Neues aus der GQMG

  • Save the Date: GQMG-Jahrestagung 2026 – Köln, 12.-13. März 2026
  • Kreativer Ansatz für das Qualitätsmanagement – Einführung in die Lego® Serious Play® Methode
  • 34. Mitgliederversammlung der GQMG
  • Rückblick auf den GQMGimpuls am 11.11.2025: Nachhaltigkeit in Kliniken
  • GQMGImpuls am 9.12.2025: „Die Revision der ISO 9001"
  • Präsenzmeeting der GQMG-AG „Qualitätsmanagement in der Aus-, Fort- und Weiterbildung“
  • Befragung: Agiles Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern
  • Christoph Lohfert Stiftung schreibt Lohfert-Preis 2026 aus
  • Delir-Screening im Klinik- und Pflegealltag – Ihre Erfahrung zählt!
  • GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
  • GQMG-Wissenssnack

Aktuelles

  • QM-Beauftragter in Landeskrankenhausgesetz verankert
  • OECD Health at a Glance 2025
  • OECD zur Diagnosesicherheit
  • Behandlungsfehler-Begutachtung der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste
  • Effizientere Ressourcennutzung in Forschungslaboratorien durch Qualitätsmanagement
  • CIRS-Fälle
  • Juristisches, Regulatorisches
  • Aus der Normenschmiede
  • Veranstaltungen und Seminare

Neues aus der GQMG

Save the Date: GQMG-Jahrestagung 2026 – Köln, 12.-13. März 2026

Unter dem Motto „Impulse für morgen – Qualitätsmanagement im Wandel“
lädt die GQMG Sie herzlich zur 33. Jahrestagung nach Köln ein.

Freuen Sie sich auf zwei spannende Tage voller Innovationen, praxisnaher Lösungen und lebendiger Diskussionen rund um Qualitäts- und klinisches Risikomanagement, Prozessoptimierung, Digitalisierung, Patientensicherheit und wirkungsvolle Ansätze für den beruflichen Alltag.

Warum teilnehmen?

  • Ihr Netzwerk stärken: Knüpfen Sie wertvolle Kontakte zu Fach- und Führungskräften aus dem Gesundheitswesen und profitieren Sie vom intensiven Erfahrungsaustausch.
  • Impulse sammeln: Lassen Sie sich von zukunftsweisenden Vorträgen und praxisorientierten Workshops begeistern, die Ihnen neue Perspektiven eröffnen.
  • Mitgestalten: Bringen Sie Ihre Ideen ein – wir laden Sie ein, Ihre Vorträge, Best-Practice-Beispiele und Impulse für unser Programm einzureichen!

Der Call for Abstracts startet im Dezember 2025. Nutzen Sie die Chance, Ihr Wissen mit der QM-Community zu teilen und aktiv das Tagungsprogramm mitzugestalten. Einsendeschluss für Vorträge ist  31.1.2026.

Ab Dezember 2025 öffnen wir zudem die Anmeldung für Teilnehmer, Referenten, Moderatoren und Sponsoren auf unserer Website.
Frühbucherrabatt sichern: Bis zum 31.1.2026 profitieren Sie von ermäßigten Teilnahmegebühren.

Machen Sie mit – denn Qualität entsteht im Austausch!
Verpassen Sie nicht diese wertvolle Chance, sich zu vernetzen, voneinander zu lernen und gemeinsam mit anderen Qualitätsmanagement-Experten die Zukunft des Gesundheitswesens aktiv zu gestalten.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und Ihre inspirierenden Beiträge!

Ihr GQMG-Team

Kreativer Ansatz für das Qualitätsmanagement – Einführung in die Lego® Serious Play® Methode

Unter der Anleitung von Dr. Nils Löber erleben die Teilnehmenden, wie „Denken mit den Händen“ neue Lösungen, Perspektiven und Teamdynamiken im QM-Alltag freisetzen kann.
Sie bauen, reflektieren, diskutieren – und nehmen nicht nur neue Impulse, sondern auch Ihr persönliches LEGO-Window Exploration Set wieder mit nach Hause.

