Neues aus der GQMG

  • Vorläufiges Programm ist veröffentlicht
  • Rückblick auf den GQMGimpuls am 10. Februar 2026
  • Protokoll der letzten Mitgliederversammlung
  • Entbürokratisierung im Gesundheitswesen. GQMG fordert deutlichen Bürokratieabbau.
  • Reflexionshilfe Risikomanagement: Never Events – Verhinderbar? Vermeidbar? Realität!
  • GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online
  • GQMG-Wissenssnack

Aktuelles

  • Tag des Notrufs 112 am 11.2.2026
  • Zertifizierung der Krankenhäuser in Frankreich
  • Literaturübersicht
  • Berufliches, Persönliches
  • Als neues Mitglied der GQMG
  • Journals
  • CIRS-Fälle
  • Aus der Normenschmiede
  • Veranstaltungen und Seminare
  • Stellenangebote

Neues aus der GQMG

Vorläufiges Programm ist veröffentlicht

Die Vorfreude wächst: Rund 200 Teilnehmer haben sich bereits zur GQMG-Jahrestagung 2026 angemeldet.

Ein herzliches Dankeschön an unsere engagierten Referenten, Moderatoren und Sponsoren für die großartige Unterstützung und die rege Beteiligung!

Freuen Sie sich auf zwei Tage voller:

  • Fachlichen Austauschmöglichkeiten
  • Spannenden Impulsen aus Wissenschaft & Praxis
  • Wertvollen Erfahrungsberichten
  • Inspirierenden Begegnungen & Networking

GQMG-Jahrestagung 2026
12. & 13. März 2026 in der Uniklinik Köln

Anmeldeschluss ist der 11.03.2026 – sichern Sie sich jetzt noch Ihren Platz!

Nutzen Sie die GQMG-Jahrestagung 2026 als Plattform für Wissenstransfer, Dialog und neue Perspektiven.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Unser vorläufiges Programm finden Sie unten.

Rückblick auf den GQMGimpuls am 10. Februar 2026 „Medizinprodukte-Prüfungen aus Sicht einer Behörde“

Mehr als 40 Teilnehmende waren, am 10.2.2026 online dabei, , als es um  die behördlichen Aufgaben bei der Medizinprodukteüberwachung ging.

Referent Niels Petersen, Leiter des Referats Medizinprodukte der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg, gab einen strukturierten und praxisnahen Überblick.

Zentrale Takeaways der Veranstaltung:

  • Das System zur Qualitätssicherung in der Medizinprodukteüberwachung ist kein Qualitätssicherungssystem gemäß DIN EN ISO 9001.
  • Verfahren der Überwachung sind bundesweit einheitlich in Verfahrensanweisungen (VAWs) beschrieben.
  • In allen Ländern ist die Medizinprodukteüberwachung grundsätzlich gleichwertig. Dennoch kann es in der praktischen Umsetzung zu unterschiedlichen Vorgehensweisen kommen.
  •  Die Verwendung der abgestimmten Formblätter ersetzt nicht die Kenntnis der  zugrunde liegenden Rechtsvorschriften.

Die Diskussion zeigte, wie groß das Interesse an behördlichen Abläufen, Prüfstrukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen ist – und wie wichtig der Austausch zwischen Praxis, Behörden und Qualitätsmanagement bleibt.

Wir danken allen Teilnehmenden für ihre aktive Mitwirkung und die nachhakenden Fragen!

Die Folien zum Vortrag werden als PDF-Datei im Mitgliederbereich auf unserer Website veröffentlicht.

Sie möchten künftig dabei sein?
Dann merken Sie sich gerne schon jetzt die kommenden Veranstaltungen der GQMG vor – alle Termine werden fortlaufend auf unserer  Webseite veröffentlicht.

Protokoll der letzten Mitgliederversammlung verfügbar

Das Protokoll inklusive aller Anlagen der letzten Mitgliederversammlung steht ab sofort im Mitgliederbereich zur Einsicht bereit.

Wir laden Sie herzlich ein, die Unterlagen dort einzusehen.

