätzlichen Mehrwert, insbesondere bei Diskrepanz zwischen Symptomen und Spirometrie. So können wir Betroffene früher identifizieren“, erklärte Kahnert. Die alleinige Spirometrie – wie bisher empfohlen – erkenne frühe Veränderungen in der Regel zu spät, so die Expertin.

S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Alopecia areata bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Verfasst unter Leitung von Ulrike Blume-Peytavi und Doris Wilborn, Charité Berlin

S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie
Version: 1.0 Stand: 31.01.2026

DIN EN ISO 14001:2026-03 - Entwurf
Umweltmanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung (ISO/FDIS 14001:2026); Ausgabedatum 2026-03 Seiten 97

Dieses Dokument legt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest, das eine Organisation zur Verbesserung ihrer Umweltleistung verwenden kann. Es richtet sich an eine Organisation, die danach strebt, mit ihren umweltbezogenen Verantwortlichkeiten in einer systematischen Weise so umzugehen, dass sie zur ökologischen Säule der Nachhaltigkeit beiträgt. Das zuständige nationale Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 172-00-02 AA "Umweltmanagement/Umweltaudit" im DIN-Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS)

DIN EN ISO 27799:2026-03
Medizinische Informatik - Informationssicherheitsmanagement im Gesundheitswesen bei Verwendung der ISO/IEC 27002 (ISO 27799:2025); Ausgabedatum 2026-03 Seiten 86

Gegenüber DIN EN ISO 27799:2016-12 wurden die folgenden Änderungen vorgenommen:
a) Angleichung an die neue Struktur von ISO/IEC 27002:2022 und andere Änderungen an dieser Norm gegenüber der vorherigen Version;
b) Überarbeitung und Hinzufügung von gesundheitsrelevanten Kontrollen;
c) Streichung von Inhalten, die ursprünglich nur in der zweiten Ausgabe dieses Dokuments enthalten waren, dann aber in ISO/IEC 27002:2022 aufgenommen wurden;
d) Hinzufügung von informativen Anhängen mit
i) zusätzlichen Leitlinien zur Cybersicherheit in Gesundheitsorganisationen, basierend auf ISO/TS 14441:2013, 5.3
ii) Beispielen für Sicherheits- und Datenschutzanforderungen für Gesundheitsinformationssysteme.

ZEFQ

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