Neues aus der GQMG

  • Save The Date ­– GQMG-Summercamp 2025
  • GQMGimpuls: Gesetzlicher Qualitätsbericht (Qb-R) für das Berichtsjahr 2024
  • QS-Sepsis im Fokus: Einblicke in Konzeption & Vorbereitung des DeQS-Verfahrens 2026
  • Nachberichte von der GQMG-Jahrestagung 2025
  • GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
  • GQMG-Wissenssnack: der spezielle Prozess

Aktuelles

  • Fristen in Blick behalten­ – mit der neuen Übersicht der DKG-Geschäftsstelle!
  • Ein globaler Schutzschild vor der nächsten Pandemie
  • RAL wird 100 Jahren alt
  • BÄK legt Thesenpapier „Künstliche Intelligenz in der Gesundheitsversorgung vor
  • Ohne ärztliches Gespräch ist eine Patientenaufklärung wirkungslos
  • Wie wirkt sich schlechte Kommunikation auf die Patientensicherheit aus?
  • Die Auswirkung von Müdigkeit auf die Patientensicherheit
  • Auswirkungen von Mindestpersonalrichtlinien auf das Pflegeteam auf der Station
  • CIRS-Fälle
  • Aus der Normenschmiede
  • Veranstaltungen und Seminare
  • Stellenangebote

Neues aus der GQMG

Save the Date – GQMG-Summercamp 2025

Auch in diesem Jahr lädt die GQMG wieder zum beliebten Summercamp ein – einem inspirierenden Ort für Austausch, Weiterbildung und Vernetzung im Bereich Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Das Summercamp 2024 bot spannende Vorträge, angeregte Diskussionen und praxisnahe Einblicke – unter anderem zu Themen wie agile Methoden, Entbürokratisierung, Haftpflichtfällen sowie zur aktuellen Reformagenda im Krankenhauswesen. Besonders geschätzt wurde die Verbindung von fachlichem Input und kollegialem Austausch in entspannter Atmosphäre.

Für 2025 erwarten Sie erneut aktuelle Themen, neue Formate und praxisnahe Lösungen für Ihren Berufsalltag in Klinik, Praxis und Wissenschaft.

11.–13. September 2025
Kloster Schmerlenbach

Weitere Informationen folgen in Kürze auf unserer Webseite.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

GQMGimpuls: Gesetzlicher Qualitätsbericht (Qb-R) für das Berichtsjahr 2024 – Änderungen und Tipps für die Praxis

Am 10. Juni 2025 von 16:00 bis 17:00 Uhr findet der nächste GQMGimpuls als Online-Veranstaltung statt. Diesmal dreht sich alles um den gesetzlichen Qualitätsbericht (Qb-R) für das Berichtsjahr 2024 und die damit verbundenen Änderungen sowie praxisnahe Tipps zur optimalen Berichtserstellung.

Alljährlich gilt es, die Beschlüsse des G-BA zu Änderungen im Paragraphenteil und in den Anlagen des gesetzlichen Qualitätsberichtes durchzuarbeiten, damit eine korrekte und bestmögliche Berichtserstellung gelingt. Die Schnittstellen zu weiteren Datenlieferungen steigen und sollten im Blick behalten werden. Neben Informationen zu den Änderungen für das Berichtsjahr und Tipps aus der Praxis zum Überblick über die Daten soll ein kollegialer Austausch Teil des GQMGimpuls sein.

Katrin Stapenhorst, Leiterin des Qualitätsmanagements der CHRISTOPHORUS Gruppe Coesfeld und Sprecherin der GQMG AG Kommunikation im Qualitäts- und Risikomanagement, wird als Referentin durch das Thema führen und wertvolle Einblicke aus der Praxis geben. Die Moderation übernimmt Burkhard Fischer von der GQMG.
Die Veranstaltung wird von der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) organisiert und ist kostenfrei sowie ohne Anmeldung zugänglich.

QS-Sepsis im Fokus: Einblicke in Konzeption & Vorbereitung des DeQS-Verfahrens 2026

Mit über 53 Teilnehmenden war unser GQMGimpuls am 20. Mai 2025 sehr gut besucht – das große Interesse zeigt die Relevanz des Themas für die Praxis.