Entbürokratisierung im Gesundheitswesen. GQMG fordert deutlichen Bürokratieabbau in der gesetzlichen Qualitätssicherung – mehr Zeit für Patientinnen und Patienten

Als Fachgesellschaft für das Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung hat die GQMG das Ziel, die Versorgungsqualität in den Gesundheitseinrichtungen mitzugestalten und zu verbessern. Grundsätzlich begrüßt sie die Bemühungen im Rahmen der  Gesundheitsreform, die Qualität der Patientenversorgung durch Vorgaben zu fördern und zu vereinheitlichen.  Zugleich warnt sie jedoch vor einem stetig wachsenden Dokumentationsaufwand, der zunehmend wertvolle Ressourcen bindet und damit die unmittelbare Patientenversorgung gefährdet.

Das aktuelle Positionspapier der GQMG richtet sich an die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen sowie an alle Akteure in der Qualitätssicherung und im Qualitätsmanagement. Zentrale Forderung in dem Papier der GQMG-Arbeitsgruppe Kennzahlen und externe Qualitätsvergleiche ist eine bessere Abstimmung bestehender und neuer Qualitätsvorgaben, die konsequente Vermeidung von Doppel- und Mehrfachdokumentationen und der Verzicht auf obsolete Dokumentationslasten.

Ziel ist es, Qualität nachhaltig zu stärken und gleichzeitig die Beschäftigten im Gesundheitswesen spürbar zu entlasten – für mehr Zeit am Patientenbett.

Kontakt und weiterführende Informationen:

Reflexionshilfe Risikomanagement: Never Events – Verhinderbar? Vermeidbar? Realität!

Never Events sind schwerwiegende unerwünschte Ereignisse in der medizinischen Versorgung, die zu erheblichen Patientenschäden führen können und als grundsätzlich vermeidbar gelten. Die neueste Publikation der AG Risikomanagement greift dieses Spannungsfeld auf und unterstützt Einrichtungen dabei, sich systematisch mit Never Events auseinanderzusetzen.

Inhaltlich setzt die Publikation folgende Schwerpunkte:

  • Erläuterung des Begriffes „Never Event“ und Einordnung in den Kontext von Qualitäts- und Risikomanagement
  • Typische Ursachen und Präventionsansätze  anhand praxisnaher Fallbeispiele  wie vergessene Fremdkörper im OP, Medikationsfehler bei Hochrisikoarzneimitteln sowie Brandereignisse unter  Sauerstofftherapie

Eine strukturierte Checkliste soll die Einrichtungen dabei unterstützen, den eigenen Umgang mit Never Events kritisch zu reflektieren - vom Begriffsverständnis, den Meldewegen über Rollen und Verantwortlichkeiten bis hin zu Schulungen, Sicherheitskultur und Wirksamkeitsüberprüfung der Maßnahmen.

Die Publikation richtet sich an alle Akteure im Qualitäts- und Risikomanagement sowie an Führungskräfte und Mitarbeitende in der Patientenversorgung und bietet eine praxisorientierte Grundlage, um die Patientensicherheit systematisch weiterzuentwickeln. Auf der GQMG-Jahrestagung am 12. und 13. März in Köln wird sie in einer von der AG Risikomanagement organisierten Session zum Thema „Never Events“  mit mehreren Vorträgen vorgestellt.

Möchten Sie sich aktiv an der Arbeit der AG Risikomanagement beteiligen? Dann wenden Sie sich gerne per E-Mail an unsere AG-Sprecher.

GQMG-Interviewpodcast – neue Episoden online

Episode 51: Die Physik der digitalen Transformation

Digitale Transformation im Gesundheitswesen braucht weniger Hype und mehr langen Atem – genau darüber spricht Markus Tannheimer von Inworks in dieser neuen Episode von „Puls der Transformation“.

Was passiert, wenn man digitale Transformation im Gesundheitswesen nicht als Zwei-Jahres-Projekt mit Fördertopf denkt, sondern als kontinuierliche Entwicklung über viele Jahre? Darüber sprechen Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit Markus Tannheimer, Mitgründer und Geschäftsführer der Inworks GmbH, die über 1100 Kliniken und Pflegeeinrichtungen mit digitalen Lösungen in Qualitäts-, Risiko- und Feedbackmanagement unterstützt.

Episode 52: Schlaganfalldiagnostik und KI

Was wäre, wenn KI in der Schlaganfallversorgung nicht „nice to have“, sondern ein verbindliches Strukturmerkmal jeder Stroke Unit wäre? Genau darüber haben Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit Prof. Dr. Daniel Behme, Professor für interventionelle und präventive Neuroradiologie sowie Chefarzt der Universitätsklinik für Neuroradiologie an der Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität am Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R., gesprochen.

