Sprechen ist immer richtig. Es gibt verständliche Gründe, nach einem Behandlungsfehler oder einem gravierenden Unerwünschten Ereignis nicht mit dem Patienten zu reden. Doch das Überwinden der Hemmschwelle lohnt sich: Gute Kommunikation in solch heiklen Fällen ist medizinisch, moralisch, juristisch und sogar betriebswirtschaftlich der richtige Weg. Die Risiken sind überschaubar, die Chancen gewaltig.
Patientinnen zeigen oft überraschend viel Verständnis für Fehler, Missgeschicke, seltene Komplikationen, die ihnen widerfahren; die vielleicht sogar zu bleibenden Schäden führen. Sie wissen es zu würdigen, wenn nach einem solchen Ereignis die Kommunikation nicht abbricht. Wenn das ärztliche Tun transparent bleibt. Wenn sie im Gespräch verständnisvoll aufgefangen werden. Wenn die Behandler sich nicht von der Aussicht auf ein juristisches Nachspiel blockieren lassen. Dieser positive Verlauf nach einem schwerwiegenden Vorfall lässt sich bahnen durch ein strukturiertes Vorgehen. Anregungen und Verlaufsbeobachtungen dazu gibt es vor allem aus den USA und Australien. Im deutschsprachigen Raum arbeiten wir noch daran.
Im GQMGimpuls am 19.11.2024 von 16:00 bis 17:00 Uhr setzt Dr. Markus Holtel vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen als Ärztlicher Direktor Akzente für die Kommunikation Unerwünschter Ereignisse in der Medizin. Die Moderation übernimmt Dr. Kyra Schneider, Leitung Patientensicherheit & Qualität des Universitätsklinikums Frankfurt am Main.
Diese Veranstaltung der GQMG ist kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung zu besuchen. Weitere Themen und den Zugangslink finden Sie unter www.gqmg.de/veranstaltungen/gqmgimpuls.