Gemeinsam widmeten wir uns dem neuen, sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahren zur Diagnostik und Therapie der Sepsis, das ab dem 1. Januar 2026 verpflichtend wird.

Im Fokus standen:

  • Fallbezogene Dokumentation inkl. Screening (z. B. qSOFA/NEWS2), Therapiebeginn & Beatmungszeiten
  • Einrichtungsbezogene Dokumentation zu SOPs, Schulungen & ABS-Teams
  • Anforderungen an IT, Prozesse & Fristen für die Datenübermittlung
  • Umsetzung der Schulungspflicht zur Sepsis-Erkennung & -Therapie

    Unsere Referentinnen Sabine Löffler und Martina Kuckelmann lieferten unter der Moderation von Dr. Susanne Eberl fundierte Einblicke und praktische Hinweise für die anstehenden Umsetzungsschritte in den Kliniken.

    Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für den engagierten Austausch!

    Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Impulse zum Thema QS Sepsis – das neue DeQS-Verfahren. Das Handout steht zum Download auf unserer Webseite zur Verfügung.

    Schauen Sie gerne auf die kommenden Termine der GQMGimpuls – es erwarten Sie weitere spannende Themen.





 



Nachberichte von der GQMG-Jahrestagung 2025

Die GQMG-Jahrestagung 2025 in Hamburg bot praxisnahe Einblicke, neue Impulse und vielfältige Diskussionsmöglichkeiten für Fachpersonen aus Medizin, Pflege, Management und Wissenschaft. Drei Themen standen in diesem Jahr auch im Fokus – sie zeigen beispielhaft, wie differenziert und zugleich umsetzungsnah Qualitätsarbeit gestaltet werden kann.

IQM-Ergebnisse wirksam nutzen – Behandlungsergebnisse verbessern

Wie lassen sich Routinedaten systematisch analysieren und für gezielte Verbesserungen nutzen? Diese Frage prägte die gleichnamige Session unter der Moderation von Jan-Peter Braun.
Andre Cools zeigte eindrucksvoll, wie IQM-Daten im klinischen Alltag – etwa in Medical Boards – strategisch und operativ genutzt werden können. Ralf Hammerich stellte den Peer Review als Instrument vor, um Veränderung anzustoßen, während Holger Holthusen aufzeigte, wie Transparenz Vertrauen schaffen kann.
Die richtige Nutzung von IQM-Daten ist zentral – ob in Steuerungsgremien, im internen Qualitätsdialog oder in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit.

Workflow-Life-Cycle interaktiv – Prozessverbesserung mit System

Warum geraten gute Ideen zur Prozessoptimierung oft ins Stocken? Dieser Frage widmete sich ein interaktiver Workshop unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Greiling.
Der vorgestellte Workflow-Life-Cycle-Ansatz bietet einen praxiserprobten Rahmen für nachhaltige Prozessverbesserung: von der Identifikation von Schwachstellen über die Entwicklung einfacher Maßnahmen bis hin zur Umsetzung und Evaluation. Dabei standen Themen wie Partizipation, Erfolgskommunikation und Messbarkeit im Mittelpunkt.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren eindeutig: Der Ansatz ist praxisnah, gut übertragbar – und motivierend.

QS-Sepsis – Vorbereitung auf das neue DeQS-Verfahren

Mit dem Beschluss des G-BA vom 19.12.2024 tritt zum 1.1.2026 das neue QS-Verfahren „Diagnostik und Therapie der Sepsis“ in Kraft. In einer fundierten Session unter der Moderation von Prof. Dr. Jürgen Pauletzki bereiteten Sabine Löffler und Martina Kuckelmann die Teilnehmenden auf die bevorstehenden Anforderungen vor.

Im Fokus standen u. a. fall- und einrichtungsbezogene Dokumentationen, IT-gestützte Kennzahlen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Einbindung aller Berufsgruppen. Die Session bot wertvolle Orientierung sowohl für Einrichtungen in der Umsetzungsphase als auch für solche, die noch in der Vorbereitung stehen.

Alle Teilnehmenden erhielten umfangreiche Handouts. Mitglieder der GQMG profitieren regelmäßig von solchen exklusiven Materialien, praxisorientierten Vorlagen und einem starken Fachnetzwerk.

GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online

Episode 33: Change Management konkret

In der aktuellen Episode des GQMG-Podcast „Puls der Transformation“ diskutieren Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit Cornelius Klingel (Manager & KI Change-Management Lead bei CPC Unternehmensmanagement AG sowie Dozent an der DHBW) über konkrete Erfolgsfaktoren im Change Management.

 Was sind die wichtigsten Learnings aus dem Gespräch?

  • Prozesse zuerst denken: Digitalisierung funktioniert nicht nach dem Motto „KI draufklatschen und fertig“. Entscheidend ist, die eigenen Prozesse zu verstehen und gezielt dort anzusetzen, wo technische Unterstützung echten Mehrwert bringt. 
  • Motivation als Rückenwind: Immer mehr Unternehmen – gerade im Mittelstand – machen ihre Hausaufgaben, suchen Use Cases und gestalten ihre Prozesse proaktiv. Die Motivation kommt oft aus dem Team selbst, nicht nur „von oben“. 
  • Change Management braucht einen Plan: Transformation ist kein Selbstläufer. Ein klarer, iterativer Plan ist unverzichtbar, um Veränderungen nachhaltig zu gestalten – gerade, wenn das Zielbild noch nicht final definiert ist. 
  • Niedrigschwellige Tools als Enabler: Werkzeuge wie ChatGPT zeigen, wie Akzeptanz und Motivation steigen, wenn die Einstiegshürden gering sind und der Nutzen für den Arbeitsalltag klar erkennbar ist. 
  • QM als Schlüsselressource: Qualitätsmanagement und Prozessdokumentation sind oft schon vorhanden – sie müssen aktiv in die digitale Transformation eingebunden werden, um Synergien zu nutzen und Doppelarbeit zu vermeiden. 
  • Externe Impulse als Katalysator: Der „Blick von außen“ hilft, blinde Flecken zu erkennen und die Organisation mit einem stabilen „Gerüst“ (Scaffolding) für die Veränderung zu rüsten. 

Fazit: Digitale Transformation gelingt, wenn Prozesse, Menschen und Technologie zusammengedacht werden – mit klarer Kommunikation, iterativen Schritten und einer Portion Mut, Neues zu wagen.

 

Episode 34: Pflege in Kinderaugen

Wie sehen und erleben Kinder Pflege in der stationären Behandlung? Mit dieser Frage haben sich Dr. Thomas Petzold und Oliver Steidle gemeinsam mit Andreas Kocks (Uniklinik Bonn) und Dr. Tobias Mai (Uniklinik Frankfurt) in einer aktuellen Podcast-Folge beschäftigt. Die Diskussion stützt sich auf ein kreatives Projekt: Über 200 Kinder haben ein Bild von „ihrer Krankenschwester“ gemalt. Die Ergebnisse geben einen einzigartigen Einblick in die Wahrnehmung von Pflege aus Kindersicht. Die Ergebnisse des Malwettbewerbs sind per Link einsehbar.

Was kam dabei heraus?
• Die Bilder zeigen eine enorme Vielfalt, Detailgenauigkeit und Farbenpracht.
• Pflege wird als hochprofessionell, technisch versiert und gleichzeitig sehr zugewandt dargestellt.
• Besonders auffällig: Die Kinder nehmen Pflegende als empathisch, unterstützend und kommunikativ wahr – auch in schwierigen Situationen.
• Neben Emotionen wie Trost und Mut spiegeln die Zeichnungen auch die technische Seite des Berufs wider, z. B. Infusionen, Monitore oder Verbandsmaterial.
• Stereotype wie das „Schwesternhäubchen“ tauchen zwar noch auf, aber die Darstellungen sind viel differenzierter als erwartet.

Warum ist das wichtig?
Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder Pflegefachpersonen differenziert und wertschätzend wahrnehmen – und dass es sich lohnt, dieses Bild auch nach außen zu tragen. Für die Berufsgruppe selbst sind die Zeichnungen ein Spiegel, der Stolz und Motivation stärken kann. Gleichzeitig wird deutlich: Es braucht altersgerechte Aufklärung, damit Kinder ein realistisches Bild vom Pflegeberuf bekommen – nicht nur im Krankenhaus.