GQMG-Wissenssnack

Prävention

Maßnahmen, die primär in der Gesundheitspflege die Gesundheit fördern und Erkrankungen vermeiden sollen, indem als schädigend geltende Einflüsse (Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel) ausgeschaltet oder deren Ausbreitung (Impfung, Hygiene) verhindert werden. Die Maßnahmen betreffen meist Umweltbedingungen oder Verhaltensweisen, selten sind sie klinisch. Sauberes Wasser, reine Luft, ausreichend und unverfälschte Lebensmittel, genügend Wohnraum und Gesundheitserziehung sind nicht primär medizinisch. Sie sind Teil der zivilisatorischen Entwicklung. Sie sind die wirksamsten Mittel zur Abwehr der Krankheitslast. Sie wirken langfristig; ihr Wert lässt sich ökonomisch bewerten. Die Bilanz fällt meist positiv aus.

Von sekundärer Prävention spricht man, wenn Erkrankungen frühzeitig diagnostiziert werden. Eine frühe Diagnose wird unter der Annahme angestrebt, dass sich Krankheiten in einem frühen Stadium erfolgreicher behandeln lassen. Das stimmt häufig, aber keineswegs immer. Manchmal lässt sich der natürliche Verlauf nicht aufhalten. Früherkennung hilft nur, wenn wir über eine wirksame Behandlung im frühen Studium verfügen. Was zu beweisen wäre. Sonst verlängern wir nur den Zeitraum der vergeblichen Behandlung.

Sekundäre Prävention ist meist klinisch. Sie ist aufwändig; sie kostet und belastet. Je mehr man untersucht, umso mehr falschpositive Befunde hat man, die dann abgeklärt werden müssen. Screening-Untersuchungen beugen nicht vor, sie sorgen auch nicht vor. Sie helfen Erkrankungen vor dem klinischen Ausbruch zu erkennen, was dann sinnvoll ist, wenn man etwas dagegen tun kann. Man muss sich diese Maßnahmen gut überlegen. Viele Beispiele sind leider nicht besonders effizient.

Die meisten Menschen denken weder an primäre noch an sekundäre Prävention. Sie treiben Sport, ernähren sich gesund, schlucken Vitamine oder mehrfach gesättigte Fette, testen ihre Blutwerte und lassen sich mit aufwändigen Untersuchungen ihre Gesundheit bestätigen. Sie suchen nach Maßnahmen, die ein langes und gesundheitlich wertvolles Leben versprechen. Ob sie das viele Geld wert sind, weiß man nicht so genau.

Eins ist aber sicher: Prävention wird nicht helfen, den Anstieg der Krankenkassenbeiträge im nächsten Jahr zu verhindern.

Aktuelles

Tag des Notrufs 112 am 11.2.2026

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 44.000 Menschen an einem Herzinfarkt, etwa 36.000 an einem Schlaganfall und mindestens 85.000 an Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar, wenn Betroffene und Ersthelfer:innen die Warnzeichen kennen und rechtzeitig den Rettungsdienst unter 112 alarmieren würden. Am Tag des Notrufs 112 führen das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die Deutsche Herzstiftung und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Berlin eine gemeinsame Aufklärungsaktion durch. Allen drei Notfällen gemeinsam ist, dass sie sich oft mit unspezifischen Symptomen bemerkbar machen. Das führt häufig zu schwerwiegenden Verzögerungen in der medizinischen Versorgung. Dabei ist Zeit der entscheidende Faktor: Werden sie zu spät erkannt oder behandelt, können diese Notfälle zu dauerhaften Organschäden, schweren Behinderungen oder zum Tod führen. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Überlebenschancen und desto geringer die Langzeitfolgen.

Zertifizierung der Krankenhäuser in Frankreich

Seit 30 Jahren liegt bei der Haute Autorité de Santé (HAS) die Aufgabe, ein Verfahren zur Bewertung des Qualitäts- und Sicherheitsniveaus der Versorgung in öffentlichen und privaten Gesundheitseinrichtungen zu entwickeln und aufrechtzuerhalten. Das Verfahren wurde auf nationaler Ebene gemeinsam von Fachleuten und Nutzern entwickelt, die von der HAS beauftragt wurden. Das Verfahren ist unabhängig von der HAS und ihren Aufsichtsorganen. Das Qualitäts- und Sicherheitsniveau der Patientenversorgung wird bei einem Besuch in der Einrichtung anhand der festgelegten Ziele bewertet.

