Erika Ziltener, Präsidentin der SQMH Zürich, zeigt im Summercamp 2025, wie sich CIRS und Just Culture unterscheiden – und warum beides nur gemeinsam Wirkung entfaltet.
- CIRS und Just Culture – Werkzeug und Haltung
CIRS (Critical Incident Reporting System) ist ein Instrument zur Erfassung kritischer Ereignisse. Just Culture ist dagegen eine Haltung, die Vertrauen, Lernen und faire Verantwortung fördert. Erst in der Verbindung von Werkzeug und Haltung entsteht echte Sicherheit.
- Von der Fehler- zur Lernkultur
Der Begriff „Fehlerkultur“ greift zu kurz. Es geht darum, Fehler früh zu erkennen, daraus zu lernen und Verbesserungen gemeinsam umzusetzen. Eine Lernkultur schafft Offenheit, reduziert die Angst vor Sanktionen und fördert die Zusammenarbeit über Hierarchiegrenzen hinweg.
- Ertrag und Risiko im Blick
Controlling zeigt, wie viele Meldungen eingehen, wie schnell sie bearbeitet werden und ob Rückmeldesysteme Vertrauen schaffen. Sichtbar wird auch, wie Maßnahmen wie OP-Checklisten Komplikationen reduzieren und dadurch Kosten eingespart werden können.
- Warum wird wenig gemeldet?
Oft verhindern Angst, Zeitdruck oder unklare Zuständigkeiten eine Meldung. Anonyme Berichte senken zwar die Hemmschwelle, erschweren jedoch Rückfragen. Offene Meldungen ermöglichen den Dialog, setzen aber Vertrauen voraus. Die Kombination beider Wege stärkt das System.
- Führung als Schlüssel
Führungskräfte prägen maßgeblich die Kultur. Nur wenn sie Offenheit vorleben und das Lernen über Sanktionieren stellen, kann eine echte Just Culture entstehen. Kampagnen wie „Speak Up!“ unterstützen diesen Wandel.
Fazit: Ein CIRS allein reicht nicht. Erst in Verbindung mit einer gelebten Just Culture wird es zum Motor für Qualität, Sicherheit und Fortschritt.
11.–13.9.2025 | Kloster Schmerlenbach bei Aschaffenburg
Anmeldeschluss: 29.8.2025!
Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter: GQMG-Summercamp Schmerlenbach 2025 | GQMG
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen – seien Sie dabei!