Wie geht es weiter?
Das Team arbeitet an einem Kinderbuch, das Vorschul- und Grundschulkindern den Pflegeberuf näherbringen soll. Ziel: 2026 sollen alle rund 60.000 Kitas in Deutschland zwei Exemplare kostenlos erhalten. Dafür werden noch Unterstützer:innen gesucht. Mehr zum Spendenprojekt

ZEFQ-Artikel mit ausgewählten Kinderzeichnungen.

Die Seite des Malwettbewerbs: "PIKA Pflege in Kinderaugen"

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für dieses inspirierende Projekt, das aufschlussreiche Gespräch und den wichtigen Beitrag zur Wertschätzung der Pflege!

GQMG-Wissenssnack: der spezielle Prozess

Darin sind sich alle einig: Bei der Bewertung von medizinischen Behandlungen kommt es auf das Ergebnis an! Oft kann man aber das Ergebnis nicht so einfach beurteilen. Ist ein Instrument steril? Kann man Sterilität sehen oder ertasten? Kann man dem Airbag ansehen, ob er sich bei einem Aufprall öffnet? Wann ist ein Messwert richtig oder falsch?

Prozesse, deren gewünschtes Ergebnis durch Qualitätsprüfungen nicht oder nicht in vollem Umfang oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand oder nicht rechtzeitig festgestellt werden kann, werden oft als „Spezielle Prozesse“ bezeichnet. Viele Prozesse mit materiellen Produkten sind speziell, noch öfter sind Dienstleistungen speziell. Diagnostische Prozesse sind immer „speziell“. Dem Messergebnis kann man nicht ansehen, ob es richtig oder falsch ist. Auch Therapien sind speziell. Oft genug wäre das Ergebnis auch ganz ohne Behandlung eingetreten.

Warum also vertrauen wir auf das Ergebnis?

Wir können speziellen Prozessen vertrauen, weil wir sie experimentell verifizieren. Werden bei der Dampfsterilisation für 20 Minuten 121°C bei 2 bar Dampfdruck gehalten, sind die so behandelten Güter frei von vermehrungsfähigen Keimen. In klinischen Studien weisen wir die Wirksamkeit eines Arzneimittels nach. Die Messvorrichtung im Labor wir verifiziert und kalibriert. Halten wir uns an die qualifizierten Prozesse, können wir dem Ergebnis vertrauen. Wir prüfen nicht ein Ergebnis, sondern schließen von der Prozessbeherrschung auf Genauigkeit oder Wirksamkeit der Methode.

Für den, der nicht den Normen folgen mag: Patienten haben Anspruch auf eine zum Behandlungszeitpunkt den allgemein anerkannten, wissenschaftlich gestützten und bewährten Erkenntnissen und Richtlinien entsprechende Behandlung, ausgeführt in einem „beherrschten Prozess“. Ein „gutes“ Ergebnis wird nicht zugesichert.

Im Qualitätsmanagement werden Spezielle Prozesse üblicherweise vorab qualifiziert und bei Erbringung überwacht, um nachzuweisen, dass wir die Prozesse beherrschen. Was dazu gehört, findet man in den Abschnitten 8.3 und 8.5.1 der DIN EN ISO 9001 aufgelistet.

Aktuelles

Fristen im Blick behalten – mit der neuen Übersicht der DKG-Geschäftsstelle!

Die Geschäftsstelle der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hat eine aktuelle Übersicht der Fristen zu den Qualitätssicherungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) veröffentlicht.

Diese Arbeitshilfe erleichtert es Krankenhäusern, den Überblick über wichtige Melde- und Lieferfristen zu behalten – von DeQS über QFR bis PPP-RL.

Die Übersicht umfasst u.a.:
• DeQS-Richtlinie
• Mindestmengenregelungen
• Qualitätssicherung Früh- und Reifgeborene
• PPP-Richtlinie
• QS zur Femurfraktur
• u.v.m.

Eine hilfreiche Ressource für alle, die im Qualitätsmanagement Verantwortung tragen – insbesondere in der Krankenhauspraxis!

Ein globaler Schutzschild vor der nächsten Pandemie: WHO beschließt Pandemievertrag

Am Rande der Weltgesundheitsversammlung in Genf wurde ein Meilenstein der globalen Gesundheitspolitik erreicht: Die WHO-Mitgliedsstaaten haben ohne Gegenstimme einen neuen Pandemievertrag angenommen – ein strategisches Instrument zur Vermeidung von Chaos und Panik wie während der COVID-19-Pandemie.