Die Zertifizierung von Gesundheitseinrichtungen begann vor 25 Jahren als Teil der in Frankreich und international einsetzenden Zielsetzung, im Gesundheitssektor sowie in anderen Tätigkeitsbereichen Produktionsprozesse so sicher wie möglich zu gestalten. Sie erfüllte zudem die berechtigte Erwartung nach größerer Transparenz hinsichtlich der Qualität der erbrachten Dienstleistungen – für Patienten und deren Vertreter, für die öffentlichen Behörden und für Gesundheitsfachkräfte.

Grundlage des Zertifizierungssystems ist der Standard „Référentiel de certification des établissements de santé pour la qualité des soins“ in seiner Version 2025.

Im Zertifikat werden die von der Gesundheitseinrichtung erfüllten Kriterien sowie alle für sein Verständnis und seine Bewertung notwendigen Elemente aufgeführt.

Der Anforderungskatalog enthält 12 Ziele, auf drei Kapitel verteilt:
• der Patient,
• die Versorgungsteams,
• die Einrichtung

Anders als bei uns wird durch ein Audit nicht allein die Umsetzung des Systems bestätigt. Es wird auch bewertet, mit sichtbaren Unterschieden, die farblich an den Nutri-Score erinnern.

In einem Klinikatlas kann man den Status jedes Krankenhauses im Internet finden.

Im Januar 2026 beginnt der 6. Zyklus der Zertifizierung.

Literaturübersicht

Never Events

Parmar D., Patel N., Kenneth-Ogah C. et al.
Patient Safety in Surgery (2025)
DOI: 10.1186/s13037-025-00474-8

Never-Events sind schwerwiegende und vermeidbare Sicherheitsvorfälle in der chirurgischen Praxis. Sie treten trotz intensiver nationaler und internationaler Bemühungen weiterhin auf. Operationen an der falschen Seite, zurückgebliebene chirurgische Gegenstände und falsche Implantate veranlassen dazu, nach den menschlichen Faktoren und systembezogenen Schwächen zu fragen, die zu den Ereignissen beitragen.

Methoden

In PubMed/Medline, Google Scholar und der Cochrane Library wurde für den Zeitraum 2014 -2024 nach Daten zu chirurgischen Never-Events gesucht. Die Studien wurden mit standardisierten Auswahlmethoden bewertet, relevante Ergebnisse wurden extrahiert und synthetisiert.

Siebenunddreißig Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Als beitragende Faktoren für Never Events wurden identifiziert: Kommunikationsausfälle, verminderte Kognition, Müdigkeit, unzureichende Personalbesetzung, inkonsistente Teamzusammensetzung und steigende chirurgische Fallzahlen.

Die zitierten Studien beruhen weitgehend auf Krankenunterlagen und Meldesystemen. Dabei wird deutlich, dass die Berichterstattung und Untersuchung von Never Events oft inkonsistent und unzureichend ist. Für die Ereignisse wurden viele Faktoren identifiziert, wobei organisatorische Probleme eine größere Rolle spielten als menschliches Versagen. Das Verständnis für die Ursache von Fehlern ist Voraussetzung für ein wirksames Fehlermanagement- und Patientensicherheitsprogramm.

Bundesgesundheitsblatt

Das Heft 2 des Jahrganges 69 des Bundesgesundheitsblatts - Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz ist dem Leitthema Patient:innenzentrierung in der Gesundheitsversorgung gewidmet. Die meisten Beiträge sind Open Access

Medikationsfehler

Bemerkenswert ist der in genannten Heft abgedruckte Workshopbericht zur Erfassung von Medikationsfehlern in Deutschland. Medikationsfehler tragen einen nennenswerten Anteil zu unerwünschten Ereignissen in der Gesundheitsversorgung bei. Wie schon jetzt damit umgegangen wird und ob das bisher auf spontanen Meldungen aufbauende System ausreicht, kann dort nachgelesen werden.