Warum teilnehmen?

  • Weil kreative Methoden oft die klarsten Antworten liefern
  • Weil Sie Ihr eigenes QM-Mindset erweitern
  • Weil der Workshop jedes Jahr in kürzester Zeit ausgebucht ist
  • Weil Sie in einer kleinen Gruppe von max. 12 Teilnehmenden arbeiten und intensiv lernen

Anmeldung ab Dezember möglich.

Sichern Sie sich einen der wenigen Plätze und starten Sie mit frischen Ideen in die Jahrestagung 2026 in Köln!

Wir freuen uns auf Sie!

34. Mitgliederversammlung der GQMG

Rund 60 Mitglieder nahmen an der diesjährigen digitalen Mitgliederversammlung teil. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg berichtete der geschäftsführende Vorstand über die Ergebnisse der jüngsten Klausurtagungen in Halle und München sowie über aktuelle Entwicklungen in der Geschäftsstelle und den Kommunikationskanälen. Besonders erfreulich: Die Reichweite auf LinkedIn wächst stetig und der Newsletter hat sich zu einem interessanten Informationsmedium entwickelt.

Der Bericht über die Online- und Offline-Veranstaltungsreihen zeigte, wie intensiv der Austausch zwischen den Mitgliedern und Gästen der GQMG stattfindet.

  • GQMGimpuls hat sich als kompaktes digitales Kurzformat etabliert und erreicht regelmäßig 30–50 Teilnehmende.
  • GQMGinteraktiv lebt vom Austausch und der Kleingruppenarbeit. Als Nächstes wird das Thema Nachwuchsförderung behandelt.
  • Die Jahrestagung 2025 in den Räumen der MSH Hamburg war mit 220 Teilnehmenden ein Erfolg. Für 2026 steht bereits der Termin in Köln (12.–13. März) fest.
  • Das Summercamp 2025 bot erneut intensiven fachlichen Austausch in besonderem Umfeld. Auch 2026 wird das Summercamp wieder in Schmerlenbach (20.–22. August) stattfinden.

Die Arbeitsgruppen berichteten über ihre regelmäßigen Treffen, Arbeitsschwerpunkte sowie stellten vielfältige Ergebnisse vor – darunter Checklisten, Positionspapiere, Podcasts, Arbeitshilfen und digitale Werkzeuge für das Qualitäts- und Risikomanagement.

Die Vorsitzende betonte, wie wertvoll der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen ist und ermutigte alle, auf den Tagungen weiterhin Projekte und Ideen vorzustellen – unabhängig davon, ob es sich um Leuchtturmprojekte oder Praxisbeispiele handelt. Die für Vereine notwendigen Abstimmungen über Jahresabschluss und Haushalt erfuhren eine überwältigende Zustimmung.

Rückblick auf den GQMGimpuls am 11.11.2025: Nachhaltigkeit in Kliniken erfolgreich umsetzen – CSRD und EU-Vorgaben im Fokus

Referentin: Marlene Bercher, Verantwortliche für Nachhaltigkeit bei der SRH Gesundheit
Moderation: Dr. Kahla-Witzsch

Am 11.11.2025 fand der GQMGimpuls mit rund 20 Teilnehmenden statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Nachhaltigkeit in Kliniken strategisch verankert und die Anforderungen der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) praxisnah umgesetzt werden können.

Marlene Bercher stellte in ihrem Vortrag die SRH-Nachhaltigkeitsstrategie vor, die auf sechs Prinzipien basiert: nachhaltige Entwicklung, gesellschaftliche Verantwortung, Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen, nachhaltiges Wirtschaften, Zugang zu Gesundheit und Bildung & Forschung. Sie erläuterte, wie diese Leitlinien systematisch in Unternehmensstruktur, Prozessen und Projekten umgesetzt werden.

GQMGimpuls: „Die Revision der ISO 9001 - Was sich für Einrichtungen der Gesundheitsversorgung ändert und wie man damit umgeht“

Referent: Dr. Ulrich Paschen, QM-Beratung in Medizin und Wissenschaft

Moderation: Dr. Susanne Eberl, Sana Kliniken AG, Ismaning

Worum geht’s?

