Episode 66

Prof. Dr. Susanne Reger-Tan: Digitalisierung in der Diabetologie - Heute und Morgen

Oliver Steidle und Dr. Thomas Petzold sprechen mit Prof. Dr. Susanne Reger‑Tan, Direktorin und Chefärztin der Klinik für Diabetologie und Endokrinologie am Herz‑ und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. Sie diskutieren, wie Digitalisierung in der Diabetologie Patientensicherheit konkret verbessern kann – und warum das Gesundheitssystem hier noch Nachholbedarf hat.

Die Themen des Gesprächs umfassen:

  •  Digitalisierung ist in der Diabetologie kein „Add‑on“, sondern zentraler Bestandteil moderner Versorgung und Patientensicherheit.
  •  Kontinuierliche Glukosemessung, automatisierte Insulindosierung und vernetzte Daten können Risiken deutlich senken und den Alltag der Patient:innen entlasten.
  •  Viele Risikosituationen (z. B. stationäre Aufenthalte, Operationen) werden aktuell noch unzureichend als sicherheitskritisch wahrgenommen, obwohl Diabetes Komplikationen stark erhöht.
  •  Unterversorgung entsteht weniger durch fehlende Technologien, sondern durch fehlende Expertise, begrenzte Ressourcen und mangelnde Vernetzung über Sektor‑ und Fachgrenzen hinweg.
  •  Strukturierte Datenerhebung, Transparenz über Komplikationen und interoperable Systeme sind Voraussetzung, um aus Daten zu lernen und Sicherheitsstrategien abzuleiten.
  •  Ein Digitalkodex mit ethisch‑medizinischen Leitplanken schafft Orientierung für verantwortungsvolle Digitalisierung – von Evidenz über Datenschutz bis zu fairer Teilhabe.
  •  Fehlgeleitete finanzielle Anreize fördern heute häufig Nachsorge und Re‑Operationen statt Prävention und Sicherheitsinvestitionen.
  •  Ziel muss sein, digitale Lösungen so einzusetzen, dass Expertise dort wirksam wird, wo Patient:innen die höchsten Risiken tragen – unabhängig von Ort, Fachdisziplin oder Versorgungsebene.

Wir danken Prof. Suanne Reger-Tan für das Gespräch!

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