Vogt, B. et al.
Erfassung von Medikationsfehlern in Deutschland – ein Workshopbericht

Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz
Band 69 | 2026 | Seiten 216–224
DOI 10.1007/s00103-025-04175-6

Angemessenheit von MRT-Untersuchungen

Unerwünschte Folgen der erweiterten Magnetresonanztomographie-Erstattung: Eine landesweite Studie spricht für eine geringe klinische Effizienz

Ziele

Nachdem in Südkorea die Erstattung für Kosten der MRT-Untersuchungen des Gehirns  (MRT) ausgeweitet wurde, sollten in einer Studie die Auswirkungen auf den diagnostischen und behandlungsbezogenen Nutzen der Gehirn-MRTs sowie die allgemeine diagnostische Effizienz untersucht werden.

Methoden

Landesweit wurden die Schadensdaten für Hirn-MRT-Scans bei Kopfschmerzen oder Schwindel im Zeitraum 2015 bis 2022 analysiert. Ergebnisse bei Patienten, die nach der Untersuchung nachbeobachtet oder behandelt wurden, gelten als klinisch signifikante bildgebende Befunde (PCSIFs). Niedrigwertige bildgebende Fälle (LVIC), darunter auch solche, die später selektiv erstattet wurden, wurden ebenfalls identifiziert. Die Effizienz wurde als Anzahl der MRT-Scans berechnet, die erforderlich sind, um einen zusätzlichen PCSIF in den Perioden ohne Erstattung, expandierte und angepasste Erstattung zu erhalten.

Ergebnisse

Das jährliche MRT-Volumen stieg von einem Durchschnitt von 93.694 vor der Einführung auf 716.085 während der Expansion und sank dann während der Anpassungsperiode auf 630.705. Der Einsatz von MRT bei Kopfschmerzen oder Schwindel stieg um 1.402 %. PCSIFs übertrafen die erwarteten Trends während der Expansion um 12.423 Fälle (26,6 %) und 7.808 Fälle (13,1 %) bei der Anpassung. LVIC machte während der Expansion 45,4 % der MRT-Scans aus. Im Durchschnitt wurden für jeden zusätzlichen Patienten 22–23 MRT-Untersuchungen mit niedrigem Wert durchgeführt, die diagnostisch oder klinisch umsetzbar waren. Insgesamt erhöhte die Richtlinie den MRT-Einsatz deutlich, während fast die Hälfte der zusätzlichen Scans geringwertig war.

Schlussfolgerungen

Eine erhöhte Erstattung ohne strenge klinische Kriterien führte zu einer höheren Nutzung von MRT, verringerte jedoch die diagnostische Effizienz. Richtlinien sollten von evidenzbasierten Indikationen geleitet werden, um eine effiziente Ressourcennutzung sicherzustellen und klinisch sinnvolle Ergebnisse zu erzielen.

Indikationsqualität

Entwicklung eines Tools zur Messung von Indikationsqualität in Routinedaten und Identifikation von Handlungsbedarfen und -Strategien

Gefördert durch den Innovationsauschuss des G-BA wurde unter Konsortialführung der Technischen Universität Berlin, Fachgebiet Management im Gesundheitswesen, Leitung: Prof. Dr. Verena Vogt, ein Projekt zur Messung der Indikationsqualität durchgeführt. Dafür musste ein Messverfahren entwickelt werden, das ermöglicht, die Qualität der Indikationsstellung anhand der Routinedaten der Technikerkrankenkasse abzuschätzen. Damit liegt eine interessante Betrachtung zum weiterhin vernachlässigten Qualitätsmerkmal der Angemessenheit medizinischer Behandlungen vor.

Der Abschlussbericht wurde im Januar 2026 vorgelegt. Ein intensives Studium des Beitrages sollte zu einer aktiveren Beschäftigung mit diesem Qualitätsmerkmal führen.

Perioperatives Blutmanagement bei Zeugen Jehovas

Florian Piekarski und Ko-Autoren der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Bonn, haben in Anaesthesiologie 2026 75:3-11 das aktuelle  medizinische, ethische und rechtliche Vorgehen beim Management transfusionsverweigernder Patient:innen am Beispiel der Zeugen Jehovas dargestellt. Sie legen ergänzend ein standardisiertes Aufklärungsmodell vor. Die Aufklärungsbögen können als Vorlagen für eigene Dokumente als PDF heruntergeladen werden. Gerade weil die Situation der Transfusionsverweigerung selten eintritt, ist eine gut fundierte Referenz sehr hilfreich. Aus dem Material lässt sich unschwer eine Verfahrensanweisung zu diesem Thema erstellen.

Piekarski, F.; Menzenbach, J.; Hilbert, T.; Hersch, J.; Schindler, E.; Coburn, M.; Grabert, J.