Die Revision der ISO 9001:2025 befindet sich kurz vor dem Abschluss. Bis zum 22. Oktober 2025 konnten Einsprüche und Stellungnahmen eingereicht werden. Der Wortlaut der Norm ist inzwischen weitgehend konsolidiert; die Veröffentlichung wird für November 2026 erwartet.

Viele Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Deutschland haben in der einen oder anderen Weise Erfahrung mit dem normengerechten QM-System oder sind in Teilbereichen oder als Ganzes zertifiziert. Daher stellen sich zentrale Fragen:

• Welche Änderungen bringt die neue Version?
• Wie groß wird der Aufwand für die Anpassung sein?
• Was bedeutet das konkret für Krankenhäuser und andere Einrichtungen?

Dr. Paschen – ausgewiesener Normexperte mit langjähriger Erfahrung im Gesundheitswesen – gibt einen kompakten Überblick und zeigt praxisnahe Wege für die Umstellung.

Termin: 9.12.2025 | 16:00–17:00 Uhr
Ort: Online via Zoom

Diese Veranstaltung der GQMG ist kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung zugänglich.

Präsenzmeeting der GQMG-AG „Qualitätsmanagement in der Aus-, Fort- und Weiterbildung“

Am 24. und 25. Oktober trafen sich die Mitglieder der AG in Köln, um intensiv am QM-Kerncurriculum zu arbeiten, das in Kürze als Version 0 dem Vorstand der GQMG sowie einem Expertengremium zur Kommentierung vorgelegt werden soll. Dem Präsenztreffen waren mehrere Online-Sitzungen der Arbeitsgruppe vorausgegangen. Das Writing Team hatte dafür die bisherige wissenschaftliche Methodik dokumentiert und das gemeinsam erarbeitete QM-Kerncurriculum vorbereitet. Ziel des Treffens war es, die zahlreichen Anmerkungen aus der Arbeitsgruppe zu sichten und in das Curriculum einzuarbeiten.

Die Mitglieder der AG freuen sich, dass dieses Ziel erreicht werden konnte und nun eine vollständige erste Version des QM-Kerncurriculums vorliegt. „Es lohnt sich sehr, sich mindestens einmal im Jahr in Präsenz zu treffen und nicht nur online“, betonte die Sprecherin der AG, Prof. Dr. Kirstin Börchers und ergänzte: „Anders hätten wir die vielen Anmerkungen zum QM-Kerncurriculum nie so intensiv diskutieren können – und das gemeinsame Abendessen in der Kölner Altstadt hat natürlich auch großen Spaß gemacht."

Befragung: Agiles Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern

Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Masterarbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin untersucht Josefine Erle, wie agil das Qualitätsmanagement in deutschen Kliniken heute bereits gestaltet ist.

Statt Interviews führt sie nun eine standardisierte Online-Befragung durch – anonym, ca. 10 Minuten Zeitaufwand, und speziell für Qualitätsmanager und QM-Beauftragte in Krankenhäusern gedacht.

Ziel: Ein umfassenderes Bild zur aktuellen Praxis und zum Stand agiler Methoden im Qualitätsmanagement zu gewinnen.

Christoph Lohfert Stiftung schreibt Lohfert-Preis 2026 aus

Patient Journey neu gedacht – Innovative Lösungen für ein institutionenübergreifendes Patientenmanagement – so lautet das diesjährige Motto für die erwünschten Bewerbungen
Schirmherr: Stefan Schwartze, MdB – Patientenbeauftragter der Bundesregierung

Die Christoph Lohfert Stiftung ruft auch für 2026 zur Bewerbung um den Lohfert-Preis auf. Gesucht werden Projekte, die Versorgung konsequent aus der Perspektive der Patienten denken und gestalten. Der mit 20.000 € dotierte Preis richtet sich an Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups im deutschsprachigen Gesundheitswesen.