Kernpunkte des Vertrags:

  • Frühzeitige Prävention & Surveillance: Stärkere Überwachung von Tier- und Humaninfektionen.
  • Faire Ressourcenverteilung: Weltweiter Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten und Schutzmaterialien – insbesondere für Gesundheitspersonal.
  • Technologietransfer & Forschung: Freier Zugang zu genetischen Informationen von Erregern und Know-how-Teilhabe.
  • Solidarische Impfstoffverteilung: Pharmaunternehmen sollen 10 % der Produktion spenden und weitere 10 % vergünstigt abgeben („PABS“-System).

Der Vertrag verleiht der WHO keine Eingriffsrechte in nationale Maßnahmen – er dient ausschließlich der Koordination und Vorbereitung.

Gleichzeitig wurde ein gravierender Budgetrückgang bekannt. Durch den angekündigten WHO-Austritt der USA droht ein strukturelles Defizit, das zu Stellenabbau und Funktionsverlust führen könnte.

RAL wird 100 Jahre alt

Die Buchstaben stehen für Reichsausschuss für Lieferbedingungen. Klingt altmodisch und ungewohnt. RAL ist vielen zumindest von den Farbtafeln bekannt, weniger als von der Gütekennzeichnung, die Verbraucher und Wirtschaft vor falschen Versprechungen schützen sollen. RAL ist eine unabhängige Institution, die eine Kennzeichnung von Waren und Dienstleistungen in einem System der Eigenüberwachung sowie externen Prüfinstitutionen gewährleistet. Gütezeichen unterscheiden sich von allfälligen Güte- und Qualitätssiegeln durch ein neutrales und zuverlässiges Prüfwesen, das die Gütegemeinschaften überwacht.

Die erste Fachgesellschaft in Deutschland, die eine Gütegemeinschaft unter dem Dach der RAL gebildet hat, ist die Deutsche Gesellschaft für Gefäßmedizin. Das RAL GZ 908 für Einrichtungen der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin steht für die Qualität der Versorgung in der Gefäßmedizin und hilft bei der Orientierung der Patienten.

Weitere medizinische Gütezeichen sind GZ 114 Ambulanter Pflegedienst, GZ912 Faire Anwerbung Pflege Deutschland und GZ 387 Medizinische Kompressionsstrümpfe.

BÄK legt Thesenpapier „Künstliche Intelligenz in der Gesundheitsversorgung vor

Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, die Strukturen und Prozesse in der Gesundheitsversorgung grundlegend zu verändern. Nun hat die Bundesärztekammer (BÄK) in einem Thesenpapier zusammengefasst, mit welchen Entwicklungen und Herausforderungen für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte in den kommenden drei bis fünf Jahren durch die Einführung von KI-Systemen zu rechnen ist. Grundlage für das Thesenpapier waren Werkstattgespräche mit Expertinnen und Experten aus Politik, Gesundheitsversorgung und Gesundheitswirtschaft.

Neben dem Thesenpapier „Künstliche Intelligenz in der Gesundheitsversorgung“ hat der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer kürzlich die Stellungnahme „Künstliche Intelligenz in der Medizin” abgegeben. Beide Papiere bilden die Grundlage für die Beratungen des Themas auf dem 129. Deutschen Ärztetag in Leipzig.

Ohne ärztliches Gespräch ist eine Patientenaufklärung wirkungslos

Ein Patient erlitt bei einer Sprunggelenk-Arthoskopie eine Komplikation und wandte bei seiner Haftpflichtklage vor Gericht ein, er sei nicht ausreichend aufgeklärt worden. Das Oberlandesgericht meinte, die Erwähnung der Komplikation im Formular des Aufklärungsbogens reiche aus. Auf das Arztgespräch käme es nicht an und wies die Klage ab.

Der Bundesgerichtshof war da anderer Meinung: Eine beiläufige Erwähnung in einem bloß abgezeichneten Formular sei nicht ausreichend. Es gilt immer das gesprochene Wort. Schriftliche Unterlagen können ein Gespräch vorbereiten. Arzt oder Ärztin können das Formular als Erinnerungsstütze für ihre Gesprächsführung nutzen und darauf Notizen anbringen, wenn sie an Besonderheiten erinnern wollen. E. Steffen, ehemals Richter am BGH, nannte solche Texte gerne „präfabrizierte Protokolle“. Als Beweismittel eine feine Sache, aber für eine wirksame Aufklärung nicht ausreichend.