Perioperatives Blutmanagement bei Zeugen Jehovas

Open Access | 2026 | Volume 75 | Seiten 3–11
DOI 10.1007/s00101-025-01621-71

Serious Reportable Events

Die Joint Commission und das National Quality Forum haben ihre Liste der meldepflichtigen Ereignisse überarbeitet. Sie kommt ohne eine Definition von Never Events aus. Die Liste wurde um 4 auf 28 Ereignisse erweitert. In dem Dossier zur Neuausrichtung des Programms „Meldung von Ereignissen zur Patientensicherheit“ werden die Ereignisse mit den Sentinel Events der JC harmonisiert, die Ereignisse sorgfältig definiert und gegeneinander abgegrenzt. Hier fehlen leider die Daten, die bei einer Meldung eingereicht werden sollen, und Angaben dazu, was die Meldestellen mit den Erkenntnissen anstellen.

Die Liste kann für den Umgang mit Unerwünschten Ereignissen in unseren QM-Systemen gute Orientierung geben.

Berufliches, Persönliches

Martin Seipt - bisher kommissarischer Leiter des Bereichs - übernimmt die Leitung des Qualitäts- und Risikomanagements am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Er folgt auf Prof. Maria Eberlein-Gonska.

Nach seiner Ausbildung zum pharmazeutisch-technischen Assistenten war Martin Seipt zehn Jahre in der Krankenhauspharmazie tätig und engagierte sich darüber hinaus intensiv berufspolitisch. 2019 wechselte er in das Qualitäts- und Risikomanagement (QRM) mit dem Schwerpunkt Prozessmanagement. Parallel absolvierte er berufsbegleitend ein Bachelor- und Masterstudium im Gesundheitsmanagement in Dresden und Wismar und schloss es mit dem MBA ab.

Im Januar tritt er nun die Leitung des Qualitäts- und Risikomanagements am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an. Das 35-köpfige Team verantwortet sämtliche Bereiche der Patienten- und Beschäftigtensicherheit sowie -zufriedenheit, der Qualitäts- und Patientensicherheitsforschung, einschließlich der Qualitätssicherung und des Benchmarkings.

Als neues Mitglied der GQMG begrüßen wir:

Ulrike Maibaum, Qualitäts-, Risikomanagement und Prozessmanagement, Klinikum Hersfeld-Rotenburg

Ulrike Streck-Plath, Kommunikation, Strategie und Transformation, Kunstitut 

Sandra PichlerRadiologietechnologie, Lehre und Forschung, Hochschule Campus Wien

Journals

Die GQMG verfolgt mit der Erforschung und Entwicklung der Methoden des Qualitäts- und klinischen Risikomanagements in der Gesundheitsversorgung wissenschaftliche Zwecke. Voraussetzung für eine produktive und erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit unserer Mitglieder und der Community der Forschenden im Bereich des medizinischen Qualitätsmanagements ist ein umfassender, aktueller Überblick über die internationale Primärliteratur dieses Feldes. Zu diesem Zweck hat die GQMG ihrer Website eine Rubrik „Journals“ hinzugefügt.

Auf dieser Seite sind die 15 wichtigsten Peer-Review-Journals aufgelistet, die sich schwerpunktmäßig der Erforschung medizinischer Prozesse sowie derer Effektivität und Sicherheit widmen. Die aufgeführten Journals werden in den Clarivate Journal Citation Reports in der Kategorie „Health Care Sciences & Services“ geführt, die derzeit insgesamt 188 Journals umfasst.

Die hier hinterlegten Web-Links führen jeweils zu den Websites dieser Journals. Dort ist das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgaben zu finden, wie auch die Archive der zurückliegenden Ausgaben. In praktisch allen Fällen können die Abstracts der Artikel eingesehen werden. In vielen Fällen, sind auch Artikel im Volltext im Open Access kostenfrei zugänglich. In den meisten Fällen können auch individuelle Alerts bei den Journals eingerichtet werden; es erfolgt dann jeweils eine Benachrichtigung durch den Verlag, sobald eine neue Ausgabe eines Journals erschienen ist.

Aus diesem sehr umfangreichen, aktuellen Pool an Primärpublikationen in Peer-Review-Journals des Bereichs medizinische Qualitätsforschung werden in den künftigen Ausgaben des GQMG-Newsletter jeweils drei exemplarische Arbeiten empfohlen.