Worum geht’s?
Patienten durchlaufen im Laufe einer Behandlung oft mehrere Stationen – Hausarztpraxis, Facharzt, Krankenhaus, Reha oder Pflege. Jeder Übergang birgt Risiken für Informationsverluste. Der Lohfert-Preis 2026 würdigt Projekte, die solche Brüche überwinden und neue Wege der Zusammenarbeit schaffen. Ziel ist eine vernetzte, verständliche und verlässliche Versorgung über Institutionsgrenzen hinweg.

Dazu ist der Einsatz von Instrumenten des Qualitätsmanagements unabdingbar. Deshalb könnte eine Bewerbung die Mitglieder der GQMG interessieren.

Gesucht: Mutige Ideen für eine vernetzte Versorgung – etwa in den Bereichen

  • digitale Patientenakten & Interoperabilität
  • Case- und Care-Management
  • Telemedizin
  • datenbasierte Versorgung
  • patientenzentrierte Organisationsentwicklung

Bewerbung: bis 28. Februar 2026 über das Online-Formular der Christoph Lohfert Stiftung.
Preisverleihung: 9. September 2026 beim Hamburger Gesundheitswirtschaftskongress
 

Delir-Screening im Klinik- und Pflegealltag – Ihre Erfahrung zählt!

Florian Krafft führt derzeit eine anonyme Online-Befragung durch, um den Umgang mit Delir-Screenings in der Praxis zu untersuchen – mit dem Ziel, Prozesse zu verbessern und sektorübergreifend zu vernetzen.
Die Umfrage wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit durchgeführt.

Der persönliche Hintergrund:
Die Idee entstand aus einer persönlichen Erfahrung. Das Delir seiner Mutter wurde nach einer Operation über Wochen hinweg nicht erkannt, was schwerwiegende Folgen hatte. Diese Erfahrung hat Herrn Krafft gezeigt, wie wichtig klare Abläufe, Dokumentation und eine funktionierende Schnittstellenkommunikation sind. Im Qualitätsmanagement wissen wir um die Bedeutung dieser Faktoren. Daher unterstützen wir die Umfrage.

Ziel der Befragung:
• Praxisnahe Erkenntnisse zu Herausforderungen im Delir-Screening gewinnen
• Verbesserungspotenziale für Koordination und Dokumentation identifizieren
• Grundlagen für ein mögliches digitales Tool schaffen, das Delir-Screenings verlässlicher macht

Teilnahme:
Die Befragung ist anonym, dauert maximal zehn Minuten und richtet sich an medizinisches und pflegerisches Fachpersonal sowie an das Qualitätsmanagement.

GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online

Episode 45: Die Zukunft der Gesundheitsversorgung

Im Gespräch mit Prof. Dr. Jochen Werner erhielten Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold spannende Einblicke zur Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Kernthemen des Gesprächs: 

  • Digitalisierung im Gesundheitswesen
  • Patientensicherheit & Daten
  • Prävention statt nur Behandlung
  • Neue Player und Denkweise
  • Kultureller Wandel
     

Episode 46: Digitale Transformation in der medizinischen Rehabilitation

Im Gespräch mit Prof. Dr. Marc Baenkler kommt zum Ausdruck, wie die Median Kliniken Daten nutzen, um konkrete Mehrwerte für Patienten, Mitarbeitende und das Gesundheitssystem zu schaffen.

Einblicke aus dem GQMG-Interviewpodcast:

  • Repetitive Prozesse
  • Digitale Nachsorge-Angebote 
  • Die Standardisierung und Digitalisierung der Kommunikation
  • Eine offene Unternehmenskultur, Feedbackschleifen sowie Medical- und Pflegeboards 

GQMG-Wissenssnack

Angemessenheit (appropriateness)

Angemessenheit ist kein genormter Begriff. Bei der Auswahl von Behandlungsverfahren soll (abweichend von Konsumprodukten) Über- und Unterversorgung gleichermaßen vermieden werden. Die Qualitätsmerkmale  einer Leistung (Produkt oder Behandlung) einschließlich ihrer Erstellung sollen zur Erfüllung der Anforderungen (Bedürfnisse) der Patienten ausreichend und (medizinisch) zweckmäßig und notwendig sein. Sie soll wirtschaftlich erbracht werden und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.

