Schlaganfalldiagnostik und KI

Was wäre, wenn KI in der Schlaganfallversorgung nicht „nice to have“, sondern ein verbindliches Strukturmerkmal jeder Stroke Unit wäre? Genau darüber sprechen Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold mit Prof. Dr. Daniel Behme, Professor für interventionelle und präventive Neuroradiologie sowie Chefarzt der Universitätsklinik für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Magdeburg.

In der neuen Episode von „Puls der Transformation“ geht es um:

  • warum Schlaganfall ein idealer Anwendungsfall für KI ist – mit klaren Bildgebungsprotokollen, vielen Fällen und hoher Relevanz von Zeit („jede Minute zählt“)
  • wie KI auf CT-Bildern Gefäßverschlüsse und Blutungen automatisiert erkennt und so Diagnostik beschleunigt, ohne den klinischen Blick und die Therapieentscheidung zu ersetzen
  • wieso KI-Algorithmen in der Bildgebung bewusst sehr sensitiv eingestellt werden, damit möglichst keine relevanten Befunde übersehen werden – auch wenn das mehr „falsch-positive“ Alarme bedeutet
  • welche Chancen in Schlaganfallnetzwerken liegen: von der KI-gestützten Befundung im peripheren Haus bis zur automatisierten Steuerung von Verlegung, Intensivbetten und Rettungsmitteln im Zentrum
  • wo heute schon mit Blockchain und strukturierten Zeitstempeln gearbeitet wird, um Prozesszeiten transparent zu machen und Optimierungspotenziale sichtbar zu machen
  • weshalb es trotz medizinischem und ökonomischem Nutzen bisher keine echte Refinanzierung für KI-Software in Kliniken gibt – und welche Fehlanreize zwischen Kranken- und Pflegekassen hier sichtbar werden
  • warum fragmentierter Datenschutz, föderale Strukturen und heterogene Trägerschaften einer gemeinsamen, nationalen KI-Infrastruktur im Weg stehen
     

Prof. Behme macht deutlich:

  • KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für Ärztinnen und Ärzte.
  • Die größten Effekte entstehen, wenn Bildgebung, Netzwerke, Ressourcensteuerung und Finanzierung gemeinsam gedacht werden.


Künstliche Intelligenz in der Schlaganfallversorgung ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie verändert heute schon, wie schnell und gut Diagnosen gestellt und Therapien eingeleitet werden.

Wir danken Herrn Prof. Behme für das Gespräch!


Hören Sie hier rein!

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