Die neue Rubrik „Journals“ der Website wird von Prof. Dr. med. Michael Vogeser, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München kuratiert. Bitte wenden Sie sich an ihn, wenn Sie weitere Journals zur Listung auf dieser Seite empfehlen möchten.

Hier die ersten drei empfohlenen aktuellen Arbeiten: 

Webb LE, Hickson GB, Troyer M, Martinez W, Kostiw NM, Cooper WO. From observation to action: a qualitative interview study of factors that influence the reporting of observations of unprofessional conduct in healthcare settings. BMJ Open Quality. 2026;15:e003853. 

Joselyn AS, Joseph L, Loganathan A, Ebenezer J, Abraham S, Ranjan M. Phased implementation of surgical safety care bundle in a multispecialty, tertiary care teaching hospital: a quality improvement project. BMJ Open Quality. 2026;15:e003489.

Jacopo Palombarini, Simona Rosa, Davide Golinelli, Vera Maria Avaldi, Giorgia Vallicelli, Michela Fantini, Maria Pia Fantini, Jacopo Lenzi, General practice organisational models and heart failure medication adherence: multi-level evidence from a regional cohort in Emilia-Romagna, ItalyInternational Journal for Quality in Health Care, Volume 38, Issue 1, January 2026, mzaf124

CIRS-Fälle




Aus dem CIRS-Netzwerk der Partner:

InPASS, Inworks, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem vdek

TK-Fall: "Kritische Ereignisse im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen"

vdek-Fall 1: "Lungenentzündung, Sepsis und Monate danach die gleichen Bakterien im künstlichen Kniegelenk"

vdek-Fall 2: "Tumor der Bauchspeicheldrüse im CT nicht erkannt"












Aus dem Netzwerk CIRS Berlin

"Verwechslung der Medikamente über Perfusoren"









Aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland 2.0

"Einbeziehung anderer Fachabteilungen bei Infektionsanfall von Skabies"






Aus der Normenschmiede

DIN EN ISO/IEC 27701:2026-02 Informationssicherheit, Cybersicherheit und Datenschutz - Datenschutz-Managementsysteme - Anforderungen und Hinweise (ISO/IEC 27701:2025); Deutsche Fassung EN ISO/IEC 27701:2025 Ausgabedatum 2026-02 Seiten 95 Die Norm baut auf dem Standardsystem ISO/IEC 27001 auf und ergänzt es mit spezifischen Anforderungen und Leitlinien für die Einhaltung von Datenschutzvorgaben wie der europäischen DSGVO. Ein Leitfaden für ein umfassendes und zukunftssicheres Datenschutz- und Sicherheitsmanagement. Krankenhäuser aller Größen können von dieser Norm profitieren, sei es zur Risikominderung, um Audit-Konformität zu erzielen oder um Datenrisiken rechtzeitig zu minimieren.

Mammakarzinom

Die S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG, vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie) aktualisiert und umfassend überarbeitet. Sie bietet eine neue Struktur, neue Module und zahlreiche praxisrelevante Empfehlungen auf dem aktuellen Stand evidenzbasierter Medizin. Fortschritte in der digitalen Bildgebung, der molekularen Diagnostik, der Systemtherapie sowie neue Erkenntnisse aus großen Kohorten- und Registerstudien wurden eingearbeitet. Die Leitlinie nutzt nun die Weiterentwicklung der GRADE-basierten Evidenzbewertung.

Querschnittsthemen wie Psychoonkologie, Supportivtherapie, Palliativmedizin, Komplementärmedizin und Lebensstilfaktoren sind nun stärker integriert. Besonders hoher Anpassungsbedarf bestand an den diagnostischen Schnittstellen sowie in der Systemtherapie, wobei sich die neuen Empfehlungen klar an den aktuellen Versorgungsstandards orientieren.

Stellenangebote

Das Klinikum Ludwigshafen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Mitarbeiter/in (m/w/d) für die Stabsstelle Qualitätsmanagement / medizinisches Risikomanagement sowie externe Qualitätssicherung [mehr ...]

TUM Klinikum Rechts der Isar sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Mitarbeiter (m/w/d) Qualitäts- und Risikomanagement, befristet auf 24 Monate [mehr ...]

KRH Klinikum Region Hannover sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Qualitätsmanagementbeauftragter, befristet für 1,5 Jahre (m/w/d) [mehr ...]