Sondernewsletter 

Liebe GQMG-Mitglieder, liebe QM- und kRM-Interessierte,

wir haben das Ende des Frühbucherrabatts für die Anmeldung zur GQMG Jahrestagung 2026 auf den 06.02.2026 verlegt. Um die Entscheidung zu erleichtern, ob es sich für Sie um eine Tagung handelt, bei der wichtige und aktuelle Themen von kompetenten Referenten und Moderatoren vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden, finden sich hier wesentliche Auszüge aus dem Programm.

Die 4 Pre-Conference Seminare haben wir bereits auf unserer Internetseite vorgestellt. Den Link finden Sie hier. 

Im Auftaktplenum geht es um unsere Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Prof. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, wird unter dem Titel „Viele Gesetze und keine Reformen? Was das Gesundheitswesen jetzt braucht!“ seine Erkenntnisse dazu vortragen. Dr. Jens Schick, Vorstand der Sana Kliniken AG und Präsident des Vorstandes der Initiative Qualitätsmedizin wird verdeutlichen, warum das Gesundheitssystem über Ergebnisqualität gesteuert werden sollte und wie die dafür von IQM geleisteten Vorarbeiten genutzt werden könnten.

In 5 Zeitblöcken erwarten Sie zahlreiche Workshops zu unterschiedlichen Themen (die wir unten skizziert haben), freie Vorträge und als solche ausgewiesene Produktvorstellungen unserer Industriepartner. Und einen besonderen Vortrag haben wir am Ende des ersten Tagungstages auch wieder organisiert. Danach haben Sie bei einem Get-together Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung mit den anderen Teilnehmenden.

Die Tagung beenden wird ein Abschlussplenum, in dem konkrete KI-Anwendungen von Pionieren aus dem Gesundheitssystem wie dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf und der Helios Kliniken GmbH vorgestellt werden. Nur, wenn auch Qualitätsmanagementbeauftragte und Risikomanager sich mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen, können sie weiterentwickeln, wie sie sich in unsere Managementsysteme integrieren lassen.

Einige der geplanten Workshops, die die Vielfalt des Programmes umreißen, möchten wir Ihnen heute vorstellen. Das komplette Programm wird in wenigen Tagen auf der GQMG-Homepage veröffentlicht. 

Krisenrisikomanagement - Wie vermeiden wir Doppelstrukturen?

Moderation Dr. Kyra Schneider

Resiliente Organisationen zu schaffen, ist ein Gebot der Stunde auch im Gesundheitswesen. Regulativ setzen das KRITIS-Dachgesetz und das NIS-2-Umsetzungsgesetz den Rahmen. Die Anforderungen gilt es in das bestehende Managementsystem zu integrieren und zielgerichtet ohne Doppelstrukturen umzusetzen. Diese Session gibt einen Überblick über die Anforderungen, zeigt ein Umsetzungsbeispiel auf und stellt dar, wie ein Krisen- und Risikomanagement zusammengeführt werden kann. Weitere Stichwörter: Organisationsrisikomanagement, Krankenhaus-Alarm- und Einsatz-Planung (KAEP), Critical Entities Resilience Directive, NIS-2 Directive, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge (BBK), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Elterliche Warnsignale als Gegenstand des Qualitätsmanagements

Moderation: Hardy Müller

Die Verbesserung der Patientensicherheit zählt zu den zentralen Herausforderungen moderner Medizin. Eine kritische, bislang unzureichend systematisch genutzte Ressource in der klinischen Versorgung von Kindern ist die elterliche Beobachtung. Eltern verbringen die meiste Zeit mit ihrem Kind und erkennen oft früh subtile Veränderungen, die auf eine klinische Verschlechterung hinweisen können. Internationale Erfahrungen zeigen: Wenn elterliche Warnsignale systematisch in klinische Entscheidungsprozesse eingebunden werden, kann dies die Fehlerquote deutlich senken und die Behandlungsqualität nachhaltig verbessern. Der Vortrag berichtet über aktuelle Projekte zum Thema mit Schwerpunkt auf Aktivitäten in Deutschland.

Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung systematisch lehren und lernen

Moderation: Prof. Kirstin Börchers

Die Session zeigt, wie Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung systematisch gelehrt und gelernt werden kann. Zunächst stellt Dr. Barbara Pietsch das neue, interprofessionell anwendbare Kerncurriculum „QM in der Gesundheitsversorgung“ der GQMG vor, das auf den IOM Core Competencies basiert und 11 modular aufgebaute Kernkompetenzbereiche umfasst. Anschließend lädt Prof. Dr. Kirstin Börchers zu einem Gallery Walk ein, in dem die Teilnehmenden zentrale Elemente des Curriculums sichtbar kommentieren und Impulse für die Weiterentwicklung setzen. Das Kerncurriculum umfasst zusätzlich zu den Inhalten Hinweise zur möglichen Abbildung der QM-Kernkompetenzbereiche im Rahmen von z.B. Bachelor- oder Masterqualifikationen. Leitend sind hier HQR und DQR. So könnte ein Kompetenzmodell entstehen und z.B. Modulhandbücher für konkrete Lehrveranstaltungen. Diesen Transfer erläutert abschließend Prof. Dr. Silke Kuske.