Angemessenheit ist ein Merkmal der Auswahlentscheidung und kein Produktmerkmal, da sie weder dem Produkt inhärent noch zugeordnet ist.

Angemessenheit kann nur im Einzelfall bewertet werden. Wie eine Entscheidung im Einzelfall fallen wird, lässt sich in Ausdrücken der Wahrscheinlichkeit beschreiben, aber nicht sicher voraussagen. Häufigkeitsindikatoren sind am ehesten geeignet, die Angemessenheit von Auswahlentscheidungen in einer gegebenen Handlungssituation abzuschätzen. Zum Beispiel kann man für die Entbindung durch Sectio klare Indikationen angeben. Wenn unter gleichen Bedingungen die Indikation bei ca. 30 % vorlag, so können Häufigkeiten, die eine natürliche Schwankung von ±5 % überschreiten, auf die Veränderung der Handlungssituation hinweisen: entweder das Entscheidungsverhalten der Ärzte oder die Behandlungsbedingungen haben sich geändert. Die Sectio-Rate ist hier ein Prüfmerkmal für die Stabilität der Handlungssituation, aber kein direkter Indikator für die Angemessenheit, die sich aus der Einzelfallprüfung ergibt.

Die Einzelfallprüfung kann sich expliziter Protokolle bedienen (Appropriateness-Evaluation-Protocol, AEP)

Die Handlungsebene muss bei der Bewertung der Angemessenheit sorgfältig gewahrt werden: wird statt des Einzelfalles die allgemeine Versorgungssituation gesundheitsökonomisch betrachtet, wird Angemessenheit als das noch vertretbare Verhältnis der Kosten zu dem erzielten Nutzen verstanden, wobei die Vertretbarkeit politisch zu entscheiden ist.

Ein Verfahren wird für notwendig erachtet, wenn es vier der folgenden Kriterien erfüllt: (1) das Verfahren ist angemessen, d. h. die gesundheitlichen Vorteile übersteigen die Risiken in ausreichender Größe; (2) es wäre unfair, dem Patienten das Verfahren nicht anzubieten; (3) es besteht eine vernünftige Wahrscheinlichkeit, dass der Eingriff dem Patienten zugutekommt; und (4) das Ausmaß des erwarteten Nutzens ist nicht gering.

Das vielleicht am weitesten elaborierte Verfahren ist die RAND/UCLA Methode. Sie wurde seit den 1980er Jahren an der Indikationsstellung zur Rechtfertigung radiologischer Untersuchungen geschärft.

Aktuelles

QM-Beauftragter in Landeskrankenhausgesetz verankert

Im Krankenhausgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern wird im § 34 Qualitätssicherung erstmalig in der Qualitätssicherung eine eigene Stelle vorgeschrieben: „Das Krankenhaus hat mindestens eine Qualitätsbeauftragte

oder einen Qualitätsbeauftragten zu bestellen. Aufgabe der Qualitätsbeauftragten oder des Qualitätsbeauftragten ist

  1. die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und Patientensicherheit,
  2. die Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die in dem jeweiligen Fachgebiet geltenden Qualitätsstandards und
  3. die Unterstützung der Leitung des Krankenhauses bei der Umsetzung wissenschaftlicher und gesetzlicher Vorgaben. Das gilt unverzüglich, seit Oktober 2025

Damit ist noch nicht das volle Programm für die Aufgaben einer internen Koordination der Anstrengungen um ein internes QM in das Gesetz geschrieben, aber die Funktion in der Struktur der Einrichtungen fest verankert.

OECD Health at a Glance 2025

Trotz der Erholung nach der Pandemie stehen die Gesundheitssysteme vor anhaltenden Herausforderungen wie hoher chronischer Krankheitslast, wachsenden psychischen Problemen und steigenden Ausgaben. Während Qualität und Zugang sich vielerorts verbessern, bleibt der Druck durch demografischen Wandel, Personalengpässe und unzureichende Prävention hoch und gefährdet die langfristige Nachhaltigkeit der Versorgung.