Niemals kann ein Aufklärungsbogen das umfassende Gespräch ersetzen. Der BGH hält mit diesem Urteil an seiner grundsätzlichen Forderung nach einer mündlichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient fest. Mit Patienten kommuniziert man nicht schriftlich – ganz anderes als vor Gericht. Patienten müssen immer im Gespräch aufgeklärt werden und zwar von einem Arzt oder einer Ärztin - siehe BGB §630e Abs. 2 Satz 1.

Wie wirkt sich schlechte Kommunikation auf die Patientensicherheit aus?

Die systematische Übersicht zeigt, dass schlechte Kommunikation zu etwa jedem vierten unerwünschten Ereignis in der medizinischen Behandlung beiträgt. Dem widerspricht kaum jemand, der sich mit Risiken der Gesundheitsversorgung auskennt. Es fehlen aber auf Daten gestützte Belege. Die Autoren werteten 46 Studien systematisch aus, die zwischen 2013 und 2023 veröffentlicht wurden und über etwa 68 000 Patienten in Nordamerika, Europa und Asien einbeziehen. In diesen Studien wurde über Ereignisse zur Patientensicherheit berichtet wie unerwünschte Ereignisse (15 Studien), Beinah-Zwischenfälle (5 Studien), Medikationsfehler (5 Studien) und undefinierte medizinische Fehler (4 Studien); in 17 Studien wurde die Art des Zwischenfalls nicht angegeben.

Die Qualität der Studien und das Risiko für Verzerrungen waren sehr unterschiedlich. Die Autoren fanden in 42 Studien Angaben, wie weit Kommunikationsprobleme (mündlich, schriftlich, elektronisch oder nonverbal) zwischen Klinikern, Patienten und Pflegepersonal zu Zwischenfällen in der Patientensicherheit beitrugen. Mangelhafte Kommunikation spielte bei durchschnittlich 24% der Zwischenfälle eine Rolle spielte, wobei die Unterschiede zwischen den Studien recht groß waren. Bei 4 Studien wurden Kommunikationsprobleme als einzige Ursache für unerwünschte Ereignisse identifiziert. Im Mittel ist unzureichende Kommunikation für 13 % der Ereignisse verantwortlich.
Die GQMG beschäftigt sich intensiv mit dieser Thematik. Die AG Kommunikation in Qualitäts- und Risikomanagement hat dazu mehrere praxisnahe Arbeitshilfen erstellt.

Die Auswirkung von Müdigkeit auf die Patientensicherheit

In einer umfangreichen Untersuchung wurden Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitssystems (NHS) danach befragt, wie sich Müdigkeit auf die Patientensicherheit in Akutkrankenhäusern auswirkt, um daraus etwas über die wichtigsten Faktoren zu lernen, die zu einer Übermüdung des Personals führen.

Berichtet werden Ergebnisse aus Befragungen des Personals, Diskussionen und Begehungen in mehreren Akutkrankenhäusern, Informationen aus Gremien, Foren und Netzwerken und einer Auswertung weiterer Umfragen und der Literatur.

Die Ergebnisse gelten zunächst für Personal in Akutkrankenhäuser, sind aber auch für Personal in anderen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen relevant.

Die Ermüdung des Personals trägt direkt und indirekt zur Schädigung von Patienten bei. Erkenntnisse über die Größe und das Ausmaß des Risikos, über die Auswirkungen auf die Patientensicherheit und über Mitarbeitergruppen, die am stärksten von Müdigkeit betroffen sein könnten, sind jedoch rar.

Müdigkeit und ihre Auswirkung auf die Sicherheit werden unterschiedlich verstanden. Die Risiken sind nicht immer klar. Die Identifikation und Bewertung des Ermüdungsrisikos ist nicht entwickelt oder wird wenig genutzt. Einige Einrichtungen haben jedoch damit begonnen, diese Risiken zu untersuchen, um sie im Rahmen von Lernprozessen oder beim Leitungshandeln zu berücksichtigen.