Pflegequalität - kontinuierliche Verbesserung der Versorgung durch und für die Pflege

Moderation: Jan Richter

Die Bedeutung der Qualität der pflegerischen Versorgung ist nicht zuletzt durch die RN4Cast-Studie oder die Studien, welche die Magent4Europe Initiative begleitet haben, auch wissenschaftlich nachgewiesen worden. Eine wichtige Folge war die Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen. Doch Pflegequalität bedeutet viel mehr: es geht um eine patientenzentrierte leitlinienorientierte Versorgung, effektive und effiziente Prozesse sowie um das bestmögliche Patienten-Outcome. Es geht aber auch um eine nachhaltige Gesundheit und damit Verfügbarkeit von Personal, nicht nur aus der Profession Pflege, sondern auch Therapie- oder Arztberufen.

Eintauchen in den "Room of Horror" – Sicherheitskultur live erleben

Moderation: Laura Heinrichs

Die Identifikation sicherheitsrelevanter Risiken im klinischen Alltag ist eine zentrale Aufgabe des Qualitäts- und Risikomanagements. Der „Room of Horror“ (RoH) ist ein interaktives Simulationstrainingsformat, das Mitarbeitende für potenzielle Gefährdungen sensibilisiert und die Sicherheitskultur stärkt. Der Workshop stellt den RoH als Instrument des Qualitätsmanagements vor, gibt Einblicke in die praktische Umsetzung und diskutiert die Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen. Ein interaktiver Mini-Room-of-Horror ermöglicht es den Teilnehmenden, Risiken live zu erkennen und gemeinsam zu reflektieren sowie Impulse für die eigene Praxis mitzunehmen.

Patienteneinbindung - Übersicht und Praxisbeispiele

Moderation: Dr. Marcus Rall

In der Session wird im ersten Teil ein kompakter Überblick über Möglichkeiten der Patienteneinbindung gegeben: von Health Literacy über Shared Decision Making bis hin zu Feedback- und Meldesystemen sowie strukturierten Eskalationswegen. Anschließend wird am Beispiel von www.mehr-patientensicherheit.de ein niedrigschwelliges CIRS der Ersatzkassen und des vdek für alle Patienten und Angehörige vorgestellt. Es bündelt Erfahrungen anonym und stellt Empfehlungen für Maßnahmen zur Verbesserung bereit. Im dritten Teil werden erste Erfahrungen im deutschsprachigen Raum aus der Implementierung von elterlicher Patienteneinbindung im Sinne von „Martha’s Rule” (NHS) am Kinderspital Zentralschweiz (LUKS) vorgestellt, mit einem klaren Eskalationspfad bei Sorge vor Verschlechterung durch die Eltern. Eine anregende Diskussion mit den Teilnehmenden ist vorgesehen.

Einigung zu vielen Fragen: Wie sollten interne Audits in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung gestaltet werden?

Moderation: Dr. Ulrich Paschen

In den Sitzungen der GQMG-AG Auditerfahrungen im letzten Jahr wurde ein Konsenspapier zur "Gestaltung Interner Audits in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung mit Empfehlungen für QM-Koordinatoren und Auditoren Benannter Stellen" erarbeitet. Die wichtigsten Problempunkte werden herausgestellt und die Antworten begründet. Zu dem Konsenspapier wurden Anhänge erstellt für den Auditplan, die Arbeitsunterlagen und den Auditbericht. Die Ergebnisse sollen durch die Teilnehmenden diskutiert werden. Digitale Lösungen zur Planung, Berichterstattung und Aufzeichnung der Auditbefunde werden vorgestellt. Als nächstes Thema möchte die AG sich mit dem internen Audit der Kompetenzen am Beispiel der internen Auditoren beschäftigen. Die strittigen Aspekte sollen gesammelt und zur Vorbereitung eines weiteren Konsenspapiers strukturiert werden.

Weitere Workshops z.B. zu Themen wie Never Events, Umgang mit Gewalt und dem Schutz von Patienten und Mitarbeitenden und externer Qualitätssicherung sind noch in Vorbereitung.

Zusätzlich dürfen sich in mehreren Sessions auf eine große Anzahl freier Vorträge freuen.

Der gesamte GQMG-Vorstand freut sich auf Sie. Wir sind überzeugt: Die Teilnahme lohnt sich für alle QM- und kRM-Interessierten. Melden Sie sich rasch an, um noch von den vergünstigten Konditionen zu profitieren: Tagungswebseite.

Ich hoffe, wir sehen uns in Köln.

Ihre
Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg
Vorsitzende der GQMG