Health at a Glance bietet einen umfassenden Satz von Indikatoren zur Gesundheit der Bevölkerung und zur Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme in den OECD-Mitgliedsländern, wichtigen Partnerländern und Beitrittskandidaten. Diese Indikatoren umfassen den Gesundheitszustand, nicht-medizinische Einflussfaktoren und Gesundheitsrisiken, den Zugang zur Gesundheitsversorgung und deren Qualität, die Gesundheitsausgaben sowie die Ressourcen der Gesundheitssysteme. Die Analyse stützt sich auf die neuesten vergleichbaren offiziellen nationalen Statistiken und andere Quellen.

Neben der Analyse einzelner Indikatoren bietet ein Überblickskapitel eine Zusammenfassung der vergleichenden Länderergebnisse und zentralen Trends. Diese Ausgabe enthält außerdem ein thematisches Kapitel zu Geschlecht und Gesundheit.

OECD zur Diagnosesicherheit

Das Thema Qualität der Diagnostik ist im QM noch unterbelichtet. In einer umfangreichen Publikation hat die QECD die wichtigsten Gesichtspunkte zusammenfassen lassen. Der Nutzen und die Kosten der Diagnostik werden in Beziehung gesetzt. Damit werden nicht nur die klinischen Aspekte, sondern auch die Auswirkungen auf den gesamten Versorgungsprozess betrachtet.

Diagnostik ist komplex und iterativ und daher fehleranfällig, wenn es darum geht, die zugrunde liegenden Gesundheitsprobleme richtig und rechtzeitig zu erkennen und den Patienten mitzuteilen. Schätzungen zufolge sind bis zu 15 % aller Diagnosen ungenau, verzögert oder falsch. Diagnosefehler wirken sich negativ auf die Patientenergebnisse aus und erhöhen den Einsatz von Ressourcen in der Gesundheitsversorgung. Die direkte finanzielle Belastung durch Fehldiagnosen, Unterdiagnosen und Überdiagnosen wird auf 17,5 % der gesamten Gesundheitsausgaben bzw. 1,8 % des BIP in einem typischen OECD-Land beziffert. Dieser Bericht analysiert das Ausmaß von Diagnosefehlern, veranschaulicht deren Bedeutung bei häufig diagnostizierten Erkrankungen, schätzt die daraus resultierenden direkten Kosten und unterbreitet Politikoptionen zur Verbesserung der Diagnosesicherheit..

Der Bericht ist ins Deutsche übersetzt und liest sich gut.

Zeit, sich diesem Thema etwas ausführlicher zu widmen!

Behandlungsfehler-Begutachtung der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste Jahresstatistik 2024

Wie jedes Jahr hat der Medizinische Dienst Bund für das Jahr 2024 einen Behandlungsfehlerbericht vorgelegt. Große Überraschungen erwartet niemand. Die Zahlen für die vorgeworfenen Fälle schwanken von Jahr zu Jahr nur geringfügig. Größenordnungsmäßig entsprechen sie denen, die aus den Schlichtungsstellen der Ärztekammern berichtet werden. Auffällig bleibt, dass bei den 12 304 vorgeworfenen Fällen letztlich 2825 übrig bleiben, bei denen Fehler einen Schaden verursacht haben, also 23 %.

Unbefriedigend bleibt die Aufschlüsselung der Ereignisse auf die Sektoren, die Fachgebiete und die ICD-Diagnosen. Wie in allen Jahren führen die Orthopädie und die Unfallchirurgie. Solange man keine Daten über die Gesamtzahl der Behandlungsfälle hat, kann man eine besondere Gefährlichkeit der Fachdisziplinen nur vermuten. Aufschlussreicher sind die Fehlerarten: Performanz-Fehler (Maßnahme fehlerhaft durchgeführt) sind nicht die häufigste Fehlerart. Indikationsfehler machen die Mehrheit aus, wenn man unterbliebene (Indikation nicht gestellt) oder zu spät durchgeführte Eingriffe addiert, weil „zu spät“ ja ein Indikationsfehler der Dringlichkeit ist.