Ermüdung wird in den Einrichtungen  und von den Mitarbeitern mehr als persönliches Risiko wahrgenommen, weniger als organisatorisches Problem. Dies führt zu Schuldzuweisung und Bestrafung. Maßnahmen zur Verbesserung bleiben aus. Die Leitungsverantwortung wird oft nicht erkannt.

Arbeitsbelastung, lange Schichten, unzureichende Ruheeinrichtungen und unzureichende Ruhepausen während und zwischen den Schichten gehören zu den organisatorischen Faktoren, die zu Übermüdung führen. Zu den persönlichen Faktoren gehören Betreuungsaufgaben, Menopause, Schwangerschaft, religiöse Praktiken und sozioökonomische Faktoren.

Müdigkeit wirkt sich negativ auf die Sicherheit der Mitarbeiter aus. Das größte Risiko sind tödliche Autounfälle oder Beinaheunfälle, in die Mitarbeiter nach einer langen Schicht auf dem Arbeitsweg verwickelt wurden.

Traditionelle Überzeugungen und ethische Wertvorstellungen in Bezug auf lange und zusätzliche Arbeitszeiten, Stolz und "Heldentum" des Krankenhauspersonals behindern die Anerkennung des Risikos, das von Übermüdung ausgeht. Personalknappheit und finanzielle Zwänge hindern einige Einrichtungen daran, die Risiken der Übermüdung anzugehen.

Die regulatorischen Vorgaben (Arbeitszeitregelung) sind nicht immer ausreichend, um Übermüdungsrisiken zu beheben. Personalmangel und finanzielle Beschränkungen führen leicht zu einer Verleugnung des Einflusses, den Übermüdung auf die Sicherheit der Versorgung hat.

Bei der Analyse von unerwünschten Ereignissen sollte immer auch der Faktor Ermüdung berücksichtigt werden. An die Verantwortung der Leitung, ausreichend kompetentes und leistungsfähiges Personal bereitzustellen, muss erinnert werden.

Auswirkungen von Mindestpersonalrichtlinien auf das Pflegeteam auf der Station

Hintergrund: Die Umsetzung einer gesetzlich vorgeschriebenen Personalausstattung für Pflegekräfte hat komplexe und weitreichende Auswirkungen auf das organisatorische Umfeld, in dem sie tätig sind.

Zielsetzung: Ziel dieser Studie war es, die Perspektiven des Pflegepersonals auf diese Folgen zu untersuchen.

Methodik: Es wurden neun leitlinienbasierte Experteninterviews mit Pflegekräften in einem Krankenhaus in Deutschland durchgeführt, in dem seit 2017 Mindestpflegekräfte-Patienten-Verhältnisse vorgeschrieben sind. Die Analyse erfolgte nach der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse mit Hilfe der induktiven Kategorienbildung nach Mayring (2015).

Ergebnisse: Die Teilnehmer bestätigten die beabsichtigten Effekte, z.B. den Zeitgewinn für die Pflege, erwähnten aber auch, dass strenge Richtlinien für das Pflegekräfte-Patienten-Verhältnis für verschiedene Patiententypen möglicherweise keine praktische Relevanz haben. Darüber hinaus hatte die Personalpolitik mehrere unbeabsichtigte Nebeneffekte auf das Pflegeteam: Die Pflegekräfte berichteten, dass sich Untergruppen innerhalb des Teams gebildet hatten und dass sich aufgrund der größeren Bandbreite an persönlichen Merkmalen, Qualifikationen und Erfahrungsstufen im Team neue Herausforderungen ergeben hatten.

Schlussfolgerungen: Obwohl die positiven Auswirkungen auf die Patientenversorgung die Bedeutung einer Mindestpersonalpolitik widerspiegeln, müssen die negativen Auswirkungen auf die Pflegedienststation und ihre täglichen Arbeitsabläufe berücksichtigt und aktiv gemanagt werden.

CIRS-Fälle




Aus dem Netzwerk CIRS Berlin

"Dokumentation und Übergabe in der ZNA"









Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0

Fall 1: "Erythrozytenkonzentrat mit Infusionsbesteck anstatt Transfusionsbesteck versehen"

Fall 2: "Entnahme falscher Konserve mit gleichem Nachnamen"






Aus der Normenschmiede

DIN EN ISO/IEC 17024:2025-05 - Entwurf

Konformitätsbewertung - Allgemeine Anforderungen an Stellen, die Personen zertifizieren (ISO/IEC DIS 17024:2025); Deutsche und Englische Fassung

Dieses Dokument enthält Grundsätze und Anforderungen an eine Stelle, die Personen zertifiziert, und schließt die Entwicklung sowie die Aufrechterhaltung eines Programms zur Zertifizierung von Personen ein. Die Norm wird die Version von 2012 ersetzen.

