In nur fünf Jahren ist die Zahl ausländischer Pflegefachpersonen in Deutschland um etwa 40.000 Personen oder fast 50 % gestiegen. Die Arbeitgeber erwarten, dass die Pflegefachpersonen schnell eigenverantwortlich arbeiten und voll einsatzfähig sind, was wiederum das Beherrschen der deutschen Sprache voraussetzt. Ihre Integration in das deutsche Gesundheitssystem und ihr Spracherwerb ist jedoch nicht zufriedenstellend geregelt. Die Sprachkompetenz der Pflegefachpersonen ist sehr unterschiedlich, da die Anforderungen in Deutschland nicht einheitlich geregelt sind. Die GQMG nennt als Hemmnisse uneinheitliche, länderspezifische Anerkennungsverfahren, ein zu geringes gefordertes Sprachniveau und in manchen Fällen fragwürdige Zertifikate von nicht akkreditierten Sprachschulen. Die Vermittlung von Pflegefachpersonen in den angespannten deutschen Stellenmarkt sei ein lukratives Geschäftsmodell. Das gebe Anlass zu der Sorge, dass gelegentlich Quantität vor Qualität geht.
Der Umgang mit Sprache ist im medizinischen und pflegerischen Alltag eine Schlüsselkompetenz. Pflegefachpersonen kommen dem Patienten im wörtlichen Sinne nah, sie greifen in seinen intimsten Schutzbereich ein. Dafür braucht es Vertrauen und dieses erwächst nur auf der Basis einer adäquaten und fachlich kompetenten Kommunikation. Auch lassen sich Patienten verunsichern, wenn sie von geringer sprachlicher Kompetenz auf mangelnde fachliche Kompetenz schließen. Zudem behindern Sprachschwierigkeiten erheblich die Kommunikation, sowohl mit Patienten als auch interprofessionell und können in der Folge zu kritischen und unerwünschten Ereignissen führen. Pflegefachpersonen sollten für ihre verantwortliche und eigenständige Berufsausübung daher mindestens das Niveau C1 (kompetente Sprachanwendung) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) erreichen und überdies die üblichen medizinischen und pflegerischen Fachtermini ausreichend beherrschen. Die AG „Pflege und Qualität“ stellt sich daher hinter die bereits verschiedentlich erhobene Forderung, die Verfahren zur Integration ausländischer Pflegekräfte bundesweit zu vereinheitlichen und mit einem hochwertigen Prüfverfahren die Qualität der Pflege sicherzustellen.
Ausführliche Informationen und das vollständige Positionspapier: Publikationen.
Kontakt und weiterführende Informationen:
- Vera Lux (stellvertretende Vorsitzende der der GQMG)
- Vivienne Thomas (Sprecherin der Arbeitsgruppe Pflege und Qualität)
E-Mail: info@gqmg.de, Tel.: 02236 / 9696188