Die Beschränkung auf die Fehlersuche blendet leider die unerwünschten Ereignisse aus, für die keine Ursache gefunden wurde (immerhin 4 %). Unbetrachtet bleiben auch die Fehler ohne Schaden und die große Anzahl der von Patienten berichteten Ereignisse (PROMs), die bei genauem Hinsehen nicht auf Fehler zurückzuführen sind – aber irgendwas muss die Beschwerdeführer doch zur Meldung veranlasst haben. Darüber erfahren wir leider wieder nichts.

Sicher vermeidbare Fälle (Never Events) sind besonders schwerwiegend. Sie machen unmittelbar deutlich, dass der Behandlungsprozess nicht unter beherrschten Bedingungen ablief und damit gegen eine Hauptpflicht aus dem Behandlungsvertrag verstoßen wurde.

Effizientere Ressourcennutzung in Forschungslaboratorien durch Qualitätsmanagement

Forschung und Qualitätsmanagement (QM) könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Forschung ist geprägt von Freiheit, Kreativität und Flexibilität. QM hingegen erscheint oft starr, strikt und bürokratisch. Dennoch können Forschungslabore erheblich von den Prinzipien des QM profitieren, insbesondere wenn es darum geht, die Qualität und Effizienz der Forschung zu steigern und damit die stets limitierten Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Eine hohe Forschungsqualität hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diese unterschiedlichen Einflussfaktoren wurden detailliert betrachtet und in einem spezifischen Forschungsqualitätsmanagementsystem in Pilotlaboratorien des Robert Koch-Instituts (RKI) und an einer universitären Einrichtung umgesetzt. Das Forschungsqualitätsmanagementsystembasiert dabei auf den Anforderungen der guten wissenschaftlichen Praxis. Es zeigte sich, dass viele Labore bereits Prozesse etabliert haben, die durch ein Qualitätsmanagementsystem(QMS) weiter optimiert und effizienter gestaltet werden können.

Zur Bewertung des Reifegrads der Laborprozesse wurde ein Selbstbewertungstool für Laborleitende entwickelt. Dieser Bericht bietet einen Überblick über die Qualität in der Forschung und zeigt Wege auf, wie diese auf Arbeitsgruppenebene individuell auf ihre Rahmenbedingungen abgestimmt verbessert werden kann. Dazu wird ein QMS vorgeschlagen und ein Werkzeug zur Selbstbewertung der eigenen Prozesse vorgestellt. Der Bericht stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche sowie auf ein abteilungs- und institutsübergreifendes Projekt des RKI.

CIRS-Fälle




Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:

InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem vdek

"Patientenblatt mit wichtigen Daten zur OP in Akte vertauscht"

"Sichere Indikationsstellung"











Aus dem Netzwerk CIRS Berlin

"Aufwachversuch und Kommunikation"









Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0

"Fixierung des Kopfes bei Clavicularfraktur"






Juristisches, Regulatorisches

Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege

Das Gesetz soll die Rahmenbedingungen in der Pflege verbessern. Die weitreichenden Kompetenzen der Pflegefachpersonen sollen in der Versorgung stärker genutzt werden. Pflegefachpersonen sollen künftig eigenverantwortlich mehr Leistungen als bisher erbringen, für die bisher ärztliche Verordnungen nötig waren. Genannt werden Aufgaben bei der Beurteilung einer diabetischen Stoffwechsellage, der Versorgung chronischer Wunden und bei Demenz.

Welche Leistungen das genau sein werden, ist noch offen. Die konkreten Aufgaben sollen in einer Mustervorgabe (Scope of Practice) differenziert beschrieben werden. Diese soll Grundlage für die Entwicklung hin zu weiteren leistungsrechtlichen Befugnissen von Pflegefachpersonen werden. Pflegefachpersonen sollen über bundesweit einheitliche Weiterbildungen zusätzliche heilkundliche Kompetenzen erwerben können.