 

DIN EN ISO 9000:2025-05 - Entwurf

Qualitätsmanagement - Grundlagen und Begriffe (ISO/DIS 9000:2025): Deutsche und Englische Fassung prEN ISO 9000:2025

Dieses Dokument beschreibt die grundlegenden Konzepte und Grundsätze des Qualitätsmanagements, die allgemein auf Folgende anwendbar sind: - Organisationen, die nach nachhaltigem Erfolg durch Verwirklichung eines Qualitätsmanagementsystems streben; - Kunden, die das Vertrauen in die Fähigkeit einer Organisation suchen, beständig Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen, die ihre Anforderungen erfüllen; - Organisationen, die Vertrauen in ihre Lieferkette erwerben wollen, dass Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen erfüllt werden; - Organisationen und interessierte Parteien, die danach streben, die Kommunikation durch allgemeines Verständnis der im Qualitätsmanagement verwendeten Begriffe zu verbessern; - Organisationen, die Konformitätsbewertungen nach den Anforderungen von ISO 9001 durchführen;

Gegenüber DIN EN ISO 9000:2015-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Änderung des Titels;
b) Abschnitt 2 wurde umbenannt in "Grundlagen des Qualitätsmanagements" und umfassend überarbeitet. Es werden weiterhin sieben Grundsätze aufgeführt, wobei die Grundlegenden Qualitätsmanagement-Konzepte in einen neuen Unterabschnitt 2.3 verschoben und durch weitere Konzepte z.B. zu "Prozessmanagement", "Qualitätskultur einer Organisation" oder "Risikobasiertes Denken" ergänzt worden sind;
c) in 2.4 "Zusätzliche Konzepte von Relevanz für das Qualitätsmanagement" wurden zwölf neue Konzepte z. B. zu "Circular Economy", "Innovation" oder "Business Continuity" aufgenommen;
d) die Begriffe in Abschnitt 3 wurden neu kategorisiert;
e) es wurden neue Begriffe hinzugefügt, die in Normen definiert sind, die seit der letzten Veröffentlichung von ISO 9000 im Jahr 2015 veröffentlicht wurden;
f) einige bestehende Definitionen wurden angepasst;
g) an verschiedenen Textstellen wurde die deutsche Übersetzung verbessert und die Norm redaktionell überarbeitet.

 

DIN EN ISO 22367:2025-05 - Entwurf

Medizinische Laboratorien - Anwendung des Risikomanagements auf medizinische Laboratorien (ISO/DIS 22367:2025); Deutsche und Englische

Dieses Dokument legt einen Prozess fest, anhand dessen medizinische Laboratorien mit medizinischen Untersuchungen verbundene Risiken für Patienten, Labormitarbeiter und Dienstleister erkennen und handhaben können. Der Prozess umfasst die Erkennung, Einschätzung, Bewertung, Kontrolle und Überwachung der Risiken. Das zuständige nationale Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 176-08-08 AA "Qualitätsmanagement in medizinischen Laboratorien" im DIN-Normenausschuss Gesundheitstechnologien (NAGesuTech).

ISO/DIS 20364 Healthcare organization management — Guidance for healthcare organizations’ response to the surging diagnostic demands in a pandemic. Die Abstimmung wurde eingeleitet. Ende der Abstimmung: 2025-07-11.

Stellenangebote

Der Bundesverband Managed Care e.V. sucht ab Anfang Juni/Juli 2025 oder nach Vereinbarung eine Referent:in Innovative Gesundheitsversorgung in Anstellung (Vollzeit oder vollzeitnaher Teilzeit) für unsere Geschäftsstelle in Berlin-Mitte. [mehr ...]
 

ASKLEPIOS als einer der größten privaten Klinikbetreiber in Deutschland sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt am Standort Hamburg eine Studentische Aushilfe im Qualitätsmanagement (w/m/d). [mehr ...]