Aus der Normenschmiede

DIN ISO 37001:2025-09 - Entwurf

Managementsysteme zur Korruptionsbekämpfung - Anforderungen mit Leitlinien zur Anwendung (ISO 37001:2025); Text Deutsch und Englisch

Englischer Titel Anti-bribery management systems - Requirements with guidance for use (ISO 37001:2025); Text in German and English

Erscheinungsdatum 2025-08-15

Dieses Dokument legt Anforderungen fest und gibt Leitlinien für den Aufbau, die Verwirklichung, Aufrechterhaltung, Überprüfung und Verbesserung eines Managementsystems zur Korruptionsbekämpfung. Das System kann eigenständig oder in ein übergreifendes Managementsystem integriert sein. Das zuständige nationale Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 175-00-01 AA "Governance und Compliance-Management" im DIN-Normenausschuss Organisationsprozesse (NAOrg).

ISO 18706:2025-10

Reaktion auf eine Pandemie (Atemwege) - Funktions- und Qualitätsbewertung von Testkabinen zur Probenentnahme

Das NICE (National Institute for Healthcare Excellence) hat im November eine Reihe von Standards zur Sepsis publiziert: 

Quality standards

  1. Suspected sepsis in over 16 Published: 19 November 2025 
    Dieser Qualitätsstandard umfasst die Erkennung, Diagnose und frühzeitige Behandlung von Verdachtsfällen auf Sepsis bei Personen über 16 Jahren, die nicht schwanger sind oder in letzter Zeit nicht schwanger waren. Er beschreibt eine hochwertige Versorgung in Bereichen, in denen Verbesserungsbedarf besteht.
     
  2. Verdacht auf Sepsis bei Schwangeren oder Frauen, die kürzlich schwanger waren: Erkennung, Diagnose und frühzeitige Behandlung (NG255) 
    Diese Leitlinie befasst sich mit der Erkennung, Diagnose und frühzeitigen Behandlung von Verdachtsfällen auf Sepsis bei Schwangeren oder Frauen, die kürzlich schwanger waren. Sie enthält Empfehlungen zur Erkennung und frühzeitigen Beurteilung, zur Erstbehandlung, zur Eskalation der Versorgung, zur Suche nach und Kontrolle der Infektionsquelle, zur frühzeitigen Überwachung, zur Information und Unterstützung sowie zur Schulung und Ausbildung. Ergebnisart
     
  3. Suspected sepsis in under 16s: recognition, diagnosis and early management Published: 19 November 2025  (NG254) 
    Diese Leitlinie befasst sich mit der Erkennung, Diagnose und frühzeitigen Behandlung von Verdachtsfällen auf Sepsis bei Personen unter 16 Jahren (die nicht schwanger sind oder kürzlich schwanger waren). Sie enthält Empfehlungen zur Erkennung und frühzeitigen Beurteilung, zur Erstbehandlung, zur Eskalation der Versorgung, zur Suche nach und Kontrolle der Infektionsquelle, zur frühzeitigen Überwachung, zur Information und Unterstützung sowie zur Schulung und Ausbildung.

Veranstaltungen und Seminare

3.12.2025 – online
Stressmanagement 

9.12.2025 – GQMGimpuls
Revision der DIN EN ISO 9001

21.-23.1.2026 – online via Zoom
Klinisches Risikomanagement Kurs 1 (Teil 1)

22.2.2026 – Morschen (Nähe Kassel)
Qualifizierungskurs zum/zur OP Manager/in (IHK) in 4 Modulen

23.-25.2.2026 – online via Zoom
Klinisches Risikomanagement Kurs 1 (Teil 2)

25.2.2026 – Berlin
Zertifizierte Ausbildung zum/zur klinischen Risikomanager*in Kurs-Module A – C

9.-11.3.2026 – Oslo, Norway
International Forum on Quality and Safety in Healthcare Oslo

12.-13.3.2026 – Köln
Jahrestagung Köln 2026​​​​​​​